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Sie gehörten zu den allerjüngsten erfolgreichen Kids-in-Fashion-Designer:innen in diesem Jahr: 4- und 5-jährige Kindergartenkinder
Sie gehörten zu den allerjüngsten erfolgreichen Kids-in-Fashion-Designer:innen in diesem Jahr: 4- und 5-jährige Kindergartenkinder
06.10.2025

Vom Astronautenlook bis zum Halb-Schach-Kleid

Gespräche mit einigen der Jung-Designer:innen, deren Entwürfe in der großen Kids-in-Fashion-Gala stoffliche Wirklichkeit geworden sind; fast 300 Fotos.

„Die Hose wollte ich an manchen Stellen ein bisschen weit haben und am T-Shirt so gelbe Flecken und mit schiefen Ärmeln. Das erinnert mich an Astronauten. Das wollte ich früher einmal werden, jetzt nicht mehr. Nun möchte ich Pilot werden“, erklärt Abdullahi Quadu Aden Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… seinen Entwurf, der zu jenen 63 – aus 3000 Einsendungen – zählt, die im Sommer von Modeschüler:innen unter Anleitung von Profis verwirklicht wurden. Und nun in der Mensa der Wiener Wirtschaftsuniversität Samstagabend von jugendlichen Models am Laufsteg vorgeführt wurde.

Collagen

Kids in Fashion, zum 31. Mal von den Wiener Jugendzentren organisiert, ist der sicher größte Mode-Design-Nachwuchsbewerb, wahrscheinlich nicht nur Österreichs. Jahr für Jahr zeigen Kinder und Jugendliche – gewertet wird in drei Altersgruppen (4 – 10, 11 – 14 sowie 15 bis 21 Jahre) – ausgefallene, kreative, schräge Ideen, die sie zu Papier bringen, und das nicht nur gezeichnet, sondern oft auch mit unterschiedlichsten Materialien colllagiert.

Materialien

Zu den zuletzt erwähnten zählt etwa Amina Dudaeva. „Wir haben die Entwürfe in der Schule gemacht und hatten einige Materialien. Die lila Federn haben mir besonders gefallen, die hab ich als ersten genommen und an die Schultern der Modezeichnung geklebt“, verrät sie den Start ihres Designs. Außerdem wählte sie noch glitzernde perlen und einen auch glänzenden, sehr weichen Stoff. „Ich zeichne zu Hause auch sehr oft, da aber vor allem Tiere und Zeichentrickfiguren. Und jetzt bin ich schon gespannt, wie das echte Kleid aussehen wird“, ist sie wie viele ihrer Jungdesigner-Kolleg:innen aufgeregt, was aus ihrem Entwurf geworden ist. Am Ende der Show darf sie wie alle, deren Entwürfe realisiert worden sind und die das wollen – manche scheuen das Rampenlicht – mit „ihrem“ Model den Laufsteg entlang gehen.

Wollte unbedingt ein Zeitungskleid machen

Ein für Kinder doch mittlerweile recht ungewöhnliches Material verwendete Svea Bofeldt (8): „Ich wollte unbedingt ein Kleid mit Zeitungspapier machen, schon seit der ersten Klasse“ und verneint glich die Nachfrage, ob sie selber überhaupt Zeitungen lese. „Aber ich wollte das eben machen und hab von zu Hause Zeitungen mit in die Schule genommen, als wir die Mode-Entwürfe gemacht haben.“

Badeschwamm und CD zerlegt

Zu ganz anderem Material griff die – damals elfjährige – Miep Weissmann für jenen von mehreren Entwürfen, der von der Jury ausgewählt worden ist. „Dafür hab ich einen Badeschwamm von meiner Oma zerlegt. Ich hab aber nicht erwartet, dass dieses Kleid genommen wird, ich hab noch mehrere andere entworfen, unter anderem mit zerschnittenen CD. Von solchen hab ich auch mehrere in meinem Zimmer aufgehängt, weil es so schön glitzert.“

Kindergarten-Crew

Voll verschmitzt lächelt und lacht Liya Kivrak und streckt sich kräftig, doch ihre Zeichnung hängt viel zu hoch. Aber auch die Vierjährige hat mit Glitzerzeug geklebt – „Sticker und Folien, ich wollt, dass es glänzt“, grinst sie. Übrigens auch ihre Kindergartenkolleg:innen Sara Lale (5) und Berat Çetin (5) haben es mit ihren Designs in dieses Finale geschafft, in dem die gezeichneten und geklebten Bilder Stoff geworden sind. Weitere Kolleg:innen und die Elementarpädagog:innen rauschten mit Geschenken und einem Gratulations-Schild zur großen Show an.

Eleganter Auftritt

Extra für ihren Auftritt – auf dem Laufsteg, aber auch schon für die Präsentation ihres Entwurfs für KiJuKU.at – legt sich Milla Emilia Valerio einen bodenlangen schwarzen Tüll-Überrock an und probt mit ihren Freundinnen das Stolzieren in einer Ecke der WU-Mensa. Ihr Entwurf ist kunterbunt: „Ich mag bunt, aber hab mir gedacht, da passt auch das elegante schwarz gut dazu“, gibt sie sich auch ein wenig kokett.

Hauptsache farbenfroh

Sie ist bei Weitem nicht die Einzige, die sich für den Gala-Abend in „Schale“ geworfen hat. Wobei die Outfits der Designer:innen selber ganz unterschiedlich sind. Holly Arnold, die die mittlere Alterskategorie gewonnen hat, kreuzt in einem kreativen, bunten, mit Knöpfen puzzlebaren Pullover auf und hat ein farbenfrohes, schräges Kleid mit noch viel „ver-rückterem“ Netz-Kopfteil kreiert. „Ich hab einfach so drauflos gezeichnet, hatte aber auch einen anderen Entwurf, der mir selber noch besser gefallen hat.“

Bild im Kopf

Ebenfalls „einfach so“, hat Joshua Odemwingie gezeichnet, „aber ich hatte das Bild schon zuerst im Kopf. Und ich zeichne immer, aber sonst nicht Mode, sondern eher Anime-Figuren und ich will Architekt werden“, vertraut er dem Reporter an. „Als ich erfahren habe, dass mein Entwurf ausgewählt wurde, war ich zuerst irgendwie schockiert.“ Wie aus seinem Entwurf echtes Gewand wird – „das hab ich schon auf der Einladungskarte gesehen“.

Meiner Hand vertraut

Ein wuchtiger, kräftiger, breitschultriger orangefarbener Anzug mit schwarzen Flecken ist das Ergebnis von Arthur Vischers Mode-Entwurf. „Ich hab einfach meiner Hand vertraut, ich wollte schon etwas Kräftiges zeichnen.“

Schminkpinsel

Aus vielen lila Kreisen besteht das Kleid, das Nur Shabuk designt hat. „Ich hab einen Schminkpinsel genommen, in diese Farbe eingetaucht und kräftig gedreht“, beschreibt sie di Technik ihres Entwurfs. „Und als Gegenstück hab ich über den Haaren und bei den Füßen einen feineren Pinsel genommen und zarte Kreise drehend getupft.

Duo mit zwei gegensätzlichen Hälften

Eines von zwei Design-Duos, deren Entwürfe ausgewählt und verwirklicht wurden ist ein „Schach“-Kleid. Johanna Strandl und Szofi Szennay haben es sich ausgedacht und gezeichnet. „Wir wollten etwas gemeinsam machen und wir haben cool gefunden, eine Hälfte eher dunkel, schwarz-weiß, zu gestalten und die andere bunt. Und wir lieben beide Schach und abstrakte Kunst – so wie die farbige Hälfte“, grinsen die Jung-Designerinnen.

Plötzlich Modeschülerin

Last but not least sei hier Emilia Hazra Ashwariya und ihr Entwurf vorgestellt. Sie hat nicht – wie die meisten – auf die Vorlage der Jugendzentren gezeichnet, sondern ein großformatiges Blatt, mit kleinteiligen, fein gegliederten, zarten, eleganten Blumenmustern gefüllt – und zwar viel mehr als zu sehen ist, wie sie Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… verrät. „Ich hab das ganze Blatt voll gemalt und dann sie Silhouette einer eleganten Robe aus Karton ausgeschnitten und darüber geklebt.“ Und mit einem geschwungenen Schriftzug „Little Miss E.“ versehen.

 „In der vierten Klasse Gymnasium bin ich eines Tages aufgewacht und wusste, ich will in eine Modeschule wechseln. Dann hab ich neben der Schule begonnen, mir Modezeichnen selber beizubringen, hab mir Bücher besorgt und viele YouTube-Videos angeschaut, ganz viel geübt und gezeichnet. Aber das meiste hab ich dann in der ersten Klasse Modeschule gelernt.“

kijuku_heinz

Hier unten geht es zu A) den 9 Hauptpreisträger:innen, allen 63 ausgewählten Modezeichnungen sowie Fotos jener Jung- und Jüngst-Designer:innen, die bei der Show mit „ihren“ Models über den Catwalk „liefen“, sowie weiteren Fotos; jetzt auch mit zwei Videos

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