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Gruppenfoto fast aller Vortragenden mit Renate Welsh (Mitte), mit deren Werk sie sich beschäftigten (von links nach rechts): Susanne Rettenwander, Fermin Suter, Susanne Blumesberger, Renate Welsh, Hanna Prandstätter, Michael Hammerschmid und Johanna Öttl von der Alten Schmiede; Julia Danielczyk hielt ihren Beitrag per Online-Video
Gruppenfoto fast aller Vortragenden mit Renate Welsh (Mitte), mit deren Werk sie sich beschäftigten (von links nach rechts): Susanne Rettenwander, Fermin Suter, Susanne Blumesberger, Renate Welsh, Hanna Prandstätter, Michael Hammerschmid und Johanna Öttl von der Alten Schmiede; Julia Danielczyk hielt ihren Beitrag per Online-Video
16.02.2026

„Geschichten hinter den Geschichten“

Symposium mit Beiträgen über verschiedene Aspekte des Schaffens von Renate Welsh in der Alten Schmiede.

Rund um den Start des Kinofilms „Renate“ – Filmbesprechung unten am Ende dieses Beitrages verlinkt – über die vielfältige Arbeit und das Leben der Autorin Renate Welsh fand in der „Alten Schmiede“, einem Kunst- und Kulturzentrum in Wien ein Symposium – gemeinsam mit dem Archiv der Zeitgenossen statt: „Geschichten hinter den Geschichten“ – (Re-)Lektüren des Werks von Renate Welsh“.

Titelseite von Renate Welshs Lyrikband
Titelseite von Renate Welshs Lyrikband „Leih mir dein Ohr“ (Czernin Verlag, 2024): ca. 70 Seiten, 20 €

Vortragende, die sich meist schon sehr lange mit dem schriftstellerischen Schaffen, aber auch den Schreibwerkstätten, beschäftigten, referierten über einzelne, wichtige Aspekte dieses Schaffens. Und alle freuten sich darüber, dass überraschenderweise die Autorin selbst gleich zu Beginn erschien und die gesamte Zeit den Vorträgen lauschte, sich in den Diskussionen danach zu Wort meldete – obwohl sie selbst am Abend der Veranstaltung noch einen Stock tiefer eine Lesung zu halten hatte.

Michael Hammerschmid, selber Lyriker sprach über Haltung und Poesie in Renate Welshs Gedichten. Obwohl sie mit „Leih mir dein Ohr“ erst 2024 ihren ersten Lyrikband veröffentlicht hatte, analysierte er nicht nur diese – im übrigen zum Teil auch schon viel früher entstandenen Gedichte. In „Erfahrungen festgezurrt in Worte“ zog er auch einen Bogen zu ihren Dutzenden Prosa-Büchern – und der auch dort präzisen Sprache.

Fermin Suter, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Archivs der Zeitgenossen an der Universität für Weiterbildung Krems (NÖ) befasste sich mit der innovativen, engagierten Arbeit Welshs in den Schreibwerkstätten und nannte seinen Beitrag „Kleine Schritte und Quantensprünge“.

Die Obfrau der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung sowie Mitherausgeberin von libri liberorum, der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung, Susanne Blumesberger, präsentierte die literarische Vernetzung der Autorin in der Gruppe, die keinen Namen hatte, aber vieles in der Kinder- und Jugendliteratur zum Realistischeren veränderte (u.a. Christine Nöstlinger, Mira Lobe…). Den meisten ist auch heut „Das Sprachbastelbuch“ bekannt. „Manchmal wussten wir selbst nicht mehr, wer einen bestimmten Text geschrieben hatte“, lautete ein Zitat, das Blumesberger als Titel für den Vortrag verwendete.

Hanna Prandstätter, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Archivs der Zeitgenossen an der Universität für Weiterbildung Krems (NÖ) sprach über feministische Schreibweisen bei Renate Welsh unter dem Titel „Ich habe mir erlaubt, Lücken aufzufüllen.“ Sie arbeit den Vorlass der Autorin auf.

Julia Danielczyk, Lehrende an der Uni Wien, Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft, hielt ihren Vortrag per Online Video: „In der Sprache liegt ein kleines Prinzip Hoffnung.“ Aufbegehren und Aufbruch in Renate Welshs „Johanna“ und „In die Waagschale geworfen“
Julia Danielczyk, Lehrende an der Uni Wien, Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft, hielt ihren Vortrag per Online Video: „In der Sprache liegt ein kleines Prinzip Hoffnung.“ Aufbegehren und Aufbruch in Renate Welshs „Johanna“ und „In die Waagschale geworfen“

Julia Danielczyk, Lehrende an der Uni Wien, Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft, referierte – per Online-Video über Aufbegehren und Aufbruch in Renate Welshs „Johanna“ und „In die Waagschale geworfen“ und betitelte den Vortrag „In der Sprache liegt ein kleines Prinzip Hoffnung.“

Schließlich sprach noch die Obfrau des Netzwerks Archiv und Gender (NAG), Susanne Rettenwander, über „Versteckte Selbstzeugnisse. (Auto-)Biographisches Schreiben in der Jugendliteratur am Beispiel von Renate Welsh und Vera Ferra-Mikura

Und bei der abendlichen Lesung aus „Ich falle mir selbst ins Wort“ durch die Autorin selbst, bezogen sich die beiden österreichischen Schriftstellerinnen Elke Laznia und Margit Schreiner in „Respondenzen zu Renate Welsh“ eben auf das Schaffen bzw. einzelne Werke der 88-jährigen Autorin und Bögen zu ihrem eigenen Schreiben.

kijuku_heinz