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Delegation der Indigenas und Zapatistas in der Ovalhalle
Delegation der Indigenas und Zapatistas in der Ovalhalle
08.10.2021

Kinder sollen lernen, mit der Erde zu leben

Interview mit Marichuy, der ersten indigenen Kandidatin für eine Präsidentschaftswahl in Mexiko, bei einer der Stationen der „Reise für das Leben“.

Die Ovalhalle im Wiener MuseumsQuartier ging fast über als „La Vocera“ (Die Sprecherin) und ihre Mitstreiter:innen Mittwochabend den Film („La Vocera“, Regie: Luciana Kaplan, Mexiko 2020, 82 Minuten, Spanisch mit englischen Untertiteln) über den Kampf indigener Gemeinschaften Mexicos vorstellten – aufgezäumt an der Kampagne zur vergangenen Präsidentschaftswahl  (2018) in diesem mittelamerikanischen Staat.

Der Congreso Nacional Indígena (Indigener Nationalkongress) hatte ein Jahr davor María de Jesús Patricio Martínez, genannt Marichuy, erstmals in der Geschichte Mexikos als Kandidatin für den Präsidentschaftswahlkampf aufgestellt. Zwar gelang es nicht, die an die 900.000 erforderlichen Unterstützungserklärungen im Land zusammen zu kriegen, aber die Kampagne konnte fast im ganzen Land über die wichtigsten Anliegen und Forderungen mit Millionen Menschen sprechen und diskutieren.

Zentrale Anliegen – neben dem Kampf gegen Rassismus und Unterdrückung – sind unter anderem Gleichberechtigung UND vor allem Erhalt von „Mutter Erde“ und damit gegen alle Groß- und Megaprojekte, die Land, Wasser, Klima, somit die Lebensgrundlagen – nicht nur in Mexico – zerstören.

„Die Sprecherin“ tourt derzeit mit einigen Dutzend anderen Idigenen – im Land werden 62 verschiedene Sprachen neben dem von allen benutzten Spanisch – gesprochen und Kämpfer:innen der Zapatistas – siehe Links unten am Ende des Artikels – durch Slumil K’ajxemk’op (Land der Unbeugsamen, Unverzagten, Unnachgiebigen) wie sie Europa nennen.

Wunsch und Ziel bei dieser „Reise fürs Leben“ ist eben der Austausch mit möglichst vielen Widerständigen Menschen auf diesem Kontinent – und insgesamt auf der Welt.

Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr … durfte – trotz des ordentlichen Stresses, den Marichuy auf dieser Reise hat, ein kurzes interview führen und beschränkte sich daher auf die Frage nach Einbindung von Kindern und Jugendlichen in diese natürlich weitergehende Kampagne sowie auf Forderungen für die (Aus-)Bildung junger Menschen.

„Ohne Kinder wäre der Kampf nicht vollständig“, so die fast 58-jährige in Tuxpan (heutiger Bundesstaat Jalisco) geborene in traditioneller Medizin ausgebildete „Vocera“. „Sie sind ein zentrales Element unseres Kampfes insgesamt, soll doch die Erde für sie weiterbestehen, die sie dann weiterführen können/dürfen/müssen.“

Und zur Frage, was sie und ihre Mit-Kämpfer:innen fürs Wichtigste in Sachen Bildung und Ausbildung für Kinder und Jugendliche finden, meinte Marichuy: „Das wichtigste ist, dass Kinder #gemeinsachft und Soziales lernen, mit der Erde und nicht gegen sie zu leben. Und natürlich sollen sie alle auch ihre eigenen Sprachen und – traditionellen – Kulturen lernen dürfen. Das einzige, was der Staat ihnen anbietet, sind ja Ausbildungen, die Kinder mehr oder minder zu Robotern machen.“

Tlazo kamatl miak – danke, in der Nahua-Sprache, der Muttersprache Marichuys.

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