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Kinder schagen auf eine bunte Karton-Piñata
Kinder schagen auf eine bunte Karton-Piñata
29.08.2021

Schmetterlings-Rapunzel, Geisterkrake und eine bunt-glitzernde Piñata

Vielfärbiges und -klingendes Fest zum 25. Geburtstag von „Kulturen in Bewegung“ im Wiener Bruno-Kreisky-Park und Umgebung.

Ein tiefdunkelblaues kleines Universum mit gelb-gold-glänzenden Sternen und Sonnen findet sich auch dem großen auf der Wise ausgebreitetem roten Stoff ebenso wie diverse Comicfiguren, Fantasiewesen. Gemalt, teils auch gezeichnet wird von allen vier Seiten. Wobei jene, die lieber mit Buntstift zeichnen als mit Wasserfarben oder dicken Filzstiften zu malen, bald vorziehen, auszuweichen. Dafür ist der Untergrund im Park dann doch zu uneben. Sie schnappen Papier und die Stifte und begeben sich auf einen der nahegelegenen Tische im Bruno-Kreisky-Park in Wien-Meidling bei der U4-Station Margaretengürtel. Zu den Bildern und Kindern, die sie gestalten ein wenig weiter unten.

Geburtstags-Fest

Der Park wurde Freitagnachmittag und -abend zum Festgelände. Die Mal- und Zeichenstation war nur eine. Auf der Bühne spielten die Gruppe Dana irische Musik, gefolgt von dem ersten Schwarzen Frauen-DJ-Duo Bad & Boujee sowie Kurdophone, einer Gruppe, die kurdisch-iranische Volksmusik mit Jazz und Klassik mischt. Dazwischen erreichten die trommelnden Futuñeras von anderen, nahegelegenen Orten des Festgeschehens den Park. Und sie leiteten das für viele Kinder sehr lustvolle Schlagen auf eine große, bunt-leuchtend-glitzernde Piñata ein. In Mittelamerika, vor allem Mexiko sind sie DAS Geburtstagsgeschenk. Im Inneren der Pappmasche- oder Kartonkugeln (früher mit Papier umwickelte Tontöpfe) warten Süßigkeiten, die herausfallen, wenn die Kugel durch Holzstockschläge aufbricht.

Geburtstag, und zwar den 25., hatte die Initiative „Kulturen in Bewegung“, die eben seit ¼ Jahrhundert Kulturen – vor allem des globalen Südens der Welt – nach Wien und Österreich bringt bzw. den Austausch unterschiedlicher Kulturen fördert.

Comic-Workshop

Zurück zu den fantasievollen Comic-Zeichner:innen und -Maler:innen. Manche ließen sich von bekannten Charakteren anregen und erfanden neue dazu, wie Gabriel, der einen Bruder Spidermans erschuf. Noch viel lieber malte er allerdings eine Geisterkrake. „Kraken sind meine Lieblingstiere“, verriet er dem Reporter. – Dazu erschient übrigens demnächst ein geniales – nicht nur Kinder-Buch, demnächst auch auf dieser Homepage zu finden 😉

Die 16-jährige Rawan, die den Workshop mit-leitete, malte einen bunten Schmetterling als Körper eines Frauenfigur mit langen blonden Haaren. „Das ist Rapunzel und sie kann aus dem Turm wegfliegen!“, verriet sie Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr … „Auf Rapunzel bin ich gekommen, weil sie in der Schule immer zu mir sagen, ich sie eine Rapunzel mit schwarzen Haaren. Und ich wollte ihr Flügel malen, damit sie entkommt.“

Anti-Fake-News-Zeitung

Mit einer Comicfigur auf dem Stoff hatte auch Aylin (10) begonnen, die dann allerdings auf den schon genannten Tisch, Papier und Stifte auswich. Akribisch schrieb sie in Handschrift eine klitzekleine Zeitung mit dem Titel „Fake News“. Nein, diese 12-seitige Zeitung im A7-format (ein A4-Blatt drei Mal gefaltet) enthält keine falschen Nachrichten, sondern eine Auseinandersetzung damit. „Ich mag keine Fake News und halte sie für gefährlich. Es gibt zu viele davon. Ich schau immer, wenn ich was im Internet lese, ob ich das auch woanders finde und glaube nicht alles“, schildert sie ihre Motivation für das Heftchen, mit dem sie gerne aufklären möchte. Und sie packte diese Aufklärung in eine Geschichte ein, die wie ein Märchen beginnt: „Es war einmal ein Kind, das bekam einen Computer. Es dachte sich, ich werde im Internet einen Streich spielen. Es schrieb eine Lüge ins Internet. Am Anfang war es nicht schlimm. …“

Sie schreibe immer wieder Gedichte und würde gern Erzählerin werden“, vertraute die 10-Jährige dem Journalisten an.

Follow@kiJuKUheinz

kultureninbewegung.org