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Foto einer Doppelseite des Interview-Bandes "Laut und selbstbestimmt"
Foto einer Doppelseite des Interview-Bandes "Laut und selbstbestimmt"
24.07.2022

15, nein 16, Frauen, die Mut machen (können)

„Laut und selbstbestimmt“ – ein Sammelband mit Interviews mit Vorbildern in ihren (künstlerischen) Bereichen und als selbstbewusste Frauen.

„Girls just wanna have fun-damental rights“, ergänzt Rapperin Yasmin Hafdeh den Hit von Cyndi Lauper. Also nicht nur Spaß, sondern eben auch grundlegende Rechte wollen Frauen. Und das ist nicht zu viel verlangt. Sondern eben gleich viel.

Gut, ja, in den vergangenen 100 Jahren ist doch einiges weitergegangen in Sachen Gleichberechtigung der Geschlechter. Wenngleich erstens nicht überall auf der Welt und zweitens sind selbst dort, wo Gleichberechtigung gesetzlich verankert ist, diese in so manchen Bereichen nicht in der Wirklichkeit angekommen bzw. immer wieder sogar Rückschritte zu erleben – siehe aktuell das in den USA zurückgedrängte Selbstbestimmungsrecht von Frauen über ihren eigenen Körper (Abtreibungsverbote).

Aktuell zeigt die Fußball-Europameisterschaft (der Frauen) in England zwar zunehmende Anerkennung einer Sportart, die bis vor ein paar Jahrzehnten in einigen mitteleuropäischen Ländern (Deutschland) sogar verboten war, Fortschritte. Aber selbst ein vollbesetztes Stadion im Eröffnungs-Match ändert nichts an den Ungleichgewichten bei den Gagen. Wenngleich viele im Männerbereich sowieso jenseitig sind.

Wie sie wurden, was sie sind

Wie auch immer, um Selbstbewusstsein und sich zu Wort zu melden zu stärken, braucht es Vorbilder. Das Buch „Laut uns selbstbestimmt – wie wir wurden, wer wir sind“, versammelt Porträts von Frauen, die Mut machen (können). Manche von ihnen wuchsen schon im Umkreis sehr selbstbewusster Frauen auf, andere mussten sich dazu erst durchkämpfen. Die Autorin und Journalistin Sandra Jungmann, hat für diesen Sammelband 15 Frauen ausführlich und intensiv interviewt und daraus leicht lesbare, kompakte und doch teils tief gehende Lebensgeschichten verfasst, die jede für sich auch irgendwie exemplarisch sind, verschiedene Lebens- und Kulturbereiche repräsentieren.

Übrigens bitte ja nicht „stark“ verwenden, das findet eine der Porträtierten, Sophie Süßmilch (Künstlerinnen-Name), „zum Kotzen, weil er impliziert, dass Frauen diese Eigenschaften von Natur aus erstmal nicht haben“. Die Texte fokussieren auf den Werdegang – neben den jeweiligen Karrieren vor allem den zum Selbstbewusstsein – der Porträtierten; neben den schon genannten Hafdeh und Süßmilch noch (hier jetzt alphabetisch – Nachname) Verena Altenburger, Christl Clear, Sinah Edhofer, Melisa Erkurt, Irina – @toxische_pommes, Katja Lewina, Oula Khattab, Katharina Rogenhofer, Emilia Roig, Mithu Sanyal, Jaqueline Scheiber, Antje Schoemaker und Natascha Wegelin.

Steckbriefe

Am Ende der Text-Passage stellt die Autorin jeweils auch kurze steckbriefartig Fragen – nicht immer die selben. Mehrmals hingegen kommen vor: „diese Eigenschaft hatte ich vor zehn Jahren noch nicht“ bzw. „wäre ich Bundeskanzlerin, würde ich …“

In Wirklichkeit sind’s übrigens 16 Porträts – die Autorin beginnt in einer Art Vorkapitel auch mit einem Abschnitt über sich selbst – inklusive dem eben genannten Steckbrief. Und sie bringt sich in so manchen der Interviews mit den 15 Genannten auch selber immer wieder ins Spiel. Das eine oder andere Mal vielleicht ein bisschen zu viel.

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Titelseite des Interview-Bandes
Titelseite des Interview-Bandes „Laut und selbstbestimmt“
BUCH-INFOS

Text: Sandra Jungmann
Laut und selbstbestimmt – Wie wir wurden, wer wir sind
15 Porträts selbstbewusst gewordener Frauen
220 Seiten
Leykam Verlag
22 €

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