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Doppelseite aus dem Kinderroman "Voll erzählt"
Doppelseite aus dem Kinderroman "Voll erzählt"
02.09.2022

9,999.999 und dann?

Schüler Paul nimmt sich vor, bis zehn Millionen zu zählen – ohne Ende. „Voll verzählt“ ein rasanter Kinderroman über einen Angeber, der einmal was voll durchziehen will.

Bester Fußballer, Stärkster in der Klasse, schnellster Skater, Bester beim Singen, Zeichnen und in Mathe … das und noch viel mehr behauptet Paul Miller von sich. Glaubt ihm eh (fast) keine/r. Außer der jüngeren Schwester Elli. Die himmelt ihn an.

Aber in einem ist er wirklich Top: Fantasievoll angeben, worin der Nummer 1 ist – und warum’s gerade jetzt nicht so klappt.

„Aber weißt du, Paul, du kannst nicht immer nur so tun, also ob. Irgendwann glaubt dir niemand mehr auch nur ein einziges Wort!“ Das sagte eines Tages – in dem Fall schon auf der zweiten Textseite des rasant zu lesenden 150-Seiten-Roman für Leser:innen ab 9 Jahren – der ihm wohlgesonnene Mathe-Lehrer Mr. Clark. Der bewundert durchaus die Fantasie seines Schülers.

Und als an einem der Folgetage im Schulhof Mitschüler:innen davon erzählten, wie weit sie schon zählen können oder wo sie dabei hängen geblieben sind, hängte Paul wieder einmal seinen Rekord recht hoch: Bis 10 Millionen komme er. Und begann postwendend. Um sich von nichts und niemandem dabei unterbrechen oder aus der Ruhe bringen zu lassen.

Das störte so manch (anderen) Unterricht und die Direktorin Miss Hexx verabreichte ihm einen Brief an die Mutter. Würde Paul nicht aufhören zu zählen, dürfe er nicht mehr in die Schule. Zwischen irgendwie auch Bewunderung, vor allem aber Verzweiflung pendelte die Mutter. Sie könne ihn nicht allein zu Hause lassen, aber auch nicht ihren Job riskieren…

Unbeirrbar

Er schlich sich in die Schule, der Mathelehrer begann mit seinen Schüler:innen zu rechnen, wie lange Paul brauchen würde um jede einzelne Zahl bis zu 10,000.000 zu nennen. Auf fast ein Jahr kamen sie mit ihren Kalkulationen.

Paul ließ sich nicht beirren. Er wollte beweisen, einmal zeigen: Ich red nicht nur von Höchstleistungen, ich kann’s tatsächlich bringen!

Und wie wohlklingend er Zahl für Zahl von sich gab. Und diese begannen Gestalt anzunehmen, sich bei ihm anzustellen, zu leuchten, zu tanzen, Muster zu ergeben… Und sein Freund Waris filmte ihn hin und wieder dabei, stellte Videos auf Online-Plattformen. Eine Fangemeinde bildete sich, wuchs und wuchs, die berühmte Mathe-Professorin Mildred Gosling meldete sich und war mehr als begeistert. Wollte vor allem jenen Moment live miterleben, wenn er ihre Lieblingszahl 186.282 sagen würde – die Lichtgeschwindigkeit in Meilen pro Sekunde.

Bald hatte er die zehn Millionen erreicht – aber erst „nur“ an Aufrufen auf seinem YouTube-Kanal. So berühmt geworden, war es plötzlich die Schuldirektorin, die die konsequente Begabung „ihres“ Schülers zu vermarkten begann. Events beim 100.000-Sager, der ersten, zweiten und so weiter Million. Werbeverträge. Sie erklärte sich zur Managerin, drängte Freund Waris weg, exklusive Filmrechte verkaufte sie, bootete sogar Pauls Mutter und die Schwester aus. Sie, nur sie wollte sich den Erfolg auf ihre Fahnen heften…

Und natürlich musste prompt beim absoluten Mega-Event am Ziel etwas passieren, hieße der Roman doch nicht „Voll verzählt“. Aber was, und wie es danach weiterging, das sei hier sicher nicht gespoilert.

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Titelseite des Kinderromans
Titelseite des Kinderromans „Voll erzählt“
BUCH-INFOS

Text: Melvin Burgess
Übersetzung aus dem Englischen: Kanut Kirches
Illustration: Chris Mould
Voll verzählt
150 Seiten
Ab 9 Jahren
Verlag: Gulliver von Beltz & Gelberg
Hard-Cover: 13 €
eBook: 10,99€
Hörbuch: Download: 9,99 €; 2 CD: 14,09€

Zu einer Leseprobe geht es hier

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