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Bildmontage aus vreschiedenen Schriften mit dem Wort Glück und einigen Smilies
Bildmontage aus vreschiedenen Schriften mit dem Wort Glück und einigen Smilies
21.03.2022

Ganz „normale“ Eifersüchteleien in einem bissl komplizierten Familien-Patchwork

Autorin von „Randvoll mit Glück“ baut fast nebenbei eines der Kinder mit Trisomie 21 (Down Syndrom) ein.

Ein Fleckerlteppich sei das Leben, lässt Autorin Monika Feth den Opa von Bjarne, Erik und Suri im dritten Satz von „Randvoll mit Glück“ sagen. Vielmehr heißt’s in dem sehr flott zu lesenden, mit vielen durchaus turbulenten Wendungen gespickten, Roman „Flickenteppich“. Die meisten deutschsprachigen (Kinder- und Jugend-)Bücher sind sozusagen germanisch, in Österreich gebräuchliche Wörter kommen eher selten vor. Wie auch immer, der englische Begriff Patchwork ist ohnehin der viel treffendere für die Familienkonstellationen in diesem Buch.

Drunter und drüber

Die drei genannten Kinder haben – durchaus friedlich – getrennte Eltern, Vater eine neue Lebensgefährtin, die eine Halbschwester erwartet. Die Mutter hat ebenfalls einen neuen Lebenspartner. Und zu dem will sie mit den dreien ziehen. Was diese zunächst mit allen, teils abenteuerlichen Mitteln zu hintertreiben versuchen. Obendrein hat Mamas neuer Mann, mit dem sie sich bei dessen Besuchen durchaus gut verstehen, eine Tochter – was dem Trio lange verheimlicht worden ist.

Sie handeln mit ihrer Mutter einen Kompromiss aus: Ein halbes Jahr auf Probe in einem Nebengebäude des nahegelegenen Schlosses, dessen Verwalter dieser Mann ist, zu wohnen. Wenn’s nicht passt, willigt die Mutter ein, würden sie in ihr bisheriges Haus zurückkehren.

„Besonders“ …

Soweit die Rahmenbedingungen. Amy, die Tochter des Schlossverwalters, die sich auch die Zeit bei Mutter und Vater teilt, wird als „besonders“ bezeichnet. „Das fand Amy auch. Nur besondere Menschen wohnen in einem Schloss.“

Doch das meinten weder die Eltern noch andere Menschen, wenn sie dieses Wort verwendeten, manche verspotteten sie gar oder starrten sie komisch an. Dabei fehlte Amy nichts, sie hatte sogar etwas mehr – ein Chromosom zu viel, beim 21. unserer 23 Chromosomenpaare hatte sie eins mehr, ein drittes – Trisomie 21, oft auch als Down Syndrom bezeichnet. Das bewirkte, dass ihr manche Dinge schwerer fielen, sie langsamer lernte, dafür in anderen Bereichen stärker war – feinfühliger und gefühlsmäßig offener.

Wie auch immer, in manchen der Szenen der Ereignisse spielte das eine mehr oder minder große Rolle – etwa als sich gegen Ende des Buches Amy – auf Drängen Suris – über ein unbedingtes Verbot ihres Vaters hinwegsetzte und es zu einer gefährlichen Situation kam – mehr sei nicht verraten. Schließlich soll eine Buchbesprechung nicht allzu viel spoilern. Dass natürlich alles happy endet, versteht sich von selbst – nicht zuletzt wegen des Titels.

Ganz normale Troubles

In Wahrheit aber spielt Amys „Besonderheit“ gar keine so große Rolle – außer, dass ihr selber diese ziemlich auf die Nerven geht, will sie doch einfach ganz „normal“ behandelt werden. Vor allem dreht sich der Roman um die Annäherung des Trios mit Amy samt Eifersüchteleien zwischen Amy, Suri und deren bester Freundin Pam, um Suris Angst vor Pferden und deren Überwindung und das Eingewöhnen in neuer Umgebung.

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Titelseite von
Titelseite des Romans für junge Leser:innen: „Randvoll mit Glück“
INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Text: Monika Feth
Randvoll mit Glück
258 Seiten
Ab 10 Jahren
Verlag: CBJ
14 €
Hörbuch (CD): 17,99 €
eBook: 13,99 €

Zu einer Leseprobe geht es hier

Doppelseite aus dem Jugendbuch "Mein Plan B oder Wie ich zum ersten Mal Brausepulverkribbeln im Bauch hatte"
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