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Ausschnitt aus dem Buchcover "Therese Das Mädchen, das mit Krokodilen spielte" von Hermann Schulz
Ausschnitt aus dem Buchcover "Therese Das Mädchen, das mit Krokodilen spielte" von Hermann Schulz
16.12.2021

Schon vor 100 Jahren war das N-Wort eine Beschimpfung

Aus echten Teilen einer deutsch-afrikanischen Lebensgeschichte und fiktiven Ergänzungen machte der Autor in „Therese – Das Mädchen, das mit Krokodilen spielte“ einen Roman über Zeitgeschichte vor fast 100 Jahren.

Eine zufällige Begegnung vor mehr als 40 Jahren führte nun zur Geschichte eines deutsch-afrikanischen Lebens. Nein, Hermann Schulz schreibt in „Therese – Das Mädchen, das mit Krokodilen spielte“ nicht über eine Frau in Namibia, einem Gebiet Afrikas, das einst von Deutschland besetzt war.

Therese kommt als ganz junges Baby in Elberfeld (seit fast 100 Jahren Wuppertal) zu einem Ehepaar, das keine Kinder bekommen konnte. Das Mädchen ist die Tochter von Zirkuskünstler:innen, Schausteller:innen aus Togo (Westafrika), die durch die Lande ziehen auch als Art „Exoten“ ausgestellt wurden und zu einer Tour nach Russland eingeladen sind. Für diese Zeit will Thereses Vater sie behütet in Deutschland wissen. Über Vermittlung des örtlichen Pfarrers kommt Therese zu Helene und Fritz, sie sehr gläubig, er Sozialdemokrat.

Die beiden ziehen das Kind liebevoll und fördernd auf, kämpfen gegen alle rassistischen Anfeindungen, von denen ihnen die Tochter gar nicht alle erzählt. So nebenbei erfahren wir, dass selbst vor rund 100 Jahren schon das N-Wort, das im Buch als Art Roman seiner Zeit ausgeschrieben wird, kein feines war!

Therese genießt eine Ausbildung als Krankenschwester und Pädagogin, leitet ein Heim für Waisenkinder und -jugendliche nach dem ersten Weltkrieg und erlebt die stärker werdende Nazi-Bewegung, weshalb sie mit ihrem Bruder, der eines Tages auftaucht – die Eltern bleiben mit Ausnahme einer kurzen Episode verschollen – nach Togo flüchtet.

Dort lernte sie der Autor zufällig 1977 beim Anstellen vor einer Supermarktkassa kennen. Aus einer laaaaangen Erzählung dieser damals schon älteren feinen Dame – und so manch fiktiver Szene entstand dieser nun erschienene Roman. „Es ist keine Biografie der Therese William geworden, dazu waren viele Teile ihrer Erzählung zu unvollständig. Vieles schrieb ich, „wie es gewesen sein könnte“!“, gesteht der Autor im Nachwort der spannenden (möglichen) Lebensgeschichte.

Follow@kiJuKUheinz

Eine kürzere Version dieses Beitrages ist zuerst im Heft Buchkultur spezial Sonderheft Winter 2021 erschienen.

Titelseite des Buches
Titelseite des Buchs „Therese – Das Mädchen, das mit Krokodilen spielte“
BUCH-INFOS

Hermann Schulz
Therese – Das Mädchen, das mit Krokodilen spielte
ca. 300 Seiten
Ab 13 Jahren
DTV
Gebundene Ausgabe: 17,95 €
eBook: 14,99 €
Zu einer Leseprobe geht es hier

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