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Szenenfoto aus dem Ausschnitt "Geisterstunde" von vanderbolten.production beim "Schaufenster" im Rahmen des Jungspund-Festivals 2026
Szenenfoto aus dem Ausschnitt "Geisterstunde" von vanderbolten.production beim "Schaufenster" im Rahmen des Jungspund-Festivals 2026
10.03.2026

Theatergeister und Kinder in Tiergestalt

Am letzten Tag des Theaterfestivals für junges Publikum im Ostschweizer St. Gallen zeigen Gruppen Ausschnitte neuer Stücke, die teils erst im Entstehen sind; KiJuKU-Berichte von Jungspund, Teil 7.

„Schaufenster“ nennt das zweijährlich im Ostschweizer St. Gallen stattfindende Theaterfestival für junges Publikum „Jungspund“ den ausgedehnten Vormittag am letzten Tag. Gruppen oder Häuser aus der Schweiz zeigen jeweils rund zehnminütige Ausschnitte aus aktuellen Stücken, schon fertigen oder von solchen, die gerade erst im Entstehen sind, entwickelt werden und sich vor allem – aber wie generell bei guter Kunst nicht nur – an Kinder und / oder Jugendliche richten.

Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… wurde vom „Jungspund“-Festival für mehrere Tage, auch dem letzten, eingeladen. In diesem Beitrag, aber auch weiteren Berichten werden die dabei insgesamt neun Stücke vorgestellt; eingeladen sind jeweils zehn, ein Theater (Teatro Pan mit „Piccoli universi sentimentali“, ab 3 Jahren) musste leider absagen. Um keine eeelendslange Scroll-Latte hier anzulegen, werden die Ausschnitte auf mehrere Beiträge – altersmäßig gestaffelt – aufgeteilt; beginnend mit den Jüngsten, zwei Stücken für ab 4-Jährige.

Geisterstunde

Geister – einerseits flößen sie Angst ein, andererseits lieben viele Kinder Gespenstergeschichten und -spiele. Und in der Doppeldeutigkeit brauchen doch alle gute Geister, auch Theater(-häuser). Ähnliche Überlegungen könnten Pate gestanden haben bei „Geisterstunde“ von vanderbolten.production.

Ein Trio aus Theatertechnikerin, Kostümbildnerin und Intendant – Luna Schmid, Natalina Muggli, Max Gnant – spielt Künstler:innen, die sich vor dem Poltergeist, der hier haust, doch eher fürchten. Was sie vor allem mit diversen Musik- und anderen Instrumenten, mit denen sie diese Ängste hör- sowie über Körper- und Gesichtsbewegungen sichtbar machen, ausdrücken. Sie schaffen es, mit dem Poltergeist zu kommunizieren. Und kommen drauf, der will ausziehen.

Aber ohne (gutes) neues Gespenst? Was gäbe das denn, wenn Bühnen „von allen guten Geistern verlassen“ wären? Also, auf, einen neuen Geist zu suchen – und hoffentlich – finden. Dafür soll, so das Versprechen, auch das Publikum einbezogen werden.

Menschen in Tiergestalt

Fast ein wenig schüchtern steht er da – neben einem Tisch mit einer Bildcollage eines Birnbaums, die Saiten einer Ukulele anspielend kündigt Michael Huber „e luschtigi eigenartigi Gschicht“ an. „Zämme – n – es Viech si“ (zusammen das Tier sein) ist die Dramatisierung eines (nicht nur Kinder-)Buchklassikers von Tomi Ungerer „Das Biest des Monsieur Racine“ (erstmals 1972 erschienen).

Huber, der wie er sagt, seine Stücke zuerst immer im regionalen Schweizer Dialekt spielt, diese aber später auch auf Französisch und im kommenden Jahr auf Hochdeutsch zeigen will, „übersetzt“ diese einigermaßen schräge Bilderbuchgeschichte in Figurenspiel auf kleinstem Raum. Auf dem besagten Tisch führt er, von dem auch Idee, Konzept, Figuren- und Bühnenbau stammt, den älteren Zahlenfuchs Racine (pensionierter Steuereintreiber) vor seinem Birnbaum auf und ab, stolz auf die Früchte seines Baumes, die besten von ganz überhaupt.

Doch als Flora und Sami, zwei Kinder aus der Nachbarschaft, ihn um eine Birne fragen. Nix da. So weeeertvoll, unerschwinglich. – Na, Sie könnten uns doch eine schenken!?
Na das schon gar nicht.

Da lässt Tomi Ungerer die beiden Kinder zu einer List greifen, die Huber natürlich auch in eine weitere Handpuppe ummünzt: Aus Decken basteln sich die Kinder ein ungeheures monsterartiges Tier, das einfach Birnen klaut. Detektivisch ist der werte Herr Racine überfordert – solche Fußspuren? Und… es kommt zu einer doch recht überraschenden, bei Tomi Ungerer, dem Schöpfer dieses Buches, aber durchaus nicht ungewöhnlich;)

Compliance-Hinweis: Die Berichterstattung kann nur erfolgen, weil das Festival „Jungspund“ Kinder I Jugend I Kultur I und mehr … für vier Tage nach St. Gallen (Schweiz) eingeladen hat.

kijuku_heinz

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Mehr Informationen
INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Geisterstunde

Vanderbolten; ab 4 Jahren

Konzept / Performance: Max Gnant
Konzept / Bühne / Licht: Lea Niedermann
Konzept / Künstlerische Leitung / Text: Fiona Schreier
Performance: Max Gnant, Luna Schmid, Natalina Muggli

Dramaturgie / Musik/ Coaching Puppenspiel: Sarah Calörtscher
Theaterpädagogik: Annina Mosimann Olivia Stauffer
Produktionsleitung: Delia C. Keller
Oeil Exterieur (Auge von außen = dramaturgisch Beratung): Johanna Benrath

vanderbolten.ch

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Zämme-n-es Viehch si

Figurentheater Michael Huber; ab 4 Jahren

Idee, Konzeption, Produktion, Figuren- und Bühnenbau, Spiel: Michael Huber
Künstlerische Beratung: Agnès Limbos, Peter Rinderknecht, Dominique Enz, Matthieu Rauchvarger
Kostüm: Suzanne Nketia
Assistenz: Caroline Krajcir
Figurentheater Michael Huber –> zämme-n-es Viehch si

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Jungspund

Theaterfestival für junges Publikum St. Gallen (Schweiz)
Jungspund.ch