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Szenenfoto aus dem Kinofilm "Hilfe, ich habe meine Freunde geschrumpft"
Szenenfoto aus dem Kinofilm "Hilfe, ich habe meine Freunde geschrumpft"
30.08.2021

Der junge Schauspieler hinter der Figur des „Schrumpf“-Kings

Interview mit Oskar Keymer (21), der auch im dritten Teil der Serie „Hilfe, ich habe meine … geschrumpft“ die Hauptrolle des Jungen spielt, der andere auf Spielfigurengröße zaubert.

Im dritten Teil der Verkleinerungszauber-Serie, diesmal „Hilfe, ich habe meine Freunde geschrumpft“, der Anfang September in die österreichischen Kinos kommt, erlernt Felix Vorndran die Beherrschung des Schrumpf-Zaubers. Weil er Melanie, die Neue in der Klasse, ganz interessant – und noch ein bisschen mehr – findet, während alle anderen ihr gegenüber sehr skeptisch sind, lässt er seine engsten Freundinnen und Freunde – Ella, Robert, Chris und Georg – auf Mini-Spielfigurengröße schrumpfen. Das ergibt spannende, actionreiche Szenen – Highlight: Wenn die vier auf einem Skateboard, das mit einem Seil an einem Auto hängt, über die Straßen rasen und noch viel gefährlicher, wenn sie von scharfen Beyblades-Kanten in einer Schachtel, die zur Arena wird, bedroht sind. Kinostart in Österreich: 3. Spetember 2021.

Szenenfoto aus dem Kinofilm

Oskar Keymer, der im November 21 wird, spielt den Schrumpf-Meister. Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr … führte mit ihm ein Online-Video-Interview.

In deiner doch schon sehr langen Liste steht, dass du schon mit rund acht Jahren dein ersten TV- und Filmdrehs hattest. Wie kamst du zur Film-Schauspielerei?
Oskar Keymer: Wir hatten in der Schule ein Projekt, bei dem ein Zirkus zu uns gekommen ist und mit uns eine Aufführung gemacht hat. Ich hab den Clown gespielt. Da hab ich gemerkt, ich find das klasse, Leute zu unterhalten, Texte zu lernen, einfach Rollen zu verkörpern.

Danach hab ich zu meinen Eltern gesagt, ich würd jetzt gern einmal in einem Film mitspielen. Da sagten sie: „Alles klar, aber du spinnst!“

Ich hab gemeint: „Aber, das geht doch irgendwie.“

Ein paar Wochen später kam eine Agentur zu uns in die Grundschule und Komparsen für eine Folge von „Alarm, Cobra 11“ gesucht. Ein paar Kinder, darunter auch ich, haben dann als Statisten mitgespielt. Bei diesem Dreh hat der Agentur-Chef gefragt, ob ich nicht Lust hätte, einmal etwas „Richtiges“ zu machen. Hab ich gesagt: Na klar!

Kurz darauf hab ich einen Werbe-Spot für SuperRTL gedreht und bald danach kam das erste Casting für „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft!“

Szenenfoto aus dem Kinofilm

Zwischen Zirkus-Clown und Schauspiel vor Kamera ist ja doch ein großer Unterschied. Wolltest du dann nicht zuerst eher zum Zirkus oder ist es vor allem darum gegangen, in andere Rollen zu schlüpfen?
Oskar Keymer: Mir war von Anfang an klar, dass es nicht so einfach ist mit Zirkus, vor allem mit sieben, acht Jahren. Zirkusse reisen um die ganze Welt, sind mal d und dann wieder dort. Mein Papa hat mir dann erzählt, dass er früher mal Stuntman war und gesagt, probier doch mal Schauspielerei aus.

Ab wann hattest du den Gedanken, dass dies möglicherweise dein Beruf werden könnte?
Oskar Keymer: Klar ist das nie, immer noch nie. Klar, nach dem ersten Kinofilm denkst du: Cool, jetzt bin ich voll im Business. Aber das ist ja Schwachsinn. Als Schauspieler suchst du immer deine Jobs. Richtig klar, dass das dein Beruf ist: Nie. Es kann immer was dazwischen kommen. Ich hab schon Lust drauf, aber das funktioniert ja nicht immer.

Szenenfoto aus dem Kinofilm

Und jetzt, ist es die Berufsperspektive?
Oskar Keymer: Es ist mein Berufswunsch, aber was die Zukunft bringt, weiß man nie. Ich weiß das auch nicht. Ich bin mir selber nicht so sicher, ob ich das mein Leben lang … – doch, da bin ich mir ziemlich sicher. Aber es sind halt so unterschiedliche Leben. Grade wenn ich da mit meiner Mutter für zwei Monate zu einem Dreh gefahren bin. Man kriegt da ja, sorry, wenn ich das so sagen muss, aber man kriegt da ja den A… nachgetragen und kann machen was man will. Und wenn man dann wieder zu Hause ist, muss man alles selber machen, die Wäsche, kochen und Schule gehen. Das sind halt zwei unterschiedliche Parallelwelten.

Ist dieser Switch von Mal zu Mal leichter geworden?
Oskar Keymer: Ich wurde zu Hause ganz gut aufgefangen. Meine Mutter hat mir auch beim Dreh immer gesagt: „Lass dich nicht so verwöhnen, guck, dass du selber viel machst. Nicht, dass du denkst, dass du jetzt was Besonderes bist und dir alles nachgetragen wird!“

Dieser Switch war daher nicht so das Problem. Aber nach dem Dreh – da sind ja gut 50 oder 60 Leute vor und hinter der Kamera – sieht man das Team nicht mehr. Da ist man gut acht Stunden pro Tag zusammen, das wird ja irgendwie wie eine Familie. Das ist danach dann immer ein bisschen schade und traurig.

Gruppenfoto einiger HauptdarstellerInnen aus dem Kinofilm

Zurück zu den Parallelwelten: War das nach dem ersten Kinofilm wo wie „Hilfe ich bin ein Star, holt mich hier raus“? Wie reagierte deine Klasse?
Oskar Keymer: Es ist wichtig, sich im Umgang mit anderen ganz normal zu verhalten. Das muss man ja beim Dreh auch, wenn man was hinter der Birne hat. Dann weiß man selber: Du darfst halt nicht abheben. Und wenn man arrogant sein will, dann ist das einfach Sch… und das macht man nicht. Ich hab mich nie doof zu andere Leuten verhalten. In der Schule war das natürlich auch für alle neu, dass da ein Mitschüler zwei Monate nicht da ist, weil er einen Film dreht.

Gab’s auch mal die Überlegung Schauspiel könnte auch auf Theaterbühnen sein?
Oskar Keymer: Natürlich hab ich das mal überlegt, wenn keine Aufträge von Filmen kommen. Ich habe aber mit Schauspielern gesprochen, die schon älter sind und erfahren – das sind eigentlich andere Berufe. Am Theater musst du von Anfang an funktionieren, beim Film kannst du einen Take wiederholen, besser machen.

Theater macht bestimmt Spaß, aber ich will eher vor Kamera stehen, Leute herum haben, die mir Tipps geben, was ich besser machen könnte.

Szenenfoto aus dem Kinofilm

Gibt es Traumrollen, die du gerne einmal spielen würdest?
Oskar Keymer: Ganz viele, wenn man selber gerne Filme guckt. Dann kommt oft der Gedanke, das und das wäre cool gewesen, wenn man das hätte spielen dürfen. Ich würde gern mal in einem Tatort mitspielen, weil mich das interessiert, wie das gemacht wird. Oder in einem Film von Quentin Tarantino – der weiß einfach, was er tut. Seine Filme gefallen mir alle gut. Zur Unterhaltung find ich James Bond auch super.

Bei einem Tatort würdest du lieber einen Bösewicht oder einen Kommissar spielen?
Oskar Keymer: Den Bösewicht zu spielen ist immer super.

Zurück zu den „Schrumpffilmen“, zwischen dem ersten und dem nunmehr dritten liegen gut sechs Jahre dazwischen. Was war für dich anders?
Oskar Keymer: Die Filme sind so mit der Zeit mitgegangen. Im ersten Teil sind wir alle noch kleine Kinder, darauf war auch die Geschichte mehr fixiert. Im dritten Teil sind wir alle Jugendliche, Teenager mit erster Liebe und anderen Problemen. Ich finde, die Filme sind mit uns Darstellerinnen und Darstellern mitgegangen.

Du hast hier viel Macht …
… die ich Film ein bisschen doof genutzt habe.

Oskar Keymer
Oskar Keymer „zivil“

Wie würdest du im richtigen Leben mit Macht umgehen?
Oskar Keymer: Ich ab mich nie gefragt, wie ich damit umgehen würde, könnte ich wirklich Menschen schrumpfen lassen. Das ist ja fiktiv. Aber wenn, dann wäre ich schon respektvoll, würde aber mehr ausprobieren als Felix.

Und wenn du echte Macht hättest?
Oskar Keymer: Man muss schon respektvoll damit umgehen. Wenn man den Dicken markiert und sagt, ihr müsst alles machen was ich will – damit kommt man nicht weit. Man muss respektvoll mit den anderen umgehen. Es sollte ja auch ein Chef respektvoll mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgehen und vielleicht auch selber mal den Besen in die Hand nehmen.

Screenshot aus dem Online-Video-Interview: Oskar Keymer links und KiJuKU-heinz rechts
Video-Interview: Filmschauspieler und Noch-Schüler Oskar Keymer und Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr …-Journalist Heinz Wagner

Hast du neben Schauspiel noch (andere) Hobbys?
Oskar Keymer: Vieles kommt zu kurz. Lange Zeit war ich Leistungsschwimmer. Das liegt aber leider aufgrund von Corona auf Eis. Und durch Drehs wurde es auch immer wieder hinten angestellt. Meine bevorzugte Lage war Freistil, also Kraulen, ich bin aber auch viel Rücken geschwommen und ab und zu auch Schmetterling/Delfin, aber alles nie über einen Kilometer, also alles bis 40 und 800 Meter.

Ich hab dann auch lange Schlagzeug gespielt und geh mit Freunden oft ins Fitness-Studio. Jetzt kurz vorm Abitur geht sich das alles aber nicht so leicht aus mit dem vielen Schulstoff. Ich hab aber Lust bekommen, Gitarre zu lernen, weil mein Papa das ganz gut kann und auch mit Freunden in einer Band spielt, die immer wieder mal Auftritte haben.

Gibt es weitere Filmprojekte?
Oskar Keymer: Ja, ich dreh grade eine Serie für RTL, aber da ist alles noch geheim.

Danke für das Interview.
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