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Künstlerische Assistentin erklimmt die Leiter,um den Leiter ins richtige Licht zu rücken
Künstlerische Assistentin erklimmt die Leiter,um den Leiter ins richtige Licht zu rücken
20.02.2026

Improvisieren bis zuletzt im „abgebrannten Haus“

Launiger Einstieg zum Mediengespräch mit dem neuen Leiter der freien Bühne Wien, vormals Wieden.

„Das Logo ist wichtig! Heller, nein dunkler“, bittet Gernot Kranner. Er steht wenige Minuten vor der Pressekonferenz zur (Wieder-)Eröffnung der Freien Bühne Wien, vormals – 50 Jahre lang – Freie Bühne Wieden (Name des 4. Bezirks von Wien) auf „den Brettern, die die Welt bedeuten“. Seine Bitten spricht er nach hinten in den Bühnen-Backstage-Bereich. Nachdem von dort aus die Lichtregler nicht ganz optimal einzustellen sind, kommt die künstlerische Assistentin Stefanie Gutmann mit einer Leiter und justiert Scheinwerfer und Spots händisch, live und analog im Scheinwerferlicht der schon aufgebauten Kameras.

Blick auf die Uhr, ins Handy, auf papierne Unterlagen, Barhocker zurecht rücken. „Werf ich eh nicht zu viel Schatten durch meinen Hut?“, so der neue Intendant und Tausendsassa. Irgendwie charmant improvisiert wirkt so manches.

Das neue, alte – nunmehr ohne Subventionen auskommen müssende – Theater lebt auch davon, dass wie bei kleinen freien Gruppen fast alle fast alles machen (müssen). So wie eingangs die künstlerische Assistentin auf der Leiter Lichter richtet, so hat Jung-Regisseur Sebastian Kranner noch nächtens Schilder gemalt für Dario Fos „Bezahlt wird nicht“.

„Abgebrannt“

Übrigens liegt das Theater im Gebäude eines ehemaligen Klosters, später Wohnsiedlung für Arme sowie Siechenhaus. Diese damaligen Gebäude – heute Wiedner Hauptstraße 60 bis 62 bzw. ums Ecke Große Neugasse 1 – wurden im 19. Jahrhundert abgebrochen. „Sie (die Siedlung) trug aus nicht ersichtlichen Gründen die Bezeichnung „Abgebranntes Haus“ (wien wiki, unten verlinkt). Was übrigens noch heute in einem Schriftbogen über der Holztür des Hauses Große Neugasse 1 steht.

„Abgebrannt“ ist auch ein Altwiener Ausdruck für kein Geld haben. Womit sich der Kreis zur Freien Bühne Wien schließt. Mindestfixkosten – Miete, Energie, Versicherung usw. -3500 Euro pro Monat. Ziemlich genau so viel hat, so erzählte Kranner während des Mediengesprächs mehrfach, er über Spenden – zwischen 15 und 500 € – bisher eingenommen; die Tickets werden zwischen 25 und 45 € kosten, Ermäßigungen bis runter zu 15 Euro.

kijuku_heinz

freie bühne wien/wieden

wienwiki –> Abgebranntes_Haus

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Freie Bühne Wien

1040, Wiedner Hauptstraße 60 B, 1. Stock
Telefon: 0664  372 32 72
freiebuehnewieden.at

Noch fehlt der Spielplan, Start 27. und 28. Februar 2026 – siehe Text oben.