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Screenshots aus den vier Filmen von Kindern/Jugendlichen zum themenschwerpunkt "Weltansichten" bei den 25. video- und Filmtagen in Wien
Screenshots aus den vier Filmen von Kindern/Jugendlichen zum themenschwerpunkt "Weltansichten" bei den 25. video- und Filmtagen in Wien
11.10.2021

Kinder retten – in eigenen Filmen – die Welt…

Einer der Themenschwerpunkte bei den 25. Video- und Filmtagen mit Filmen von Kindern und Jugendlichen widmete sich u.a. Umweltthemen.

Mehr als fünf Dutzend Filme liefen in den vergangenen Tagen über die große Leinwand im Wiener Uraniakino. Das Besondere: Alle stammen aus Händen und vor allem Köpfen von Kindern und Jugendlichen. Bereits zum 25. Mal fanden die Video- und Filmtage im Cinemagic, dem Kinder- und Jugendkino, das seit einigen Jahren nun hier beheimatet ist, statt.

Spiel- und Trickfilme, Einzeleinreichungen und Schulprojekte, Freund:innen, die gemeinsam drehen oder Filmefans, die sich in früheren Jahren dieses Festivals kennengelernt haben, zeigen ihre Arbeiten, diskutieren mit dem Publikum darüber und bekommen live im Kino Feedback von Profis aus dem Filmbusiness.

Über alle Filme – abgesehen davon, dass ich leider gar nicht alle gesehen habe – kann hier nicht berichtet werden, vorläufig sei ein inhaltlicher Schwerpunkt herausgegriffen. Die Organisator:innen vom wienXtra-Medienzentrum, wo nicht nur eingereicht wird, sondern wo es auch Workshops oder Equipement-Unterstützung gibt, haben die Filme zu thematischen Blöcken zusammengefasst. Sonntagnachmittag stand u.a. im Zeichen von „Weltansichten“.

Anna, Lena, Emil, Hannah, Martin und Matilda (alle ungefähr 12 Jahre) aus der jahrzehntelangen Wiener Gesamtschule (Mittelschule sowie (Oberstufen-)Realgymnasium) hatten einen vierminütigen Animationsfilm „Wir retten die Welt“ produziert. Fast herzzerreißend, wenn der kleine Eisbär von seiner Familie getrennt wird, weil due Klimaerwärmung die gemeinsame große Eisscholle zerbrechen lässt. Auch wenn das Auftauchen eines Pinguins sozusagen am falschen Pol verwirrend ist, überzeugte das Ende auch die Jury im Kino: Plötzlich greifen menschliche Hände ins Zeichentrickgeschehen ein, um für Rettung zu sorgen. Als Hinweis, dass der Klimawandel kein Naturgesetz ist, von Menschen gemacht, aber auch – hoffentlich noch – gestoppt werden könnte.

Übrigens wurde dieser Film in der Kategorie U19 beim berühmten Ars Electronica Festival in Linz Anfang September ausgezeichnet.

Rettung der Welt stand auch im Zentrum eines weiteren Trickfilms aus der genannten Schule: „Das unmögliche Computerspiel“ hatten sich Yaara, Valentina, Milan, Finn, Ali Kaan, Raffaela und Pascal ausgedacht, gezeichnet, ausgeschnitten, collagiert, fotografiert und zu einem 3 ½ Minuten Animationsfilm zusammengeschnitten. Eigentlich will die Klasse mit einem Raumschiff zum Schulausflug auf den Mars aufbrechen. Star-Wars-Melodie begleitet einen Alien-Angriff auf die Erde. Reingeschnitten Nachrichtenbilder von Katastrophen auf unserem Planeten – viele von Menschen gemacht. Also sind die Schüler:innen gefragt, unseren Planeten zu retten. „Game over“ oder nicht?

Screenshot aus
Screenshot aus „Das Rot der Erde“

Idylle pur. Eine wiese voller roter Mohnblumen. Ein Mädchen pflückt – in Gedanken versunken und zu romantischer Musik – einige davon. Bis plötzlich in ihren Gedanken so manche Katastrophenbilder – aus Videonachrichten und TV-Sendungen auftauchen…

„Ich beschäftige mich viel mit Klimaschutz und Umweltfragen“, sagt die 13-jährige Eva Kirschner (Sportmittelschule Schwanenstadt, Oberösterreich), Filmerin von „Das Rot der Erde“, einem fast dreiminütigen Spielfilm. Und sagt damit so viel aus, wobei sie bewusst einen Pulli mit dem Spruch „Nothing to say“ (Nichts zu sagen) anhat.

Ein poetischer, aufrüttelnder Film – ganz ohne Zeigefinger, der Zuschauer:innen stark emotional anspricht.

Screenshot aus
Screenhsot aus „Muttermal“

Eine heftige Geschichte hatten sich Jugendliche eines Filmprojekts der Schüler*innenschule im WuK (Werkstätten- und Kulturhaus) ausgedacht und überzeugend im 8 ½-minütigen Spielfilm „Muttermal“ erzählt. Unter Muttermalen verbergen sich Computer-Chips. Für einen Jugendlichen, dem anfangs die andere nicht glauben, endet die Geschichte sogar tödlich. Und trotz der Tragik bauten Adjoa Ackwonu, Magdalena Schmied, Leon Adelmeier, Tim Turk und Johannes Helm immer wieder humorvolle Szenen und Witz in diese subtile Kritik an Verschwörungstheorien ein.

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