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Szenenfot aus "Buh"
Szenenfot aus "Buh"
25.05.2022

Spielfreude und -Lust mit Monstern – auf der Bühne und im Publikum

„Buh“ von Theater Nuu bis 28. Mai 2022 im Wiener WuK (Werkstätten- und Kulturhaus).

Ein jahrzehntelanges Geheimnis wird im jüngsten Kinderstück von Theater Nuu im Wiener WuK (Werkstätten- und Kulturhaus) gelüftet. In diesen Räumen, Gängen und – wahrscheinlich auch in der Luft oder im Hof – treibt sich ein Monster herum – namens Wukla. Für einen er hält die große, furchtlose Monsterjägerin (Laura-Lee Jacobi) dieses. Das Verschwinden einer ehrenamtlichen Technikerin sowie eines Kindes seit auf Wuklas Wirken zurückzuführen – wird einleitend aus dem Off fast schauerlich erzählt.

Monstermäßiger Spaß für Kinder

Doch dann haben alle Kinder – zumindest jene der vormittäglichen Vor-Premiere – fast durchgängig Spaß am (Schau-)Spiel teilweise mit Musik, namens „Buh“. So heißt das Stück, das in einer Art Kinderzimmer mit vielen Leintüchern, Kisten, Schachteln und so nach und nach auftauchenden Bällen und Kugeln und noch so allerhand Zeugs spielt. Die angeblich furchtlose Monsterjägerin erzählt Heldinnengeschichten, welch grausame Wesen sie schon mit ihrer Waffe, einer Gurke, besiegt hat. Die Kinder im Publikum kennen so manche der Bestien. Als sie Medusa erwähnt, schallt es ihr aus den Publikumsriehen schon mehrfach entgegen „die kenn ich“. Auch dass diese Schlangen statt Haaren auf dem Kopf hat, schreien ihr jungen Besucher:innen schon entgegen, bevor sie’s ausspricht.

Szenenfot aus
Szenenfot aus „Buh“

Schachtel-Geheimnisse

Als Art Gegenspielerin der Monsterjägerin tritt Sarah Gaderer als Expertin im Arbeits-Overall auf, holt so manche Flunker-Geschichte ihrer Mitspielerin auf den Boden der Tatsachen zurück, steigt aber doch immer wieder auf ihr Spiel ein – nur bei einem kennt sie (fast) kein Pardon. Sie legt – fast immer – Wert darauf, dass Wukla eine sie ist.

Aus manchen der Schachteln holen sie Geheimnisse hervor, andere werden zum Bau eines Koffermonsters, das gegen gurken allergisch ist. Und eine noch größere Schachtel eröffnet den Weg in die Dunkelheit und … – nein zu viel sie nicht verraten.

Szenenfot aus
Szenenfot aus „Buh“

Rockige Lieder

Lediglich noch, dass der für seine rockig angehauchten Kinderkonzerte bekannte Matthäus Bär, der nicht nur Text und Lieder für das Stück beigetragen hat, auch gegen Ende selbst in Erscheinung tritt und mitspielt – und viele Gurken im Spiel sind.

Das letzte Wort hatte hingegen – spontan – ein Kind aus dem Publikum. Als der Applaus für das Trio auf der Bühne und die Mitwirkenden hinter den Kulissen (

Und dass „Buh“ Teil einer Trilogie von Theater Nuu rund um „Unbekanntes“ ist, zu der auch „La bum“ und „Blub“ gehören und damit lustvoll und spielfreudig Ängste thematisieren und (schau-)spielerisch Wege suchen und finden, wie mit solchen umgegangen werden kann, um sie durchaus auch besiegen zu können.

Szenenfot aus
Szenenfot aus „Buh“

Angepasste Namen

Ach, und noch etwas sei verraten, das die Gruppe dem Rezensenten anvertraut hat: „Wenn wir woanders spielen, dann kriegt das Monster natürlich einen anderen Namen, der sich auf den jeweiligen Spielort bezieht.“

„So schaut kein Geist aus!“

Und noch was, das aber „nur“ dem Rezensenten im Zusammenhang mit einer rund zehn Jahre zurückliegenden Geschichte zusammenhängt. Eine Wiener Volksschullehrerin verunsicherte eine rund 8-jährige Schülerin. Sie hatte als einzige bei der Aufgabe „Geist zeichnen“ ein Fantasiewesen und nicht den klassischen Leintuch-Geist gemalt. „So schaut doch kein Geist aus!“, hatte ihr die Lehrerin vorgehalten. „Das Glück dieses Mädchens: Ihre Eltern statteten der Lehrerin einen Besuch ab, um sie zu fragen, woher sie denn wissen wolle, wie ein Geist ausschaue!“, habe ich damals diese Story (im Kinder-KURIER) beendet – die ganze Geschichte gibt’s hier.

Follow@kiJuKUheinz

3 Monster- bzw. Geister - Sujetfoto zum Kindertheaterstück
3 Monster- bzw. Geister – Sujetfoto zum Kindertheaterstück „Buh“
INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Buh

Theater Nuu und Matthäus Bär
Ab 5 Jahren; ¾ Stunde

Spiel:
Monsterjägerin: Laura-Lee Jacobi
Monsterfachfrau: Sarah Gaderer
Musiker, Monster: Matthäus Bär
Musik: Matthäus Bär
Künstlerische Assistenz: Tara Luger
Ausstattung: theater.nuu
Bühnensupport: Michael Haller

Wann & wo?

Bis 28. Mai 2022
WuK (Werkstätten- und Kulturhaus): 1090, Währinger Straße 59
Telefon: 01 401 21-0

wuk -> buh/

theater nuu -> buh

Szenenfoto aus "Lust"
11.03.2022

Viva la Vulva!