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Szenenfoto aus "Breloque – Erinnerungen lost & found"
Szenenfoto aus "Breloque – Erinnerungen lost & found"
27.03.2022

Unterschätzt die Allerjüngsten nicht!

Internationaler Preis für Salzburger Theatermacherin für sehr junge Kinder, Myrto Dimitriadou, die auch das Toihaus gegründet und jahrzehntelang geleitet hat.

Ein wunderbar verspieltes, schräges Trio schafft „Breloque – Erinnerungen lost & found“ mit wenig Worten in verschiedenen Sprachen, viel Musik, tänzerischen Bewegungen unerwarteten Wendungen, Geräuschen, Tönen und Verwandlungen einen ganzen fantasievollen Kosmos. Mit diesem rund 3/4-stündigen Stück gastierte die Salzburger „Breloque Theater Group“ kürzlich im italienischen Bologna. Dort fand das Festival „Visioni di futuro, visioni di teatro…2022“ (also Zukunfts-Visionen) statt.

Überrascht

Nicht nur das Stück fand großen Anklang beim Publikum, das von Allerjüngsten bis zu Erwachsenen reicht, die sich auf durchaus ver-rücktes Spiel einlassen können. Die Gründerin, Myrto Dimitraodu, erhielt dort – für sie völlig überraschen – „ich war total perplex“ – einen internationalen Preis, benannt nach Valeria Frabetti. Die hatte mehr als zwei Jahrzehnte lang das Theater La Baracca sowie das Theater- und Kunstzentrum für Kindheit und Jugend in Bologna geleitet.

Foto von der internationalen Preisverleihung an Myrto Dimitriadou
Preisverleihung in Bologna

Grenzenlose Neugier

Für preiswürdig befunden wurde Dimitriadou, die in Salzburg das Toihaus Theater gegründet und 32 Jahre lang geleitet hatte, weil sie hartnäckig und beharrlich daran glaubt, „dass Theater für sehr junge Kinder seine eigene Würde hat, und dafür, dass sie einen Meilenstein in der Produktion von Kleinkindern darstellt“. Und zwar, weil sie auf „künstlerische Qualität“ setzt, „geleitet von einer grenzenlosen Neugier und dem Glauben, dass es für ganz junge Kinder keine „schwierigen Dinge“ gibt“ und „weil sie einfach nicht aufhört, poetisches Theater für die frühen Jahre zu machen, egal wie schwierig die Umstände und Zeiten sind“.

Schon das Toihaus Theater hatte unter Dimitriadous Leitung ab den Anfang 2000er-jahren auf Theater für die Allerjüngsten gesetzt. Nachdem sie das bekannte Haus in jüngere Hände übergab, gründete die Unermüdliche die oben schon genannte Gruppe Breloque (französisch für Charme) und erarbeitete als Regisseurin – gemeinsam mit „alten“ Bekannten aus der Toihaus-Zeit das oben beschriebene Stück: Mit dem Musiker Yorgos Pervolarakis, der Tänzerin Adriana Salles und dem Schauspieler Andreas Simma.

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Breloque – Erinnerungen lost & found“

Assitej

Myrto Dimitriadou hatte – gemeinsam mit der Dramaturgin am Theater der Jugend (Wien), Marlene Schneider – auch die Gründung der Österreich-Sektion der internationalen Kinder- und Jugendtheatervereinigung Assitej initiiert. Deren Vorstandspreis sie Jahre später (2014) bekommen hat. Schon früher – 2006 – wurde sie von der Stadt Salzburg mit deren silbernem Siegel ausgezeichnet.

Kinder nicht unterschätzen!

„Mit diesem Stück – und allen weiteren – will ich bei meiner Einstellung bleiben: Kinder sind nicht blöd und Kindheit ist keine Krankheit. Wir müssen Kindern auf Augenhöhe begegnen und dürfen sie nicht unterschätzen. Unsere Stücke sind für Kinder UND für Erwachsene, die vielleicht auch anderes darin sehen, wenn sie sich auf das Spiel einlassen“, so die nun auch international ausgezeichnete jahrzehntelange engagierte Theatermacherin Myrto Dimitriadou zu Kinder I Jugend I Kultur I und mehr …

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INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Breloque – Erinnerungen lost & found

Ab 3 Jahren; ca. ¾ Stunde

Regie, Dramaturgie: Myrto Dimitriadou
Text und Schauspiel: Andreas Simma
Choreografie und Tanz: Adriana Salles
Musik, Komposition und Sounddesign: Yorgos Pervolarakis
Bühnenbild und Kostüm: Ragna Heiny

breloque.org

Szenenfoto aus "Lust"
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