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Szenenfoto aus "Ich, Ikarus" des BurgtheaterStudios
Szenenfoto aus "Ich, Ikarus" des BurgtheaterStudios
03.03.2022

Was bleibt: Höhnflieger:in

„Ich, Ikarus“ vom BurgtheaterStudio ist mobil und kann von Schulen und Einrichtungen in die Bezirke geholt werden.

Eine breite Wippe dominiert die Bühne des kleinsten Spielraums des Wiener Burgtheaters, des Vestibüls. Eine Schaukel kommt bei Kindern sicher dem am nächsten was mit Fliegen verbunden ist. Zumindest einem Gefühl des kurzzeitigen Schwebens.

Um Fliegen dreht sich natürlich das Stück „Ich, Ikarus“ (von Oliver Schmaering,Inszenierung: Mechthild Harnischmacher) für Besucher:innan ab 9 Jahren. Die griechische Sage vom Sohn gleichen Namens und seinem Vater Dädalus, die ihrem Gefängnis im Labyrinth des Minotaurus auf Kreta entkommen, indem sie sich mit Vogelfedern, die sie mit Wachs zusammenkleben, Flügel basteln, ist längst nicht allen Kindern bekannt. So manche Kinder bei jener Aufführung, die Kinder I Jugend I Kultur I und mehr … besuchte, dachten, die Darstellerin würde einen Engel spielen. Aber auch so funktioniert das Stück, das weit mehr ist als die Nacherzählung der Sage.

Verspielt, getanzt, gesungen, gesprochen …

Mariam Avaliani und Max Lampert spielen mit, auf, unter und rundum die zentral stehende, manchmal fixierte und damit starre, dann wieder frei bewegliche Wippe (Bühne: Julia Rosenberger). Verspielt, teils tänzerisch, in der Sprache blumig-poetisch – wobei Avaliani immer wieder auch ihre Familien-Herkunftssprache Georgisch einsetzt – und dazu sind auch noch Brocken von Serbisch, Türkisch, Ungarisch und Romanes zu hören. Die Geschichte ist ja verständlich und die Sprachmelodie eine zusätzliche, bereichernde Note zu Musik (Aki Traar) und Gesang.

Vater mahnt, flieg nicht zu hoch, die heiße Sonne könnte das Bienenwachs flüssig werden lassen (Kostüme: Hisu Park). Folge: Absturz. Aber natürlich so hoch, dass die beiden nicht mehr wieder gefangen genommen werden können. Also schön in der Mitte bleiben.

Kein Mittelmaß

Doch vom Mittelmaß hält Ikarus genau gar nichts. Hoch hinaus. Sozusagen the Sky ist he Limit – der Himmel ist die Grenze. Das 2019 mit dem Mülheimer KinderStückePreis ausgezeichnete Theaterstück, das vom BurgtheaterStudio auch mobil angeboten wird, rückt weniger den Absturz und die väterliche Warnung ins Zentrum, sondern den bedingungslosen Willen zur Freiheit. Auch wenn der Weg dorthin das Leben kosten kann. Aber immerhin ist Ikarus noch heute bekannt, der warnende Vater weniger. Und sie beginnt damit, dass Ikarus nach dem Absturz am Meeresgrund liegt und die Geschichte zu erzählen beginnt – und dabei immer wieder wechselt vom Geschehenen zur Jetztzeit am Meeresgrund und dann wieder zu Zukunftsplänen, jedenfalls: „Ich will zeigen, wer ich bin!“

Follow@kiJuKUheinz

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Ich, Ikarus

von Oliver Schmaering
Ab 9 Jahren; ca. eine Stunde

Regie: Mechthild Harnischmacher
Es spielen: Mariam Avaliani, Max Lampert

Bühne: Julia Rosenberger
Kostüme: Hisu Park
Musik: Aki Traar

Dramaturgie: Maike Müller
Licht: Enrico Zych
Ton: Christian Strnad, Andreas Zohner

Regiehospitanz: Fee Louise Niederhagen
Inspizienz: Stefanie Schmitt
Soufflage: Yasmine Steyrleithner

Theaterpädagogik: Monika Haberfellner, Anna Manzano

Wann & wo?

6. und 25. März 2022
Burgtheater/ Vestibül: 1010, Universitätsring 2

Die mobile Inszenierung kann auch von Kooperationsschulen und Institutionen gebucht werden und zwar hier: bestellbuero@burgtheater.at
Telefon: 01 51 444 – 4545
burgtheater -> ich-ikarus

Szenenfoto aus "Lust"
11.03.2022

Viva la Vulva!