Aktion gegen Verschiebung und Verwässerung der Lieferketten-Richtlinie, die Unternehmen verpflichtet, darauf zu schauen, dass (Vor-)Produkte menschen- und umweltfreundlich hergestellt werden.
Kinder und Jugendliche tanzten Mitte dieser Woche auf dem Ballhausplatz, dem Sitz von Bundeskanzleramt und Präsidentschaftskanzlei. Kein Happening, keine Open-Air-Disco. Sie, Mitglieder der Kindergruppe aus der Pfarre Rossau und Vertreter:innen der Initiative „Kinderarbeit stoppen“, wählten Tanz als Mittel von Protest bzw. hoffnungsvoller Forderung an die neue Regierung.
Nun, in Österreich selber gibt es kaum bis keine Kinder die arbeiten müssen, aber ein internationales Mittel, um Kinderarbeit zu stoppen, scheint auf der Kippe zu stehen.
Die Lieferketten-Richtlinie der EU (CSDDD – Corporate Sustainability Due Diligence Directive / Richtlinie zur unternehmerischen Nachhaltigkeitssorgfaltspflicht) soll Unternehmen eben verpflichten, unter anderem darauf zu achten, dass in ihren Produkten alle beteiligten Firmen fair, nachhaltig und ohne Kinderarbeit auskommen. Unter dem populär gewordenen Schlagwort „Entbürokratisierung“ drohen diese Regelungen verschoben und verwässert zu werden.
„Eigentlich wollten wir die neue österreichische Regierung um eine zügige und ambitionierte Umsetzung der EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) in Österreich ersuchen“, heißt es in der Aussendung der Dreikönigskation. Sie ist gemeinsam mit Katholischer Jungschar, Jugend Eine Welt, FAIRTRADE Österreich, Kindernothilfe Österreich und solidar Austria Teil der Initiative „Kinderarbeit stoppen“. Stattdessen, so die Erklärung zum Protest-Tanz, „sind wir wieder an dem Punkt, die Richtlinie an sich zu verteidigen. Jahrelang haben wir gemeinsam mit Partner*innen im globalen Süden für die EU-Lieferkettenrichtlinie gekämpft. 2024 konnten wir deren Beschluss als wichtigen Meilenstein im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit und zum Schutz von Menschenrechten, Umwelt- und Klimaschutz in internationalen Lieferketten feiern. Doch auf EU-Ebene droht nun die Aushöhlung und Verschiebung des Gesetzes, wie die EU-Kommission Ende Februar bekannt gab.“
Mit der Forderung, „der Schutz von Kinder- und Menschenrechten darf aber nicht mit Bürokratie gleichgesetzt werden“, gab es nicht nur die Aktion auf dem Ballhausplatz, sondern wird aufgerufen, einen entsprechenden Appell an die Bundesregierung – online – zu unterzeichnen (Link unten am Ende des Beitrages). Unter dem Titel „Menschenrechte schützen – CSDDD nicht verwässern!“ wird gefordert, dass sich die Regierung klar gegen die Verwässerung des EU-Lieferkettengesetzes ausspricht:
„Ich fordere Sie daher nachdrücklich auf, als österreichische Bundesregierung die vorgeschlagenen Änderungen im Rat abzulehnen und die ursprüngliche Fassung der CSDDD rasch national umsetzen. Ich vertraue darauf, dass Ihnen der Schutz von Mensch und Umwelt am Herzen liegt und Sie sich gegen ausbeuterische Kinderarbeit einsetzen“, heißt es in dem Online-Appell.
Angekündigt wird außerdem, dass Ende März eine weitere Mitmachaktion „Kinderarbeit stoppen“ für Kindergruppen und Junggebliebene jeden Alters startet.
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