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Nicht tagesaktuell, aber ein Foto einer Kinderbetreuung in Barquisimeto von ProjektPartner:innen von Jugend Eine Welt
Nicht tagesaktuell, aber ein Foto einer Kinderbetreuung in Barquisimeto von ProjektPartner:innen von Jugend Eine Welt
07.01.2026

Venezuela: Nahrungsmittelpakete als erste Hilfe

Projektkoordinator von Jugend Eine Welt nach Gesprächen mit Partnerorganisationen vor Ort zur aktuell verschärften Lage in diesem südamerikanischen Land.

„Die Lage in Venezuela ist ruhig, aber angespannt. Vor allem in der Hauptstadt Caracas patrouillieren die sogenannten Colectivos, dem Maduro-Regime zurechenbare paramilitärische Gruppen. Die Bevölkerung ist verunsichert, pendelt emotional zwischen Hoffnung auf eine bessere Zukunft und Angst, was nach der Verhaftung von Maduro folgen könnte.“ Das berichtet Wolfgang Wedan, Globaler Nothilfe-Koordinator der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, nach Gesprächen mit den Projektpartner:innen vor Ort.

Ab 2021 koordinierte der Steirer von Caracas aus die weltweiten Nothilfe-Aktivitäten von Jugend Eine Welt, seit drei Monaten befindet sich Wedan allerdings wieder aus Sicherheitsgründen, da sich die Lage für ausländische Staatsbürger:innen in Venezuela konstant zuspitzte, in seiner Heimat Österreich. „Ich bin im täglichen Austausch mit unseren Projektpartnern vor Ort in Venezuela – vornehmlich mit den Salesianern Don Boscos und den Don Bosco Schwestern. Gemeinsam ermitteln wir zur Stunde die wichtigsten Punkte für eine schnelles Nothilfe-Programm für die Bevölkerung vor Ort. Als ersten Schritt sammelt Jugend Eine Welt Spenden, um den Ärmsten der Armen Nahrungsmittelpakete zur Verfügung zu stellen. Denn viele Geschäfte sind aufgrund von Hamsterkäufen mittlerweile leergeräumt bzw. geschlossen“, erzählt Wedan.

Wolfgang Wedan, Globaler Nothilfe-Koordinator der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, bei der Verteilung von Nahrungsmittelpaketen in Venezuela im Sommer 2025.
Wolfgang Wedan, Globaler Nothilfe-Koordinator der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, bei der Verteilung von Nahrungsmittelpaketen in Venezuela im Sommer 2025.

„Dazu gehen im ganzen Land Benzin und Diesel aus. LKW können nicht mehr fahren, die Geschäfte somit auch nicht mehr versorgt werden. Besonders schlimm ist die Lage in den ländlichen Gebieten, wo Menschen mittlerweile kein Essen mehr haben und Hunger leiden müssen.“ Zusätzlich werden auch Medikamente für ältere Personen, die von der zusammengebrochenen logistischen Versorgung im ganzen Land betroffen sind, dringend benötigt.

Notschlafstellen für Kinder

Die unsichere Lage in Venezuela bedingt laut den Einschätzungen von Wedan nach Gespächen mit Helfer:innen vor Ort allerdings auch die Wahrscheinlichkeit eines einsetzenden Flüchtlingsstromes Richtung Kolumbien in den nächsten Wochen. „Ich gehe davon aus, dass sich sehr viele Venezolanerinnen und Venezolaner nach Westen, zur kolumbianischen Grenze aufmachen werden. Erfahrungsgemäß bringen sie ihre Kinder in der Zwischenzeit bei Verwandten unter. Meist sind es Onkeln, Tanten oder Großeltern. Diese sind jedoch zunehmend mit der Situation überfordert. Schlussendlich landen die Kinder dann oft auf der Straße “, schildert der Venezuela- Experte. Neben der Planung von Nothilfe-Maßnahmen gilt das Augenmerk aktuell daher auch der Reaktivierung von Notschlafstellen für Kinder. „Damit sie zumindest in der Nacht einen sicheren Platz in einer kindergerechten Umgebung haben. Wir wissen aus unserer langjährigen Erfahrung in der Arbeit mit Straßenkindern, dass das Leben auf der Straße ein täglicher Überlebenskampf ist, oft endet er in der Kinder- Prostitution“, so Wedan.

Nicht tagesaktuell, aber ein Foto einer Ausbildungseinrichtung für Schweißtechnik, ebenfalls projektparter von Jugend Eine Welt
Nicht tagesaktuell, aber ein Foto einer Ausbildungseinrichtung für Schweißtechnik, ebenfalls projektparter von Jugend Eine Welt

Schnelle Hilfe nötig

„Schätzungen zufolge sind in den vergangenen zehn Jahren knapp acht Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner aus ihrem Heimatland geflohen und abgewandert. Schon vor dem Angriff durch die USA bestanden in Venezuela vier große Probleme: Nahrungsmittelknappheit, fehlende Gesundheitsversorgung, eingeschränkte Transportmöglichkeiten und regelmäßige Stromausfälle. Die aktuellen Vorgänge verschärfen die ohnehin prekäre Lage jetzt zusätzlich. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit vor Ort und helfen Sie der notleidenden Bevölkerung mit Ihrer Spende!“, appelliert Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer.

kijuku_heinz

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