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Ein weiterer „Happen“ über von der Jury (Vivian Bausch, Clara Donat, Jan G. Grünwald, Katharina Hof und Conny Lee) aus den 520 Einreichungen der Jugendkategorie beim Prix Ars Electronica „ausgezeichnet“ oder zumindest „anerkannt“ worden sind; heutiger Schwerpunkt: Barrierefreiheit; sowie zwei Projekte, die bereits im Frühjahr auch im Bundesfinale von Jugend Innovativ erfolgreich waren – und damals schon von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… beschrieben worden sind, eines davon kam schon in einer weiteren Story zum heutigen (15. September) internationalen Tag der Demokratie vor, SOMES, die einfache, übersichtliche Plattform unter anderem über das Abstimmungsverhalten der gewählten österreichischen Nationalratsabgeordneten – Link unten am Ende des Beitrages.
Genug der langen Einleitung 😉
Was für die meisten einfach erscheint, stellt für so manche Menschen fast unüberwindbare Hürden dar. Ob Multiple Sklerose, Parkinson oder altersbedingte Bewegungseinschränkungen … – das Greifen von Schach- und / oder anderen Figuren gestaltet sich schwierig bis unmöglich. Das war alltägliche Praxis im Hause eines der Schüler des Projektteams „Boards without Barriers“ aus dem Mechatronik-Zweig der HTL Rennweg (Wien). Dessen Vater, an Multipler Sklerose erkrankt, brachte dessen Sohn auf die Idee, Figuren anders, leichter bewegen zu können.
Über Tasten am Rande des Spielfelds werden die Figuren nun bewegt. Wobei Samuel Brunner, David Chencean, Georg Kotzian und Michal Sysel bereits für die „U 19 – Create Your World“-Ausstellung den für den Bewerb eingereichten Prototypen verbessert haben – waren dort die Tasten doch noch recht eng beisammen, so weist die nächste Version schon deutlich noch weniger Barrieren auf.
Ebenfalls mit einer Anerkennung belohnt wurde das Projekt von Benjamin Gruber, Schüler des Zweigs Medientechnik in der IT-HTL in Ybbs (Niederösterreich). Mit „Humanoid“ schuf er eine Version eines Bildbearbeitungsprogramms, das über gesprochene Sprache bzw. mit Hilfe von Gesten dank Unterstützung Künstlicher Intelligenz gesteuert werden kann.
Die Bewegungen der Hände werden per Kamera erfasst, wobei das Zusammenführen der Fingerspitzen einen „primed“-Zustand aktiviert, der mit einem Mausklick vergleichbar ist. Mit beiden Händen können virtuelle Boxen erstellt und verschoben werden. Deren Inhalt lässt sich anschließend per Sprachbefehl als Foto speichern. Ein sprachbasierter KI-Assistent reagiert auf englische Befehle wie „pin“, „fix“ oder „take a screenshot“ und gibt akustisches Feedback.
Ziel des Projekts, heißt es in der Beschreibung, „war es, eine zugängliche, intuitive Softwarelösung zu entwickeln, die die Arbeit mit Bildern, etwa während Meetings oder Gruppenarbeiten, erleichtert. Langfristig soll „Humanoid“ die Grundlage für ein vollständig gesten- und sprachgesteuertes System für die Bildbearbeitung und Modellierung in 2D und 3D bilden.
Die Jury begründete die Anerkennung so: „Das Projekt beeindruckt durch seine innovative Kombination von Hand-, Gesten- und Gesichtserkennung mit Sprachsteuerung – umgesetzt als lokal laufende Python-Anwendung, die ganz auf immersive und intuitive Interaktion mit digitalen KI-Umgebungen setzt. Besonders hervorzuheben ist der Fokus auf Barrierefreiheit: Die Idee, Menschen mit Einschränkung durch gesten- und sprachbasierte Interfaces den Zugang zu digitalen Inhalten zu erleichtern, zeigt gesellschaftliches Bewusstsein und Weitblick. Obwohl sich das Projekt noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet, überzeugt es durch technisches Verständnis und einen bemerkenswert eigenständigen Zugang. Humanoid überzeugt auch durch die vielversprechenden Anwendungsmöglichkeiten einer Weiterentwicklung. Die Kombination der eingesetzten Technologien – von MediaPipe über OpenCV bis zur sprachgesteuerten Interaktion – ist beachtlich!“
Eines von zwei Projekten, die es bei U 19 – Create Your World“ von den 520 Einreichungen ins Spitzenfeld geschafft haben und ausgezeichnet bzw. anerkannt worden sind, war auch schon im Frühjahr im Bundesfinale von Jugend Innovativ; und dort von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… besucht und beschrieben worden. Dort – in Wien in der einstigen Ankerbrot-Expedithalle hatte die Projektgruppe MagLift ihre Konstruktion sogar vor Ort aufgebaut und einen Flugversuch gestartet.
KiJuKU schrieb damals: „Was wie eine Art Abschussrampe am Stand von einem von sieben (!) Projektgruppen aus der HTL am Wiener Rennweg aussieht, ist auch eine solche – für ein drohnenartiges Kleinstflugzeug. Solche, die in größerer Ausführung, Dinge wie unter anderem Medikamente in Gegenden transportieren können, die verkehrsmäßig schlecht bis nicht erschlossen sind, brauchen bisher entweder große, schwere Akkus, um die Energie zum Start zu erreichen oder Startrampen mit Stahlseilzug. Womit – das stand dort nicht – natürlich auch, in anderem Sinn, Barrieren überwunden werden.
Ben Trumler, Max Zerovnik, Daniel Ezike und Philipp Weissenbach (HTL Rennweg) tüftelten, recherchierten, rechneten, konstruierten am Computer und kamen innerhalb von neun Monaten auf eine neuartige Lösung: Elektro-Magnetismus. Das Flugzeug wird auf die Rampe gesetzt, auf kurzer Strecke so beschleunigt, dass er abfliegen kann – ob per Fernsteuerung oder schon vorprogrammiert schwebt und fliegt die Maschine in Richtung Ziel.
Das ist aber noch nicht alles, die vier Schüler haben ihre Konstruktion sehr praktikabel gebaut: Die zerlegbaren Schienen der Abschussrampe und alles Drum und Dran – einschließlich der von ihnen gebauten Steuerung passen in eine Metallkiste, die nur 110 Kilo wiegt. „Wir haben die mit Leichtigkeit hier herein getragen“, erzählen sie im Gespräch mit Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…
Mehr über „MagLift – Where Innovation Takes Flight“ auf der projekteigenen – unten am Ende des Beitrages verlinkten – Homepage.
Wird fortgesetzt mit weiteren U19-Projekten
ars.electronica.art -> barrierefreie Spielbretter
ars.electronica.art -> Humanoid
Die Reihenfolge, in der hier die fünf Finalprojekte aus der Kategorie Engineering I vorgestellt werden, ist keine Wertung, sondern ergibt sich aus der übersichtlichen Liste, die das Jugend-Innovativ-Team Journalist:innen und Fotograf:innen zur Verfügung gestellt hat.
Florian Gaisberger hält Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… einen kleinen blau-weißen Kunststofffisch vor die Kamera. Und dazu einen nicht gerade kleinen Plastiksack mit Abfällen. Der Fisch – nicht einmal handgroß – wurde 3D-gedruckt, die Abfälle aus dieser Produktion machen ein Vielfaches davon aus.
Und so dachte sich der genannte Schüler der HTL aus dem oberösterreichischen Innviertel-Nord in Andorf gemeinsam mit seinem Kollegen Alexander Eggetsberger: Das kann, nein das darf nicht sein. Große Unternehmen recyceln Filament, das beim 3D-Druck abfällt, aber was ist mit all jenen Kunststoffteilen, die dabei in privaten Haushalten, Schulen oder auch in kleinen Firmen an- bzw. abfallen, vor allem bei Farbwechseln.
Das Duo plante gleichsam Klein-Recycling-Anlagen – und baute schon eine solche, die in der schuleigenen Werkstatt „seit voriger Woche fertig ist“. Die Abfälle werden erst auf klitzeklein geschreddert, dann erhitzt, geschmolzen und zu neuem Filament aufgerollt, das wieder bei späteren 3D-Drucken eingesetzt werden kann.
Die Frage, ob sie diese ihre Erfindung zum Patent angemeldet haben, verneinten die beiden: „Wir wollen, dass jede und jeder das auch nachbauen kann, es soll ja möglichst viel Abfall vermieden werden.“ Eines von vielen Beispielen bei Jugend-Innovativ-projekten egal welcher Kategorie wo Schüler:innen Nachhaltigkeit mitdenken oder sogar ins Zentrum stellen.
Eggetsberger und Gaisberger wollen die mit ihrem Projekt „PrintReclaim“ Bauanleitung online stellen, so dass sie für alle zugänglich ist.
Vor einigen Jahren hatten Jugendliche eins Finalprojekts sogar ein Filament, das zur Hälfte aus Sägespänen und Holzabfällen bestand zum 3D-Drucken präsentiert.
Holz steht im Zentrum der (Ausbildung im Salzburger Kuchl, die dortige HTL heißt nicht zufällig Holztechnikum. Alexander Wenger, Paul Wimmer, Manuel Mirocha und Lukas Schöller konzipierten für ein großes Holzunternehmen (Hasslacher Norica Timber) eine Konstruktion für Träger einer Kranbahn. Üblicherweise sind diese aus Stahl.
Kann eine solche Traglasten von mehr als zwölf Tonnen aushalten? Wie müssen diese Träger dimensioniert werden? Wie schaut’s bei einem Brand aus?
An all diesen und noch weiteren Fragen tüftelten die vier Schüler, programmierten auch eine Excel-Liste mit der sogar Nicht-Statiker arbeiten können – UND: Eine solche Hallen-Kranbahn ist um rund zwei Drittel billiger als eine vergleichbare aus Stahl; abgesehen davon, dass sie natürlich aus dem nachwachsenden Rohstoff ökologischer ist.
Max Sauer wohnt nahe der A 21 (Wiener Außenring-Autobahn) womit er bei offenem Fenster oder gar im Garten praktisch nie ohne Verkehrslärm auskommt. Kopfhörer mit Noise Cancellation waren das Vorbild für ihn und seinen Kollegen Felix Malits aus der HTL Mödling für deren Forschungsprojekt.
Nicht aufsetzen, weil sich die beiden oder noch mit anderen vielleicht unterhalten wollen, sondern das Prinzip Lärm durch Gegenschall in gleicher Frequenz zunichte zu machen, müsste doch auch so funktionieren. „Outdoor-Noise-Cancellation: Reduktion von Straßenlärm durch aktiven Gegenschall“ nannten sie ihre Arbeit.
„Was leicht geklungen hat, wurde es dann nicht. Wir haben viel geforscht, aber es ist schwieriger als gedacht. Einen großen brummenden lautstarken LKW kannst du aufnehmen und den entsprechenden Gegenschall erzeugen, aber das Dauerrauschen auf unterschiedlichen Frequenzen ist nicht so leicht zu bekämpfen“, schlussfolgern die beiden gegenüber KiJuKU.at aus ihren umfangreichen Forschungen, um aber gleich nicht ganz resigniert zu enden: „Wir schließen aber nicht aus, dass es doch möglich ist – bei weiterer Forschung.“
Manche der Projektteams haben ziemlich mächtige Konstruktionen in die Ausstellungs- und Veranstaltungshalle in der Brotfabrik (Wien-Favoriten) mitgebracht. Was wie eine Art Abschussrampe am Stand von einem von sieben (!) Projektgruppen aus der HTL am Wiener Rennweg aussieht, ist auch eine solche – für ein drohnenartiges Kleinstflugzeug.
Solche, die in größerer Ausführung Dinge wie unter anderem Medikamente in Gegenden transportieren können, die verkehrsmäßig schlecht bis nicht erschlossen sind, brauchen bisher entweder große, schwere Akkus, um die Energie zum Start zu erreichen oder Startrampen mit Stahlseilzug.
Ben Trumler, Max Zerovnik, Daniel Ezike und Philipp Weissenbach (HTL Rennweg) tüftelten, recherchierten, rechneten, konstruierten am Computer und kamen innerhalb von neun Monaten auf eine neuartige Lösung: Elektro-Magnetismus.
Das Flugzeug wird auf die Rampe gesetzt, auf kurzer Strecke so beschleunigt, dass er abfliegen kann – ob per Fernsteuerung oder schon vorprogrammiert schwebt und fliegt die Maschine in Richtung Ziel.
Das ist aber noch nicht alles, die vier Schüler haben ihre Konstruktion sehr praktikabel gebaut: Die zerlegbaren Schienen der Abschussrampe und alles drum und dran – einschließlich der von ihnen gebauten Steuerung passen in eine Metallkiste, die nur 110 Kilo wiegt. „Wir haben die mit Leichtigkeit hier herein getragen“, erzählen sie im Gespräch mit Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…
Mehr über „MagLift – Where Innovation Takes Flight“auf der projekteigenen Homepage: maglift.at
Und noch ein Projekt aus der HTL Rennweg (Wien-Landstraße), aus der es rekordmäßige sieben Projekte ins Bundesfinale dieses 38. Durchgangs von Jugend Innovativ geschafft haben, vier sogar aus einer Klasse!
Die Idee zu „SkyScrubber“, einem Roboter für – zugegeben nur große, hohe, gerade -Fensterfronten begann mit Videos über Fensterputzer als einem der gefährlichsten Berufe weltweit, die Stefan Radović im Internet gesehen hatte. Seine drei Kollegen Moritz Dwulit, Alexander Sallans und Enis Feraj griffen mit ihm den Gedanken auf, einen entsprechenden Putz-Roboter zu erfinden – erstaunlich, dass bisher noch nie wer auf diese Idee gekommen ist.
Die vier Jugendlichen stellen nun eine große Metallkiste vor, auf der Vorderfront haben sie eine Rolle aus Mikrofaser eingebaut, über Düsen kommt das Seifen-Wasser-Gemisch auf die Glasfront; in der Kiste ist der Motor, auf dem Deckel Solarpaneele, die für die Versorgung mit dem erforderlichen Strom sorgen.
Die Kiste hat das Quartett so dimensioniert, dass sie genau in die Krankörbe für menschliche Putzkräfte passt.
Wird fortgesetzt um weitere Berichte über die weiteren sechs Kategorien, wenn KiJuKU die jeweils fünf Projekt-Teams getroffen hat.
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