ÖBB verschickten Foto – und ausführliche Meldung über einen angeblich neuartigen Zug. Woher kommt „in den April schicken“? Update: Link zu „Aprilscherzen“ der Satireplattform „Tagespresse“, die bitterböse Realität sind.
„Weltpremiere: erster Doppelstock-Zug mit offenem Obergeschoß“, titelten die Österreichischen Bundesbahnen eine Meldung an Medien. „Die ÖBB sorgen für frischen Fahrtwind im Fernverkehr: Mit dem neuen Railjet Sonnendeck präsentieren die ÖBB heute eine absolute Weltneuheit im Bahnverkehr. Das neue Flaggschiff des Fernverkehrs verbindet modernste Technik mit einem offenen Reisegefühl. Am Oberdeck kann das Dach vollständig geöffnet werden und verwandelt den Zug in den ersten „Cabrio“-Panoramazug weltweit…“
Die Meldung wurde am letzten Märztag verschickt – mit „Sperrfrist“ für den Tag danach, durfte also erst heute veröffentlicht werden. Samt Foto, oder besser gesagt, pardon geschrieben, mit bearbeitetem Bild. „April, April!“
Nehme an, alle Empfänger:innen haben erkannt, dass es sich dabei um einen Aprilscherz handelt. Eine lange Tradition, Scherze zu sagen oder machen, auf die andere (vielleicht) reinfallen. Im Kinder-KURIER, dem Vorläufer von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… hatten wir einmal in einer Foto-Montage aus der Zeitungsdruckmaschine Schokolade-Tafeln „drucken“ lassen.
Im Vorjahr lief übrigens in Kinos der Film „Der Prank April, April“, der übrigens stark von den mitwirkenden Kindern bzw. Jugendlichen inspiriert worden war – Besprechung unten verlinkt. Aber woher kommt der Brauch, Menschen „in den April zu schicken“, sie zum Narren zu halten?
Das Online-Lexikon Wikipedia schreibt über mehrere Thesen – und manche Fakten -, wie es zum Aprilscherz in vielen europäischen Ländern und Nordamerika gekommen sein könnte: „Erstmals überliefert ist die Redensart „in den April schicken“ in Deutschland 1618 in Bayern. Der Begriff Aprilscherz bürgerte sich jedoch erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein. In Grimms Deutschem Wörterbuch von 1854 ist zwar in den April schicken und der Aprillsnarr verzeichnet, aber noch nicht der Aprilscherz.“ Aber schon „wie es dazu kam, dass der 1. April zum Tag für besondere Scherze wurde, ist unbekannt“.
„Gesichert“ sei aber „dem Theologen Manfred Becker-Huberti zufolge einzig, dass es schon im Volksglauben der Antike eine Vielzahl von angeblichen Unglückstagen gab (vgl. Freitag, der 13.), zu denen regelmäßig auch der 1. April zählte.“
Die Wikipedia-Seite führt in der Folge noch einige historische Aprilscherze an, auf die viele Menschen reingefallen sind, unter anderem diese:
Wikipedia führt übrigens auch an, dass in anderen Ländern und Erdteilen andere Tage für vergleichbare Witze herhalten müssen: „In Spanien und Lateinamerika gibt es ähnliche Scherze am 28. Dezember, dem Día de los Santos Inocentes (Tag der unschuldigen Kinder).
Keine Scherze
Die österreichsiche Satireplattform „Die Tagespresse“ veröffentlichte am 1. April etliche vermeintliche Aprilscherze, die keine wirklichen sind – etwa die von der Türkis-blauen Regierung unter Sebastian Kurz versprochene „Patientenmilliarde“ oder das Klimaschutzgesetz, das im Regierungsprogramm 2020 schon stand… – Link zu dieser Seite ganz am Ende des Beitrages.
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