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Demo vom Sigmund-Freud-Park vor der Votivkirche über die Währinger Straße in Richtung US-Botschaft in der Alsergrunder Boltzmann-Gasse
Demo vom Sigmund-Freud-Park vor der Votivkirche über die Währinger Straße in Richtung US-Botschaft in der Alsergrunder Boltzmann-Gasse
04.01.2026

„Hände weg von Venezuela!“

Kundgebung und Demo in Wien am Tag des völkerrechtswidrigen Überfalls der USA auf das südamerikanische Land; vier Dutzend Fotos, ein Video.

„Stop bombing Caracas!“ schallte es vielfach und sehr lautstark Samstagnachmittag (3. Jänner 2026) erst im Sigmund-Freud-Park, einem Teil der Grünfläche vor der Wiener Votivkirche. Anschließend hallten diese Sprech-Chöre durch die Währinger Straße auf dem Demonstrationszug bis zur Boltzmanngasse, wo die Botschaft der USA ihren Sitz in der Bundeshauptstadt hat. Obwohl seit gut eineinhalb Jahrzehnten ohnehin die halbe Gasse davor mit einer Art Käfig weiträumig abgesperrt ist, werden Demos noch etliche Dutzend Meter davon entfernt gestoppt. Umso lauter riefen die Demonstrant:innen diese Losung und dazu noch den All-Time-Hit aller weltpolitischen Aktionen „Hoch die internationale Solidarität!“ In der Nähe der US-Botschaft gesellte sich noch der Spruch „Hej, USA, how many kids did you kill today?!“ (Hej, USA, wie viele Kinder hast du heute schon getötet?!“)

Heftig Kritik gab es aber nicht nur am Angriff der USA, sondern auch an der autoritären Herrschaft Maduros, wenngleich manche ihn noch immer als „Sozialisten“ verklären möchten. Immer wieder wurde auch der Vergleich von Trumps Vorgehen mit dem Putin’schen Überfall auf die Ukraine gezogen.

Die Aktion fand wenige Stunden nach der Bombardierung der Hauptstadt Venezuelas durch Spezialeinheiten der US-Armee samt Kidnapping des autoritären Machthabers Nicolás Maduro und seiner Ehefrau Cilia Flores statt. Schon vor Tagen, als sich der US-Angriff als weitere Eskalation der Gewalt abzeichnete, hatte ein loser Zusammenhang linker Organisationen für Tag X Kundgebung und Demo angekündigt.

Seit Monaten und in den vergangenen Wochen verstärkt hatten die USA angebliche Drogenboote beschossen samt Mord der Besatzungen, Öltankschiffe überfallen und beschlagnahmt. Deshalb hatten Arbeiter*innenstandpunkt, Revolution, Linkswende, Abya Yala DeScolonial, Fem Bloco Descolonial, Migrantifa, Komintern und Young Struggle unter anderem auf Instagram auf Spanisch und Englisch gepostet: „Hände weg von Venezuela“-Marsch am X. Tag gegen die US-Militärintervention in Venezuela“. Das ursprünglich hier irrtümlich genannte Bündnis Anitiimperialistische Koordination (AIK), das eine eigenständige Organisation ist, war bei der Aktion mit dabei.

Als in der Nacht zum Samstag dann der völkerrechtswidrige Überfall stattgefunden hat, wurde dem Ort Sigmund-Freud-Park auch eine Uhrzeit hinzugefügt. Der Tag war ja nun klar.

Solo-Aktion

Übrigens zufällig traf Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… schon Stunden vorher in der U-Bahn einen nicht genannt werden wollenden Solo-Aktivisten, der zu Hause ein Plakat gestaltet hatte – siehe Foto -, von der Aktion gar nichts wusste, aber das Bedürfnis hatte, „was tun zu wollen und zur US-Botschaft zu fahren, ich hoffe, dass dort auch andere sein werden!“ Was dann auch so war – allerdings erst Stunden später.

Initiativer Einzel-Aktivist schon Stunden vor der Kundgebung und Demo mit der U-Bahn auf dem Weg zur US-Botschaft
Initiativer Einzel-Aktivist schon Stunden vor der Kundgebung und Demo mit der U-Bahn auf dem Weg zur US-Botschaft

Dass es „nur“ linke Organisationen waren, hängt vielleicht auch mit den doch relativ verhaltenen Reaktionen auch vieler europäischer und österreichischer Politiker:inn zusammen, die es sich scheinbar nicht mit den USA verscherzen wollen, obwohl deren Präsident Donald Trump nicht nur diesen Überfall auf ein anderes Land anordnete, sondern erst kürzlich gegen Europa und vor allem die EU wetterte.

Mehr zu den aktuellen Ereignissen im – unten verlinkten – Beitrag auf orf.at, wenngleich in der Sondersendung nur in Wien lebende Venezolaner:innen zu Wort kamen, die sich über die Gefangennahme Maduros freuen und Kundgebung und Demo ausgespart wurden.

kijuku_heinz

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Mehr Informationen

orf.at –> USA-wollen-Venezuela-vorerst-selbst-fuehren

Interessanter Kommentar dazu übrigens von Peter Pilz auf zackzack.at

Wenn Satire die tragische Realität kaum noch toppen kann <— Tagespresse zu Trump und Venezuela