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Kinder schreiben mit Straßen-Malkreide systemrelevante Berufe auf den Boden
Kinder schreiben mit Straßen-Malkreide systemrelevante Berufe auf den Boden
31.05.2021

Lehrerin, Kassierin … – brauchen mehr als Klatschen!

Zwei Künstlerinnen machen mit der grell-bunten „Mobilen hackler*innen-Zentrale“ auf Missachtung systemrelevanter Berufe – die überwiegend von Frauen bewältigt werden – aufmerksam.

Lara, Nastasija und Michail schnappten sich bunte Straßenmalkreiden und schrieben in Großbuchstaben Lehrerin, Kassierin, Reinigungskraft usw. auf den Boden des Wallensteinplatzen in Wien-Brigittenau. Dort hatten die Aktionistinnen von „Die Brutpflegerinnen“ ihr Lasten-Fahrrad mit Gestell und Transparent auf- und zur „Mobilen Hacklerinnen*-Zentrale“ ausgebaut. Bis ende Juni sind/waren sie an acht Plätzen quer über die Stadt verteilt unterwegs.

Schon die genannten Wörter, die Kinder auf den Boden schrieben, lassen erahnen, worum sich die Aktionen drehen: Pandemie samt Lockdowns usw. haben gezeigt: In vielen neuerdings zur „Systemrelevanz“ erhobenen Berufen sind vor allem Frauen beschäftigt. Außer Applaus gab’s nicht viel. Ja jetzt: Ein bissl ein besseres Taschengeld, aber nicht mehr Lohn/Gehalt generell.

Zusätzlich blieb in den meisten Familien die – unbezahlte – „Care“-Arbeit (Sorge, Betreuung, Pflege) hängen – dazu gab’s übrigens noch eine weitere Aktion in der Wiener Mariahilfer Straße (dazu kommt ein eigener Beitrag).

Zurück zur „Mobilen Hacklerinnen*-Zentrale“. Die beiden Erfinderinnen der Aktion, Eva Puchner und Susanne Preissl, waren schon im Vorjahr mit der „zentrale für gleichberechtigtes Arbeiten“ durch Wien getourt und rund um das Frauenvolksbegehren 2.0 hatten sie auf dem Wiener Karlsplatz ihre „Frauenwahlrechts-Abschaffungszentrale“ aufgebaut. Und Letztgenanntes deutet schon auf den teils sarkastischen Humor hin, mit dem das Künstlerinnen-Duo die Aktionen angeht.

Grell und bunt machen sie auf sich, die Aktion und damit ihre Anliegen aufmerksam. Vor dem Fahrrad mit Info-Material und Transparent spielen sie immer wieder eine szenische Performance, in die sie ihre Inhalte verpacken. Im aktuellen Programm starten sie mit folgenden einander zugeworfenen – von Raphaela Edelbauer verfassten – Sätzen:

„Es ist im Grunde eine feine Sache, eine Frau zu sein.“
„Es ist eine feine Sache, nicht für alles bezahlt werden zu müssen, weil das Unbezahlte auch oft das Unbezahlbare ist. Unbezahlbar ist das Kümmern, die Zeit mit den Kindern, das Soziale. Wussten Sie, dass Frauen drei Mal so viel von dieser Care-Arbeit machen wie Männer? – im Schnitt, und ich finde das – also wirklich eine feine Sache.“… bis hin zu

„Pflegearbeit ist Herzensarbeit. Systemrelevenate Arbeit. Arbeit für die die Leute gerne in Covid-Zeiten hinaufklatschen auf den Balkon eines unterfinanzierten Krankenhauses. Wer klatscht schon für einen Finanzconsultant? Na, schauen Sie!“

Unter dem Transparent bieten die Künstlerinnen die Chance einer Abstimmung. Frage: Halten Frauen in der Krise das Land am Laufen). Die Abstimmung erfolgt transparent – in durchsichtigen Röhren mit kleinen Kunststoffbällen.

Follow@kiJuKUheinz

Kinder-KURIER-Story zur vorjährigen Aktion

Kinder-KURIER-Story über die Aktion rund ums Frauenvolksbegehren

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Mobile Hacklerinnen*-Zentrale

Leitung, Konzept und Performance: Die Brutpflegerinnen: Susanne Preissl, Eva Puchner
Ausstattung: Gudrun Lenk-Wane
Text: Raphaela Edelbauer
Assistentin: DieLisi Humpelstetter und Barbara Seifert

Weitere Auftritte
10. Juni 2021
1180, Kutschkermarkt/Währinger Pfarre

11. Juni 2021
1070, Siebensternplatz

12. Juni 2021
1150, Kardinal-Rauscher-Platz

17. Juni 2021
1120 Meidlinger Hauptstraße/Bonygasse

18. Juni 2021
1100, Favoritenstraße 76

26. Juni 2021
1040, Karlsplatz (Teich)

diebrutpflegerinnen.com