Hauptsächlich nutzen die 500 befragten 11- bis 17-Jährigen Künstliche Intelligenz für schulische Aufgaben, aber auch als Ratgeber und schätzen sie dabei mehr als Gespräche mit Menschen. Umfrage zum 23. Safer Internet Day.
Während die (mediale) Öffentlichkeit heftig über den Plan des Bildungsministers diskutiert, Künstliche Intelligenz in die schulischen Lehrpläne aufzunehmen und dafür Lateinstunden zu kürzen, nutzen Jugendliche längst KI – in einem vielleicht sogar überraschend hohem Ausmaß. Dies ergab die aktuelle für den Safer Internet Day, den mittlerweile 23. dieser von der EU-Kommission ins Leben gerufenen Initiative: Mehr als neun von zehn (94 Prozent) der – online – 500 befragten 11- bis 17-Jährigen nutzen KI-Chatbots; und da wiederum üüüberwiegend (89,9%) ChatGPT, gefolgt von Alexa, Siri, Gemini … (rund ein – weiteres – Viertel). Und dennoch stimmten 53 Prozent der Aussage zu „ich würde gern mehr dazu lernen, wie KI eigentlich funktioniert“. Und zu zwei Drittel wünschen sich die Befragten, dass sie dies in der Schule lernen sollten (66,3%), gefolgt von einem Drittel durch die Eltern sowie einem Fünftel (Mehrfachnennungen waren möglich) durch Videos, Foren usw. im Internet.
Als Motiv, weshalb sie KI-Tools nutzen, meinten fast ¾ (71%) „aus Neugierde“, mehr als die Hälfte – Mehrfachnennungen (!) – „für Ratschläge und Tipps zu verschiedenen Lebensbereichen“ (55%), „zur Unterhaltung, gegen Langeweile“ (43%), „um Sorgen, Probleme oder Gefühle zu besprechen“ (30 %), „um Stress oder Ärger abzubauen“ (26 %), „für freundschaftliche Gespräche“ (24 %), „um Gespräche mit echten Menschen zu üben“ (23 %) sowie „für romantische oder flirtende Gespräche“ (19 %).
Ratschläge von ChatGPT schätzten fast sechs von zehn (57%) als gut ein, auch noch mehr als die Hälfte (52%) „vertrauen darauf, dass KI-Tools wie ChatGPT richtige Antworten liefern“.
Bei der Frage nach den Anwendungsgebieten bzw. Zwecken nannten fast drei Viertel Schule und Hausaufgaben, fast die Hälfte (natürlich überschneidende Auskünfte) „Informationen suchen oder zusammenfassen“ und noch ein Drittel „Erklärungen“. Als Übersetzungswerkzeug bedient rund ein Fünftel (18,3%) künstliche Intelligenz. Jede/r Fünfte nutzt KI als Gesprächspartner:in, fünf Prozent auch um „persönliche oder ernste Themen zu besprechen“ – was allerdings widersprüchlich wirkt zu den oben zitierten Angaben von den selben Befragten in der selben Studie.
Übrigens ergab die von Safer Internet.at in Auftrag gegebene und vom Institut für Jugendkulturforschung und Kulturvermittlung durchgeführte Online-Umfrage (Oktober und November 2025), dass Mädchen öfter täglich ChatGPT nutzen (25,7%, Burschen: 21,6%) und bei schulischen und Haus-Aufgaben bzw. zu Zusammenfassungen von Informationen deutlich öfter die künstlichen Werkzeuge bedienen (78,1 sowie 50,8% vs. 68.1 und 44 %). Sie sind allerdings auch skeptischer, was die Antworten / Ergebnisse betrifft. „Sehr hilfreich“ fanden nur 29,4% der Mädchen die KI-Antworten, während dies fast vier von zehn ihrer männlichen Kollegen taten (39,3%). Dafür fühlten sich Jungs fast zu einem Viertel (23,2%) „schon einmal bei etwas, das die KI gesagt oder getan hat, unwohl“, bei den Kolleginnen lag dieser Anteil mit 13 Prozent deutlich darunter. Und, Mädchen prüfen öfter nach, „ob Ergebnisse von KI-Chatbots stimmen“ – zu fast einem Viertel (24,4 Prozent) gegenüber nur einem Fünftel (20%) bei Jungs.
Die oben schon genannten hohen Vertrauenswert auf die Antworten künstlicher Intelligenzen schlägt sich auch in einem anderen Bereich nieder. Mehr als ein Viertel der Befragten stimmt sehr bis eher zu, dass die via KI-Chatbots gemachten Eingaben vertraulich wären und „von niemandem gelesen oder genutzt werden können“.
491 der 500 Jugendlichen beantworteten auch mit stimme (eher) zu auf die Aussagen, ob KI-Chatbots zu fragen „oft hilfreicher“ sei „als einen Menschen zu fragen“. Vier von zehn bejahten dies. Mehr als ein Viertel (28 %) vertraut einem Chatbot „eher intime Dinge an“. Und für gar 29 Prozent der 11- bis 17-Jährigen kann KI ein Freund / eine Freundin sein und fast glich viel (28%) erwarten sich Trostspenden, ein Viertel (26%) „glauben, dass sich Jugendliche in einen Chatbot verlieben können“.
Als Gründe für diese hohen Werte nennen die Befragten vor allem, dass die KI immer und zu jeder Zeit antwortet (fast 60%), „es ist unkompliziert“ (38,6%) UND“KI verurteilt mich nicht“ (14,7%).
Gefragt wurden die 11- bis 17-Jährigen, wie sie KI einschätzen. Und da meinten mehr als die Hälfte (55,1%) „als Chance für sich persönlich“, aber „nur rund vier von zehn als Chancen für die Gesellschaft (41,7%). „Als Gefahr“ aber schätzen die befragten 500 Jugendlichen KI für die Gesellschaft lediglich zu 14,8%, für sich persönlich gar nur zu 6,5%.
Nachdem ja seit Monaten intensiv über Altersgrenzen für Social Media diskutiert wird, wurden die 500 Jugendlichen auch nach Limits in Sachen KI-Chatbots befragt. Mehr als die Hälfte (53%) sprachen sich dafür und konkret mehrheitlich für 14 Jahre aus. Aber, so die 11- bis 17-Jährigen „ab 10 Jahren soll der Umgang mit KI erlernt werden“.
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