Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… interviewte am Rande der öffentlichen Aktion vor dem MuseumsQuartier in Wien drei der Mitglieder des Unicef-Jugendbeirats.
Am Tag vor dem internationalen Safer Internet Day (heuer am 10. Februar 2026, zum 23. Mal, immer am zweiten Februar-Dienstag) stellte der – neue – Jugendbeirat von Unicef Österreich ein Kinderbett auf den Platz der Menschenrechte vor dem MQ-Wien. In das legten sie eine kindegroße Puppe, die in ihr Handy starrt – mehr dazu in einem eigenen Beitrag, am Ende des Interviews verlinkt. Dem Jugendbeirat gehören zwölf Jugendliche bzw. junge Erwachsene an, sieben konnten zur Aktion in Wien kommen. Florian, Jad und Jasmin sprachen mit KiJuKU.at
KiJuKU: Zunächst einmal, aus dem riesigen, umfangreichen Thema Sicherheit im Internet, digitaler Kinderschutz, wie haben Sie was ausgewählt, um es in dieser Aktion darzustellen?
Jad (18): Wir als Jugendbeirat haben uns im Unicef-Büro getroffen. Uns ist ein sicheres Internet, Safer Internet, ein riesengroßes Anliegen und dachten uns, wie können wir als Jugendliche dazu beitragen, dass es ein sicheres Netz für Kinder gibt. Wir haben diskutiert und dachten uns, dass eine öffentliche Aktion mit einem Kind auf einem Bett die beste Möglichkeit wäre, um so viel Aufmerksamkeit wie möglich zu schaffen. Damit Passant:innen darauf aufmerksam werden, dass Kinder auch in Gefahr sind, wenn sie auf dem Bett liegen – nur durch das Smartphone.
KiJuKU: Da war also die Umsetzung, die aufmerksamkeitserregende Aktion da. Was waren oder sind für Sie die wichtigsten Gefahren, die Sie thematisieren wollten?
Florian (20): Die, die man an den Schildern, die wir auf unseren Westen tragen, sieht: Ausspioniert, gemobbt, sexualisiert, desinformiert. Es war uns auch wichtig, das zu personifizieren, zu repräsentieren, dass also immer eine oder einer von uns stellvertretend eine solche Erfahrung zeigt. Um zu dokumentieren, wie alltäglich und wie nah diese Gefahren sind.
KiJuKU: Wie gehen Sie selber mit möglichen Gefahren um? Haben Sie schon ungutes in der Online-Welt erlebt?
Jasmin (18): Am besten umzugehen, finde ich, ist mit Desinformationen, weil man da mit Nachfragen, Recherchieren und Wissen dagegen ankann. Am schlimmsten ist es, glaube ich, bei Sexualisierungen. Natürlich sind eben auch ausspionieren, Absaugen persönlicher Daten und Mobbing große Gefahren. Da finde ich, ist immer die beste Lösung, mit anderen – echten Menschen, auch Erwachsenen – zu reden, Hilfe zu suchen…
KiJuKU: Und machen Sie das auch selber? Manchmal ist es ja so, dass du dir sagst, das wäre gut, aber in der Wirklichkeit, naja? Und bleibt dennoch auch auf unguten Videos hängen…?
Jad: Ich glaub, dass das vor allem bei KI-Videos passieren kann, wo du dann oft nicht weißt, ist das echt oder gefaked. Und das kann schon verunsichern.
KiJuKU: Nachdem derzeit ja massiv über Verbote und Altersgrenzen diskutiert wird, wie stehen Sie dazu?
Florian: ich denke, dass es zwar gut gemeint ist, es greift aber zu kurz. Meiner Meinung nach sind es oft oder fast immer die einfachsten Lösungen, die gut klingen, aber nicht so gut funktionieren.
Jad: Das ist meiner Meinung nach eine sehr oberflächliche Lösung, denn Jugendliche können sehr wohl VPN (virtuelle private Netzwerkverbindungen), Darknet nutzen oder was auch immer. Verbote werden nicht helfen. Was wir brauchen, ist Medienbildung und Medienkompetenzen, sodass Jugendlichen sich in Medien auskennen.
KiJuKU: Finden Sie, gibt es davon genug oder zu wenig? Und wenn zu wenig, wo und von wem sollten diese Kompetenzen vermittelt werden?
Jasmin: Es gibt zu wenig. Es gibt zwar das Fach digitale Grundbildung in dem Kinder ein bisschen über digitale Plattformen lernen, aber kaum bis nichts über Social Media. Da befinden sich aber Kinder und Jugendliche die meiste (Frei-)Zeit und nicht auf Word, Excel oder Powerpoint.
KiJuKU: Könnte das aber auch daran liegen, was die, die unterrichten selber wissen oder nicht wissen?
Florian: Auf jeden Fall, ich glaube, die Lehrerinnen und Lehrer, die uns heute unterrichten, haben ja eine ganz andere Digitalisierung mitbekommen. Und ich glaube, alles gleich zu verbieten, wäre der falsche Schritt. Aber man muss eben schauen, dass Lehrerinnen und Lehrer, Erziehungsberechtigte eben auf den neuesten Stand kommen bei der Digitalisierung, die sich eigentlich auch fast täglich verändert.
KiJuKU: Danke, Shukran Dzasilan, Modsha kheram / Kheli mamnoon / Sepaz
kijuku_heinz
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