Unicef macht am Red Hand Day, dem Aktionstag gegen Kindersoldat:innen-Dasein auf die katastrophalen Folgen für Kinder und Jugendliche aufmerksam, aber auch auf Projekte zum Durchbrechen dieser Gewaltspirale.
Gestern, heute, morgen, übermorgen … – jeden Tag wurde 2024 allein im südamerikanischen Kolumbien ein Kind mehr als gezwungen, schon ganz junger Soldat oder Soldatin zu sein. Auch auf der karibischen Insel Haiti hat die Zahl der Kindersoldat:innen deutlich zugenommen. Auf diese beiden länderspezifischen Beispiele weist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, am 12. Februar (2026) hin. Anlass: dieser Tag ist seit mehr als zwei Jahrzehnten der internationale Red Hand Day – mit runden Handabdrücken wird dagegen protestiert, dass Kindern als Soldat:innen ihre Rechte als Kinder, ihre Kindheit geraubt und sie unter Waffen gezwungen werden.
Und Anlass dafür war, dass am 12. Februar 2002 die UNO-Kinderrechtskonvention (schon 1989 beschlossen) um einen Vertrag erweitert wurde, sich aktiv gegen die Rekrutierung von Kindern als Soldaten einzusetzen.
„Kinder in Kolumbien geraten nicht nur ins Kreuzfeuer, sie werden seit Jahren aktiv rekrutiert und eingesetzt. Die Auswirkungen auf sie und ihre Familien sind verheerend“, sagte die UNICEF-Vertreterin in Kolumbien, Tanya Chapuisat. „Dringendes Handeln ist erforderlich, um Kinder vor Rekrutierung, sexueller Gewalt und anderen schweren Rechtsverletzungen zu schützen.“
Zehntausende Kinder sind durch die anhaltende Gewalt im bewaffneten Konflikt gefährdet. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, in denen Armut, fehlender Zugang zu Bildung sowie eine unzureichende soziale Infrastruktur die Verwundbarkeit von Kindern weiter erhöhen.
„Kinder in Kolumbien geraten nicht nur ins Kreuzfeuer, sie werden seit Jahren aktiv rekrutiert und eingesetzt. Die Auswirkungen auf sie und ihre Familien sind verheerend“, sagte die UNICEF-Vertreterin in Kolumbien, Tanya Chapuisat. „Dringendes Handeln ist erforderlich, um Kinder vor Rekrutierung, sexueller Gewalt und anderen schweren Rechtsverletzungen zu schützen.“
Mehr als 1,4 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes vertrieben, über die Hälfte davon Kinder. Sie sind mit sich überlagernden Krisen konfrontiert: bewaffnete Gewalt, Naturkatastrophen und extreme Armut. Diese Bedingungen haben das Wachstum bewaffneter Gruppen begünstigt und erhöhen den Druck auf Kinder, sich ihnen anzuschließen.
Kinder werden häufig unter Zwang angeworben, um ihre Familien finanziell zu unterstützen, aus Angst vor Gewalt im eigenen Umfeld oder aufgrund direkter Drohungen. Viele werden rekrutiert, nachdem sie von ihren Bezugspersonen getrennt wurden und ohne Schutz oder Überlebensmöglichkeiten sind. Bewaffnete Gruppen nutzen zunehmend soziale Medien mit falschen Versprechungen von Arbeit oder einem besseren Leben. Ein Austritt aus den Gruppen ist in der Regel nicht möglich.
Anlässlich des Red Hand Days, des internationalen Aktionstages gegen den Einsatz von Kindersoldaten, warnt Unicef vor einem sich verschärfenden Kreislauf aus Gewalt, Vertreibung, Armut und fehlenden Schutzmechanismen.
„Die Rechte von Kindern sind nicht verhandelbar“, sagte Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell. „Jedes Kind muss geschützt werden. Und jedes Kind, das von bewaffneten Gruppen rekrutiert oder eingesetzt wurde, muss freigelassen und unterstützt werden, damit es heilen, wieder lernen und seine Zukunft neu aufbauen kann.“
Die Rekrutierung und der Einsatz von Kindern durch bewaffnete Gruppen stellen eine schwere Verletzung ihrer Rechte dar und sind nach internationalem Recht – einschließlich des humanitären Völkerrechts und der internationalen Menschenrechtsnormen – verboten.
Kinder, die rekrutiert werden, sind vielfältigen Gefahren ausgesetzt: Verletzungen, Verstümmelung oder Tod in Kampfhandlungen, sexuelle, psychische und körperliche Gewalt, willkürliche Inhaftierung sowie der Verlust des Zugangs zu Bildung. Ihre Sicherheit, ihr Wohlbefinden und ihre gesamte Entwicklung werden nachhaltig beeinträchtigt.
Zu den sechs schweren Rechtsverletzungen gegen Kinder in bewaffneten Konflikten zählen: Tötung und Verstümmelung, Rekrutierung und Einsatz, Sexuelle Gewalt, Angriffe auf Schulen oder Krankenhäuser, Entführung, Verweigerung humanitären Zugangs
Kinder, die tatsächlich oder mutmaßlich mit bewaffneten Gruppen in Verbindung stehen – auch wenn ihnen Straftaten vorgeworfen werden –, müssen vorrangig als Opfer betrachtet werden, nicht als Täter.
Unicef arbeitet in beiden Ländern mit Regierungen, lokalen Institutionen, Zivilgesellschaft, UN-Organisationen und humanitären Partnern zusammen, um Rekrutierung zu verhindern und betroffene Kinder zu schützen.
Die Unterstützung umfasst unter anderem: Psychosoziale Betreuung, Fallmanagement und Überweisungen an Gesundheits- und Schutzdienste, Zugang zu Bildung und temporären Lernräumen, Familiensuche und -zusammenführung, wenn im besten Interesse des Kindes, Reintegration und Rehabilitation
In Haiti unterstützt das PreJeunes-Programm Jugendliche dabei, bewaffnete Gruppen zu verlassen oder schützt gefährdete Kinder durch Stärkung sozialer Inklusion und schützender Umfelder. Seit Unterzeichnung des Übergabeprotokolls im Januar 2024 konnten dort mehr als 500 Kinder mit spezialisierten Schutz- und Wiedereingliederungsdiensten unterstützt werden.
In Kolumbien hat die Präventionsarbeit zur Einführung einer nationalen Strategie zur Verhinderung von Kinderrekrutierung beigetragen. Unicef setzt auf einen systemischen Ansatz, der den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen innerhalb von Familien und Gemeinschaften stärkt und konfliktbedingte Risiken – auch unter Berücksichtigung ethnischer Perspektiven – gezielt adressiert.
Unicef ruft nationale Behörden und alle relevanten Akteure auf, Kinderschutzsysteme zu stärken, sicheren und nachhaltigen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zu gewährleisten und Programme zur Prävention und Reintegration auszubauen.
Zugleich appelliert die UN-Organisation an Geberregierungen, den Privatsektor und die internationale Gemeinschaft, dringend benötigte Programme für von Gewalt betroffene Kinder und Familien finanziell zu unterstützen, da diese weiterhin erheblich unterfinanziert sind.
„Kinder dürfen nicht zum Ziel bewaffneter Gruppen werden. Ihr Schutz ist keine Option, sondern eine Verpflichtung!“, heißt es abschließend in der medien-Aussendung von Unicef anlässlich des Red Hand Days 2026.
Rote Handabdrücke werden auf Transparenten, Plakate usw. als Aktion gemalt, gedruckt, gezeigt, um diesen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen zu stoppen. Die zentralen Forderungen zum Red Hand Day, dem internationalen Aktionstag an das Schicksal von Kindersoldat:innen im Folgenden
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