Ein Loblied kindlicher Fantasie – „Hannes und sein Bumpam“, Bilderbuch vom Erfolgsduo Mira Liebe / Susi Weigel; nun im Linzer Theater des Kindes auf der Bühne zum Leben erweckt.
„Messer, Gabel, Schere, Licht…“ – einem uralt- und zum Glück längst überholten Spruch zufolge seien diese „gefährlichen“ Dinge nix für Kinder. Schon früh (1961, also vor 65 Jahren), veröffentlichte DAS Bilderbuch-Erfolgsduo Mira Lobe und Suis Weigel (wohl am bekanntesten: „Das kleine Ich bin ich“, 1972 erschienen und „Die Geggis“, 1985) ein Bilderbuch, in dem Schere eine wichtige Rolle spielt. Noch mehr allerdings Fantasie.
Hannes, ein Kindergartenkind, sieht am Himmel nicht nur Wolken: „Auf dem blauen Himmelsmeer / fahr ich mit dem Wolkensegel / her und hin und hin und her.“ Auf der grauen Mauer, von der an manchen Stellen der Putz schon abgefallen ist und an so manchen Stellen die darunter liegenden Ziegel auftauchen, entdeckt er alle möglichen orange-weiß gemusterten Tiere.
Und vom Regen fasziniert, bastelt er eine Regenfrau aus Knetmasse, Stofffetzerln und für die Haare – ja da schneidet er sich selber welche ab. Was die Elementarpädagogin – damals noch üblich als „Tante“ bezeichnet – dazu veranlasst, ihm die Schere wegzunehmen – zwar von junger Gestalt und Gesicht, aber von uraltem Denken.
„Schäm dich, Hannes!“, sagt sie traurig und nimmt ihm die Schere weg.
Still geht er zurück zum Fenster.
Draußen ists noch immer grau …
„Warum darf die Regenfrau,
wo ich so viel Haare habe,
nicht ein paar davon bekommen?“
Und so ist er darauf angewiesen, die weitere Arbeit nur mit Ausreißen zu erledigen. Für sein Tier, das er spontan Bumpam nennt, lachen ihn die anderen Kinder aus. Im Traum erscheint ihm sein Bumpam und nimmt ihn mit in ein Fantasieland, wo es nur so von ausgerissenen Tieren und Landschaften wimmelt.
Das veranlasst ihn, am nächsten Tag im Kindergarten seinem in der Lade verstecktem hundeähnlichen Wesen vom Vortag viele neue tierische Gefährt:innen hinzuzufügen. Und siehe da, auf einmal finden die anderen Kinder das ziemlich toll. Sogar die Pädagogin namens Grete meint nun „bewundernd: Das ist aber schön geworden!“
Und so machen Lobe und Weigel den erst verspotteten Buben nun zum Vorreiter einer Technik, die andere Kinder von ihm lernen wollen…
Vor knapp mehr als zehn Jahren wurde „Hannes uns ein Bumpam“ – in der Originalversion – neu aufgelegt – und wurde nun vom Theater des Kindes in Linz für die Bühne inszeniert – Stückbesprechung in einem eigenen Beitrag, unten verlinkt.
Text: Mira Lobe
Illustration: Susi Weigel
Hannes und sein Bumpam
.. Seiten
Ab 4 Jahren
Jungbrunnen Verlag
17 €
Zu einer Schau- und Leseprobe geht es hier
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