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Grafik zum Anteil der Löschungen durch die Plattformen
Grafik zum Anteil der Löschungen durch die Plattformen
29.01.2026

174 Meldungen verdächtiger Inhalte im Netz auf 147 / Rat auf Draht

Die Hotline für Kinder und Jugendliche erhält im Schnitt von jungen Menschen jeden zweiten Tag eine Meldung zu rechtwidrigen Inhalten auf Social Media Plattformen.

174 Meldungen über Verdacht auf rechtswidrige Inhalte auf Tiktok, Instagram & Co. erhielt Rat auf Draht im vergangenen Jahr. Knapp ein Drittel (64 Inhalte) wurden als rechtswidrig eingestuft – Gewaltverherrlichung, Erpressung mit Nacktbildern, Missbrauchsdarstellungen. Die meisten Plattformen reagierten innerhalb von 48 Stunden und entfernten die Inhalte.

Möglich macht dies der Trusted Flagger Status, den Rat auf Draht seit Anfang 2025 trägt. Trusted Flagger sind so genannte „vertrauenswürdige Hinweisgeber“, die im Rahmen des DSA (Digital-Service-Act) rechtswidrige Inhalte auf Online-Plattformen melden und von diesen bevorzugt behandelt werden müssen.

Rat auf Draht ist Trusted Flagger, auf der Website kannst du verdächtige Inhalte melden
Rat auf Draht ist Trusted Flagger, auf der Website kannst du verdächtige Inhalte melden

Über Rat-auf-Draht-Website

Seit März 2025 können Kinder und Jugendliche direkt über die Rat auf Draht-Website derartige Inhalte melden. Über das Meldeformular kann die URL eines potenziell rechtswidrigen Beitrags oder Kommentars geschickt werden. Das Team von Rat auf Draht überprüft die Meldungen auf ihre Rechtswidrigkeit. Danach werden diese Beiträge bei der jeweiligen Onlineplattform in einer eigens eingerichteten Möglichkeit für Trusted Flagger gemeldet. Onlineplattformen sind im Rahmen des DSA verpflichtet, vertrauenswürdige Hinweisgeber über die ergriffenen Maßnahmen zu informieren. Rat auf Draht informiert wiederum die Melder:innen über das Ergebnis per Mail.

Verteilung der Meldungen
Verteilung der Meldungen

Gewalt, Nacktbilder, Missbrauchsdarstellungen

Die meisten Meldungen betrafen die Netzwerke Tiktok (24), Instagram (17) und Discord (15). Auffallend ist auch, dass die Art der rechtswidrigen Inhalte von Plattform zu Plattform stark variiert. So wurden auf Tiktok am meisten Inhalte zu Gewaltverherrlichung gemeldet (17), auf Instagram war die Erpressung mit Nacktbildern (Sextortion) das häufigste Thema (16) und auf Discord Missbrauchsdarstellungen von Minderjährigen (9). „Rechtswidrige Online-Inhalte können für Betroffene mit starkem Leidensdruck und psychischer Belastung einher gehen. Daher ist es uns ein wichtiges Anliegen, die Kinder und Jugendlichen im Rahmen der Anfragen auch auf die Möglichkeit einer begleitenden Unterstützung durch unsere Beratungsangebote hinzuweisen“, sagt Birgit Satke, Leiterin des Beratungsteams von Rat auf Draht.

Statistik zu Meldungen und Behandlungen auf Tiktok
Statistik zu Meldungen und Behandlungen auf Tiktok

Ein Drittel rechtswidrig

Von den 174 Meldungen, die 2025 eingingen, wurden 64 Inhalte als rechtswidrig eingestuft und bei den jeweiligen Onlineplattformen gemeldet. Beim Großteil der gemeldeten Inhalte konnte eine Entfernung bei den Online-Plattformen erreicht werden. „Einige Melder:innen teilten uns mit, dass sie bereits selbst versucht hatten, die Online- Inhalte bei der Plattform zu melden, jedoch ohne Erfolg. Als Trusted Flagger konnten wir in vielen dieser Fälle dann doch eine Entfernung erwirken. Dies zeigt, dass die meisten Plattformen die Tätigkeit der Trusted Flagger ernst nehmen. Aber auch, dass viele User:innen auf die Unterstützung der Trusted Flagger angewiesen sind“, so Satke.

Statistik zu Meldungen und Behandlungen auf Instagram
Statistik zu Meldungen und Behandlungen auf Instagram

Unsicherheiten – Orientierung

Die bisherigen Erfahrungen zeigen auch, dass sich viele Nutzer:innen nicht sicher sind, ob gewisse Inhalte rechtswidrig sind oder gegen die Nutzungsbedingungen der Plattformen verstoßen. „Auch der Aufbau der Meldemöglichkeiten auf Onlineplattformen ist für viele junge Menschen zu komplex gestaltet. „Einige Plattformen erwarten sich im Rahmen eines Meldevorgangs die Zuordnung zu einem Gesetz, gegen das mit dem gemeldeten Inhalt verstoßen wird. Dies ist insbesondere für Kinder und Jugendliche oft eine unüberwindbare Herausforderung“, erklärt Satke.

Statistik zu Meldungen und Behandlungen auf Discord
Statistik zu Meldungen und Behandlungen auf Discord

Verpflichtende Reaktion

Zudem besteht für Online-Plattformen mit dem Digital Service Act eine europaweite gesetzliche Verpflichtung, auf Meldungen der Trusted Flagger zeitnah zu reagieren. Davor hatten viele User:innen die Erfahrung gemacht, dass sie auf gemeldete Inhalte keine Rückmeldung haben oder problematische Inhalte nicht entfernt wurden. Die gesetzliche Verankerung ermöglicht es, die Plattformen bei der Entfernung rechtswidriger Inhalte besser in die Pflicht zu nehmen.

„Wir hoffen, dass noch mehr Kinder und Jugendliche den Mut finden werden, gegen illegale Inhalte im Internet vorzugehen. Gemeinsam können wir mit nur ein paar Klicks viel erreichen“, so Satke.

kijuku_heinz

Zum kompletten Trusted Flagger Jahresbericht von Rat auf Draht geht es hier

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