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Birgit Satke (Rat auf Draht), Alexander Pröll (Staatssekretär), Barbara Buchegger (Safer Internet) und Stefan Ebenberger (ISPA - Internet Service Providers Austria)
Birgit Satke (Rat auf Draht), Alexander Pröll (Staatssekretär), Barbara Buchegger (Safer Internet) und Stefan Ebenberger (ISPA - Internet Service Providers Austria)
09.02.2026

„Bei KI nicht dieselben Fehler machen wie bei (un-)sozialen Medien“

Safer Internet, Rat auf Draht, Internet-Service-Provider und der Digitalisierungs-Staatssekretär zur Umfrage unter Jugendlichen und deren überraschend hoher alltäglicher KI-Chatbot-Nutzung.

„Gekommen, um zu bleiben“ seien die eher schon unsozialen Medienplattformen ebenso wie „KI, die größte technische Disruption“, so der unter anderem für Digitalisierung (neben Verfassung, öffentlichem Dienst und Kampf gegen Antisemitismus) zuständige Staatssekretär Alexander Pröll am Montag. Seine Aussagen erfolgten beim Mediengespräch zur aktuellen Studie von Safer Internet.at zu KI-Chatbots, die von 94 Prozent der befragten 500 Jugendlichen (11 bis 17 Jahre) genutzt werden – ausführlicher Beitrag zu dieser Studie weiter unten verlinkt.

Großes mediales Interesse für die Safer-Internet-Studie
Großes mediales Interesse für die Safer-Internet-Studie

Digitale Kompetenzbildung

Während er (1990 geboren also ein Mitt-30er) sich noch per Telefon mit Freunden zum Fußballspielen verabredet habe, würden heutige Kinder und Jugendliche stundenlang am Handy abhängen. „Im Idealfall wird es – gemeinsam mit dem Koalitionspartner – eine europäische Regelung zur Altersbegrenzung des Zugangs zu Social Media geben.“ Wenn dies zu langsam kommen würde, dann lieber ein österreichischer Alleingang, so Pröll.

Aber noch wichtiger sei die „digitale Kompetenz-Initiative mit Gratis-Workshops und mehr digitale Bildung in den Schulen. Als Gesellschaft haben wir alle miteinander Verantwortung, Kinder und Jugendliche bestmöglich zu schützen. Die KI bietet enormen Chance, die sollten wir nutzen, aber auch die Risiken bestmöglich“ in den Griff kriegen, so der Staatssekretär.

Vorsicht vor Datenweitergabe

Die vielen Ergebnisse und Antworten der befragten Jugendlichen präsentierten Barbara Buchegger von Safer Internet, Birgit Satke von Rat auf Draht und Stefan Ebenberger von ISPA – Internet Service Providers Austria. Buchegger, die übrigens vorschlug, statt Social Media bzw. soziale Netzwerke „Kurzvideoplattformen“ zu sagen, wies unter anderem darauf hin, dass viele der Befragten blauäugig viel zu viele private Daten und Informationen in Gesprächen mit KI-Chatbots preisgeben.

„Wir müssen transparenter machen, warum es nicht gescheit ist, allerpersönlichste Informationen weiterzugeben, bewusster machen, dass KI ein Werkzeug ist und dürfen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz nicht die Fehler wiederholen, die wir bei den Plattformen gemacht haben“, nämlich sie mehr oder minder laufen zu lassen. Es brauche taugliche Schutzmaßnahmen („Safeguards“), Werbung müsse ebenso als solche gekennzeichnet werden, wie Bilder, Videos, Material, das mit KI erstellt wurde. Neben diesbezüglicher Bildung in Schulen und für und durch Eltern brauche es auch die entsprechende Vorbildwirkung Erwachsener.

Buchegger thematisierte aber auch noch die Gefahr einer neuen digitalen Kluft, denn die „Kommunikation mit KI-Chatbots erfordere, gut beim Formulieren zu sein, hohes Sprachvermögen und -gefühl“.

Grafik aus der Studie
Grafik aus der Studie „KI-Chatbots als Alltagsbegleiter für Jugendliche“

Scheu und Angst vor realen Gesprächen

Birgit Satke von Rat auf Draht berichtete unter anderem, dass im Gegensatz zu früher, wo viele Jugendliche sich mit klassischen Teenager-Fragen an die kostenlose, rund um die Uhr erreichbare Hotline 147 gewandt haben, heute oft Anfragen kommen, „wie kann ich ein Gespräch beginnen“ mit vielen Ängsten vor Zurückweisungen oder gar komplizierten Gesprächen“. Dies erkläre, warum sich der Umfrage zufolge viele der 500 Jugendlichen lieber an KI-Chatbots wenden als mit echten Menschen zu reden. „Wobei wir oft am Beginn gefragt werden, ob wir echt oder KI sind.“

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Hier unten geht’s zur ausführlichen Darstellung der Umfrage unter 500 Jugendlichen (11 bis 17 Jahre)