Der 21. Februar ist der Internationale Tag der Muttersprachen, im Wien Museum gab‘s am Vortag Führungen in 25 Sprachen.
Die für Erziehung, Wissenschaft und Kultur zuständige Organisation der Vereinten Nationen hat vor einem Vierteljahrhundert den 21. Februar zum internationalen Tag der Muttersprachen ausgerufen. Einerseits geht es darum, Minderheitensprachen, die vom Aussterben bedroht sind, Aufmerksamkeit zu schenken. Und andererseits will die UNESCO damit „sprachliche und kulturelle Vielfalt und Mehrsprachigkeit“ als Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis und Respekt fördern.
Mitarbeiter:innen des Wien Museums boten heuer (2026) am Vortag ½-stündigen kostenlose Führungen in 25 Sprachen an, denn „viele der über 100 in der Stadt gesprochenen Sprachen sind auch in unserer Institution präsent“.
1952 beschloss die Regierung des damaligen Pakistans, dass Urdu die einzige Amtssprache sein sollte; obwohl es nur für drei Prozent der Bevölkerung die Muttersprache war. In Ostpakistan wurde sogar fast ausschließlich Bengalisch gesprochen. Bei Protesten in Dhaka am 21. Februar schoss die Polizei auf Demonstranten und erschoss dabei einige.
Die sprachliche und kulturelle Unterdrückung Ostpakistans führte 1971 zur Abspaltung und zur Gründung von Bangladesch. Der 21. Februar wird dort seitdem als Tag der Märtyrer begangen. Auf Antrag von Bangladesch wurde dieser Tag im November 1999 durch die UNESCO zum Internationalen Tag der Muttersprache erhoben.
Darüber hinaus hat der Europarat im Europäischen Jahr der Sprachen (2001) zusätzlich den Europäischen Tag der Sprachen ausgerufen – seit 2002 wird dieser jeweils
am 26. September begangen. Ziel ist es, aller Sprache und Kulturen gleich wertzuschätzen, Vorteile von Sprachkenntnissen bewusst zu machen, Mehrsprachigkeit zu fördern und Menschen in Europa zum lebensbegleitenden Lernen von Sprachen zu motivieren. Und letztlich auch darauf aufmerksam zu machen, „das reiche Erbe der 200 europäischen Sprachen zu bewahren“.
Derzeit wird dieser Tag laut Wikipedia in bis zu 45 Ländern für Aktionen genutzt. Diese werden vom Europäischen Fremdsprachenzentrum (EFSZ/ECML/CELV) des Europarates in Graz koordiniert und mit Partnerorganisationen in den einzelnen Ländern lokal durchgeführt. In Graz selbst fand ab 2013 das jährliche Sprachenfest auf der Grazer Murinsel statt, seit 2016 steigt es im Graz Museum.
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