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Jedes Jahr prägt ein anderes Motto und ein anderes Plakat-Sujet die alljährlichen Amicus-Awards für soziale Projekte in der privaten Handelsschule und -akademie Vienna Business School Akademistraße
Jedes Jahr prägt ein anderes Motto und ein anderes Plakat-Sujet die alljährlichen Amicus-Awards für soziale Projekte in der privaten Handelsschule und -akademie Vienna Business School Akademistraße
02.05.2026

Natuleya! / Gehen wir’s an! 400 Jugendliche taten / tun das

Zum 23. Mal organisierten Schüler:innen einer privaten Wiener Handelsakademie- und -schule soziale Projekte im In- und Ausland – und wurden mit „Amicus“-Awards ausgezeichnet.

Ein Haus für eine Familie in Peru, Esel und Lastkarren für fünf Familien im Senegal, 31 mit Schulmaterialien gefüllte Rucksäcke für Kinder in Uganda, Gedächtnis- und Gemeinschaftsspiele mit Senior:innen in einem Wiener Altersheim, Spenden über gelaufene Kilometer für Menschen, die an ME / CFS erkrankt sind, eine vor allem Covid-Langzeitfolge, die noch immer zu wenig anerkannt und erforscht ist… – breit ist die Palette an 15 sozialen, engagierten Projekten von Schülerinnen und Schülern der HAK 1 der Vienna Business School (private Handelsakademien und -schulen des Fonds der Wiener Kaufmannschaft).

Fast 50 Prozent

400 Jugendliche und damit fast die Hälfte der Schüler:innen vor allem aus den Gruppen des katholischen und islamischen Religionsunterrichts sowie des Fachs Ethik, haben die Projekte – großteils in der Freizeit – ausgedacht, geplant, durchgeführt. Jeweils einige, meist wenige, Vertreter:innen präsentierten diese kurz und knackig knapp vor dem Feiertag (1. Mai) auf der Bühne des Schulfestsaals. Zum 23. Mal wurden Urkunden für alle und darüber hinaus Preise vergeben, die Amicus Awards (initiiert vom katholischen Religionslehrer Piotr Kubiak) – drei von einer, teils jährlich neu zusammengesetzten, Jury sowie ein Publikumspreis, über den die Festgäst:innen in der Pause abstimm(t)en.

Rund 3000 Jugendliche in 23 Jahren

Bevor nun alle 15 Projekte vorgestellt werden – aufgeteilt auf drei Beiträge, entsprechend der Reihenfolge der Präsentationen, da üblicherweise laaaanges Scrollen viele User:innen nicht besonders schätzen und einem dann abschließenden über die Gewinner:innen -, noch einige Fakten: In den bisherigen 23 Jahren wurden für die nach dem lateinischen Wort für Freund genannten Preise 375 Projekte insgesamt eingereicht – mit rund 3000 beteiligten Schüler:innen, vielen natürlich im Laufe ihrer Schulzeit auch an mehreren Projekten beteiligt.

Und die Preisverleihung wird immer auch musikalisch umrahmt, heuer bereits zum zweiten Mal, von der Band Ironix (Bass: Elina Arabella Blach, Schlagzeug: Paul Gall, Gsang: Julia Schuster und Gitarre: Paul Toth); und moderiert wird die festliche Show immer von Schüler:innen, in diesem Jahr von Gwendolin Hanny und Fabian Beltinger.

Natuleya – Unterstützung für Schule in Sambia

Viele Jahre gab es zwischen der HAK 1 (Akademiestraße, Wien-Innere Stadt) und der Integrativen Schule Hernals eine Partnerschaft namens „Freundschaft verbindet“, die wurde in diesem Schuljahr von der Religionsgruppe dreier erster Handelsschulklassen (1A, 1B, 1C) wieder aufgenommen. Gemeinsam organisierten die Jugendlichen beider Schulen eine Sammlung in der Fastenzeit – um miteinander für ein Schulprojekt in Sambia (im südlichen Afrika zwischen Angola, Demokratischer Republik Kongo, Tansania, Malawi, Mosambik, Simbabwe, Botswana und Namibia) zu spenden: Natuleya – aus der am meisten in diesem Land verbreiteten Sprache Chibemba heißt übersetzt „gehen wir’s an“. Die Hilfsorganisation gleichen Namens unterstützt verschiedene Projekte – Bildung, Werkstätten… in Ching’ombe im Luano Tal (grenzt im Süden an den Lower Zambezi Nationalpark) und „zählt zu den abgelegensten und isoliertesten Gebieten des Landes. Es ist besonders während der Regenzeit sehr schwer zugänglich“ (Zitat aus der Homepage von natuleya.org).

Freude im Alter

Die einen schimpfen über die anderen – „diese Jugend von heute!“, ein Spruch, der seit Geeeeenerationen mehr oder minder der gleiche bleibt – und diese wiederum halten von den Älteren auch nicht viel. Ein weit verbreitetes (Vor-)Urteil, meist außer wenn’s um eigene Enkelkinder bzw. Großeltern geht. Regelmäßig finden im Rahmen des Amicus-Awards solch Generationen-Grenzen überwindende Projekte statt. In diesem Schuljahr führten Schüler:innen zwei erster HAK-Klassen (1B und 1C) ein solches durch, besuchten Senior:innen in einem Altersheim. „Dort haben wir Zeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern verbracht, Gedächtnis- und Gemeinschaftsspiele gespielt und viele wertvolle Gespräche geführt. Die Senior*innen waren ein Schatz an Lebenserfahrung, die sie mit uns geteilt haben. Wir sind gemeinsam spazieren gegangen und haben für Abwechslung in ihrem Alltag gesorgt. Mit unserem Besuch konnten wir Freude bereiten und den Austausch zwischen den Generationen stärken“, heißt es in der Präsentation.

„Beziehungen zwischen den Generationen tragen aus meiner Sicht zu einer besseren Gesundheit und einem gesteigerten Wohlbefinden sowohl jüngerer als auch älterer Menschen bei. Für ältere Erwachsene kann der Kontakt mit jüngeren Generationen ein Gefühl der Sinnhaftigkeit und Motivation fördern. Die Memoryspiele, die wir angeboten haben, können die kognitiven Fähigkeiten stärken“, wird eine der beteiligten Jugendlichen zitiert (Oliwia).

Winterwärme

Eine Gruppe, die noch viel mehr Vorurteilen ausgesetzt ist, sind Obdachlose. Solche Berührungsängste haben Schüler:innen zweier weiterer erster Handelsakademie-Klassen (1 A und 1D) überwunden. „Wir haben Spenden gesammelt und diese direkt an Bedürftige weitergegeben. Durch den persönlichen Kontakt konnten wir ein besseres Verständnis dafür entwickeln, mit welchen Herausforderungen obdachlose Menschen im Alltag konfrontiert sind. Die Sammlung von gebrauchten Kleidungsstücken und anderen wichtigen Dingen hat uns gezeigt, wie wertvoll selbst kleine Beiträge sein können und wie viel sie im Leben anderer bewirken. Bohrmaschinen und andere Haushaltsutensilien sowie die Winterkleidung haben die Nachhaltigkeit des Projekts besonders geprägt. Das Projekt war für uns eine wichtige Erfahrung, wie Armut in Wien erlebt wird. Als Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse haben wir erfahren, dass Zusammenhalt und soziales Engagement eine wichtige Erweiterung der ökonomischen Ausbildung sind.“

„Das Projekt ist für mich wertvoll, weil ich aktiv Menschen helfen konnte und gleichzeitig mehr über das Leben obdachloser Menschen erfahren habe. Es hat mir zudem gezeigt, wie ich sie in Zukunft besser unterstützen kann“, meinte Sophie, eine der Schülerinnen.

Außerdem finden die Jugendlichen – über die konkrete Hilf hinaus – „das Projekt ist wertvoll, weil wir nicht aus Zwang spenden, sondern aus eigenem Willen. Die Spenden sind eine Geste der Liebe für die Gesellschaft und für die Umwelt“.

Haus der Hoffnung

Nachdem das Haus der Familie Luci Garcia in der peruanischen Hauptstadt Lima abgebrannt war und Schüler:innen der 1EK (Handelsakademie) davon erfuhren, kamen sie voll in die Gänge, starteten „Casa de Esperanza“ (Haus der Hoffnung) und teilten Arbeit auf. Drei „Finanzmeister“ kümmerten sich um Spendensammlungen vor allem von Schüler:innen der Klasse, aber auch darüber hinaus – inklusive digitalem Crowdfunding. Und siehe da, die Familie konnte mit dem auf zwei Tranchen überwiesenen Geld Baumaterialien besorgen und ein neues Haus bauen.

Hungersnot in der Savanne

Geplant hatte die römisch-katholische Religionsgruppe der 2AS (Handelsschule) ein Projekt, „in dem wir Ziegen für Familien im Senegal (Westafrika) kaufen. Die Gründer der Organisation „Grenzenlose Leprahilfe“, die Familie Burghauser, hat uns besucht und erzählt, dass in Senegal extreme Hungersnot herrscht und dringend Essen gebraucht wird. Das Projektteam entschied sich, diese Not zu lindern. Jedes Paket besteht aus einer runden Plastikwanne, die später als Wasserbehälter und Transportmittel (auf dem Kopf getragen) dienen kann, mehreren Kilo Reis, Öl, Salz, Zucker und anderen haltbaren Nahrungsmitteln.“

Montage von Fotos aus dem Senegal - Kinder, die im Müll nach Verwertbarem suchen, Spenden aus Österreich, die am Ende von Frauen auf ihren Köpfen nach Hause getragen werden
Montage von Fotos aus dem Senegal – Kinder, die im Müll nach Verwertbarem suchen, Spenden aus Österreich, die am Ende von Frauen auf ihren Köpfen nach Hause getragen werden

Woche für Woche spendeten Jugendliche einen Teilihres Taschengeldes, trieben zusätzliche Sponsor:innen auf und konnten so 15 Familien „unterstützen und ihre Not lindern“. Die schon erwähnte Familie übergab die Spenden vollständig an die Betroffenen und schickte Beweisfotos, von denen einige auch KiJuKU zur Verfügung gestellt wurden.

Und so wie praktisch alle anderen 14 Projektgruppen präsentierten auch Vertreter:innen dieser Gruppe neben der konkreten Hilfe eigene dabei erworbene „Soft skills“ und Kompetenzen – von der Projektorganisation über „starke Teamarbeit und Kommunikation, Zuverlässigkeit beim Sammeln von Spenden“ und nicht zuletzt eine der wertvollsten Fähigkeiten: Empathie, soziales Mitgefühl – das sie von der Bühne her auch den Festgäst:innen vermitteln konnten. Übrigens: Jedes Jahr organisierte ein anderes Schüler:innen-Team die Award-Zeremonie, gestaltet ein eigenes Plakat-Sujet und sucht ein eigenes Motto; in diesem Jahr war / ist es: Miteinander- Füreinander.

kijuku_heinz

Weitere Beiträge folgen – mit Projektpräsentationen sowie den Gewinner:innen.