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Protestaktion gegen Stundenkürzungen in Volksschulen
Protestaktion gegen Stundenkürzungen in Volksschulen
28.06.2021

Voll blöd, wenn unsere Mehrstufenklassen auseinander gerissen werden …

… Förderstunden wegfallen, Schwimmkurse absaufen …: Rund 1000 Kinder, Eltern, Pädagog*innen demonstrierten Montagnachmittag gegen Stundenkürzungen vor allem in Volksschulen.

Bunt, laut, seeehr jung – und viel mehr als erwartet: Das war die Schar der Demonstrantinnen und Demonstranten Montagnachmittag, die sich im Rathauspark traf. Und es wurden im Lauf des Spaziergangs über Ring, Wipplinger Straße – mit Halt vor der Bildungsdirektion Wien – und weiter zum Bildungsministerium immer mehr. Vor allem Kinder – und ihre Eltern, manchmal auch Großeltern, Lehrer*innen und Direktor*innen – in Summe rund 1000 Teilnehmer*innen – protestierten gegen überfallsartig zwei Wochen vor den Sommerferien verordnete Kürzungen von Förder- und Teamstunden, von Schwimmkursen und das Zerreißen von Mehrstufenklassen (Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr … hatte – wie auch alle anderen Medien in der Vorwoche berichtet.

Wanja aus der Volksschule Zennerstraße sagt dem Journalisten, dass er im kommenden Schuljahr nur mehr zwei seiner jetzigen Freunde aus der Mehrstufenklasse in der neuen, zerrissenen 4. Klassen haben würde. Katerina findet es „blöd“ – das ist übrigens eines der meistgehörten Wörter an diesem Nachmittag, „dass auch die Förderstunden wegfallen sollen, damit wird doch Bildung nur schlechter, obwohl alle davon reden, dass die so wichtig ist“; da stimmt ihr auch Magdalena zu. Miriam bringt für die Mehrstufenklasse noch ein weiteres Argument ein: „Das sind viel besser durchmischte Lerngruppen“. Sofia betont, dass „da Lernen auch viel mehr Spaß macht, außerdem soll jetzt dann der Schwimmkurs wegfallen und das ist ja voll gefährlich, wenn Kinder nicht schwimmen lernen“.

Jona ergänzt, „dass bei uns in der Schule alle Mehrstufenklassen wegfallen würden und auch die Stunden für die Lehrerinnen und Lehrer, die Kindern beim Lernen helfen. Das ist doch voll blöd!“

Maja weiß, „das passiert leider auch ja nicht einmal nur bei uns, sondern in vielen Schulen“ – und nicht nur die während der Gespräche mit den Kindern im Rathauspark ständig neu ankommenden Demonstrant*innen, sondern da und dort auch Schulfahnen oder Transparente der einen und anderen weiteren Schule bestätigen das.

Nicht nur betroffene Kinder, sondern auch ältere Geschwisterkinder reihen sich unter die Protestierenden – aus Solidarität wie Nathalie, die von ihrem Bruder und Lilli, die von anderen Kindern erzählt, „die schon bei uns in der Schule schnuppern waren und sich auf die Mehrstufenklasse (MSK) freuen. Alle Neuen hätten in der MSK Partnerkinder gehabt, die ihnen besonders am Schulanfang helfen. Wenn’s die MSK nicht gibt, dann haben die neuen Kinder diese Helferleins nicht mehr.“

Nach den ersten Offenen Briefen und Protesten in der Vorwoche hatten Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr und Bildungsdirektor Heinrich Himmer reagiert und aus dem Stadtbudget Geld freigemacht für umgerechnet rund 100 weitere Dienstposten. Aber das reicht nicht, um die Kürzungen, die in den vergangenen zwei Wochen bekannt geworden sind, auszugleichen.

Kritik wird am Rande der Demo immer wieder daran laut, dass das nun angeblich so faire, transparente neue Verteilungssystem von Lehrer*innen-Stunden nicht nur zu wenig ist, die Kürzungen so knapp vor den Ferien alle Planungen über den Haufen werfen, und der wirkliche Durchblick fehle. Vielmehr wäre es darum gegangen: Rechtzeitig aufzuschreien, dass es viel mehr – wie jetzt vom Vizebürgermeister mehrfach ins Spiel gebracht worden ist – gut 1000 Dienstposten mehr, noch dazu wo seit 15 Monaten im Zusammenhang mit Corona immer die Rede war/ist: „koste es, was es wolle…“

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