… doch so manche wollen das nicht – „Na Zoowas!“; außergewöhnliches Bilderbuch über Tier-Mensch-Verhältnisse.
„Über mir die Lüfte, unter mir die Erde, rechts die Stadt und links das Land. In der Mitte das, was die Menschs „Zoo“ nennen. Ein Zoo hat Viechs von überall, alle in ihrem eigenen Zuhause.“ Die Autorin Melanie Laibl lässt die „Wilde Kraa“ über einen exemplarischen, bewusst nirgends konkret verorteten Tiergarten erzählen. Und das vor allem aus der Sicht dieses fliegenden, flatternden, schwebenden, keinen Grenzen ausgesetzten und den Überblick habenden schwarzen Wesens – eines Kolkrabens (wie spätestens am Beginn der sechs Erklär-Seiten im Anhang zu entdecken ist).
Aus ihrer eigenen Erfahrung will die Wilde Kraa etwas worüber sie „die halbe Nacht… gebrütet und gegrübelt“ hat den Tieren, die sie gern besucht, verklickern: Ihr könnt genauso frei sein wie ich. Noch dazu wo sie in der Früh miterlebt, wie die auf ihre „Mjam-Nams“ warten, damit ihnen die Futter bringen und ebenso auf die Abwechslung durch die „Schau-Waus“.
Für die Bezeichnung von Tieren, aber eben auch Menschen, greift die Autorin einerseits auf einen Mix aus Wortspielen zu in der Tradition der Autor:innen von Klassikern wie „Das Sprachbastelbuch“ (Christine Nöstlinger, Renate Welsh und viele andere). Und andererseits erinnert manches an Tierlauten bzw. Beschreibungen, die häufig (nicht nur) von Kindern für die jeweilige Gattung verwendet werden. Wer übrigens – aufgrund der Tierlaut-Bezeichnungen samt den Bildern nicht ganz sicher sein sollte, wen Laib gemeint hat, findet auf den schon erwähnten (sechs) Seiten im Anhang die Erklärung – samt Infos zu der jeweiligen Tierart, oder auch den Menschen (Tierpfleger:innen bzw. Besucher:innen) sowie der Autorin (Krtz-Krtz) und der Illustratorin – Krikel-Krakel.
Apropos Illustratorin: Linda Schwalbe hat nicht nur einen kunterbunten, abwechslungsreichen, und auch beim mehrmaligen Betrachten des Bilderbuchs immer wieder neue Details zu entdeckenden Kosmos der Zoo-Bewohner:innen geschaffen. Mit der durchgängig aus geometrischen Figuren zusammengesetzten Lebewesen und Landschaft gelingt es ihr auch die zwei widersprüchlichen Seiten der Geschichte ideal zum Ausdruck zu bringen. Scheinbar begrenzt wirkende geometrische „unnatürliche“ Formen zaubern doch eine fast unendliche Vielfalt.
Und Laibl lässt in dem Versuch, sich in die Tiere hineinzuversetzen, die freiheitsliebende Rabin bei ihrem überzeugten Befreiungsversuch bei so manchen der Zoo-Tiere auf gar keine (große) Gegenliebe stoßen. Und es ist nicht nur deren mögliche „Bequemlichkeit“ wegen de Rundum-Versorgung, sondern auch die – in vielen Zoos – schon lange neue Grundhaltung möglichst artgerechter Haltung plus Schutz und (Wieder-)Vermehrung gefährdeter Arten. Samt dann doch weitergehenderer Einrichtungen wie Auffang- und Aufzuchtstationen in wildnisnaher Umgebung und vieles mehr (ebenfalls auf den Erklär-Seiten).
Und über die „animalischen“ Welten hinaus transportiert diesen, wie natürlich viel gute Bücher über Tiers so manches über Menschen – samt den auch wachsenden Gedanken, dass diese „nichts Besseres“ sind.
Idee und Text: Melanie Laibl
Illustration: Linda Schwalbe
Grafische Gestaltung: Michèle Ganser
Na Zoowas! Wo die wilde Kraa den Tiergarten aufmischte
32 Seiten + 6 Erklär-Seiten
Leykam Verlag
22,50 €
Zu einer Schau- und Leseprobe geht es, beim Klicken auf „Blick ins Buch“ hier
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