Lustig illustriertes Sachbuch (nicht nur) für Kinder rund um Klamotten und deren (welt-)weite unfreiwillige Reisen.
Das Titelbild und vor allem der Untertitel zeigen und sagen klar, worum‘s geht: Viiiiele Schuhe und einige Klamotten und Kappen mit Brillen und „Hunde-)Klappohren an und rund um einen Hund. „Wie weit wir für unsere Kleidung gehen“ – wobei eigentlich genau anders rum – wie weit Kleidung für uns geht – und dann letztlich aber doch wieder die erste Variante, aber dazu später.
„Hunderunde“ – so der Haupttitel – ist ein mit Humor gewürztes stark bebildertes Sachbuch rund um unsere Kleidung, wie und wo sie unter welchen Bedingungen hergestellt wird – Stichwort Kinderarbeit, noch dazu schlecht bezahlt und urarge Arbeitsbedingungen -, Verschwendung – weil oft viel gekauft und wenig getragen wird -, Natur- und Kunststoff-Fasern.
So manches, das oft mit nüchternen Zahlen abgehandelt wird, zeigt dieses Buch recht anschaulich. Die Doppelseite 42 / 43 ist mit 18 Badewannen und darinnen plantschenden oder entspannd liegenden Hunden gefüllt und illustriert: „Für die Herstellung eines gewöhnlichen Baumwoll-T-Shirts werden im Durchschnitt 2700 Liter Wasser verbraucht. Das sind 18 Badewannen voll. Und das ist ziemlich genau die Menge, die ein Zweibeiner in drei Jahren trinken soll, damit er gesund bleibt und nicht verdurstet.“ (siehe Bild ganz oben)
Aber auch eine Geschichte der Kleidung – vorwiegend europäischer, Kleidungsvorschriften und -Normen und vieles mehr wird oft „so nebenbei“ verklickert.
Die bekannte Autorin Frauke Angel hat den Text verfasst, Nadine Prange rund um und anhand vieler Hunde die Bilder, teils im Stile von – professionell angefertigten – Kinderzeichnungen beigesteuert. Idee und Konzept kommt von einer Initiative namens lokaltextil, namentlich von Eva Howitz und Lena Seik. Das Quartett wollte mit dem Buch aber nicht Käuferinnen und Käufern oder Kindern, die sich Kleidung wünsche, schlechtes Gewissen einreden, sondern neben der Sachinformation darüber wie (ultra) fast fashion funktioniert, Alternativen von Reparieren, tauschen und ähnliches entgegenstellen und dies sehr oft auch humorvoll. Ergänzend zum Buch gibt’s von der genannten Initiative auch eine Website mit weiterführendem Wissenswerten – Link in der Buch-Info-Box.
Und die vier hinterfragen sich am End auch teilweise selbst. Die vorletzten vier Seiten sind einer Art Chat-Diskussion untereinander gewidmet, die so beginnt:
„Nadine Prange: Na, jetzt sind wir alle zwar schlauer.
Frauke Angel: Aber auch verzweifelter. Was kann ich alleine schon ausrichten?…“
Und mit einem hoffnungsfrohen Zukunftsbild mit „Repair-Café“ und „Tauschladen“ endet.
Bleibt immer noch die Frage, warum gerade „Hunderunde“. Nun, Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… vermutetet zunächst wegen des Plädoyers für Kreislaufwirtschaft schlicht den Reim Runde – Hunde als Grund und fragte bei der Autorin nach. Und prompt kam via Social Media-Netzwerk die Antwort: „Nein: „eine Hunderunde drehen“ beschreibt ja etwas wie den Spaziergang um die eigene Haustür. Da wollten wir ansetzen. Wir vier Macherinnen kommen alle aus Sachsen und unser Bundesland hat eine krasse Textilindustrie. Umso krasser, dass auch hier (wie überall) der Fast-Fashion-Weg konsumiert wird. Wir könnten es anders machen. Außerdem der Untertitel: Wie weit gehen wir für unsere Klamotten? Reale Wege (z.B. nach Asien) als auch moralische Kompromisse ein? Und dann natürlich unsere liebenswerten Protagonist*innen: alles Hunde. Da kann man mitfühlen und kein Mensch fühlt sich auf den Schlips getreten. Und wir hatten auch einen echten Hund als Begleiter, einen Dackel namens Rudi. Wir haben uns von seinem Schnüffeln inspirieren lassen!“
Übrigens, in Österreich hieß eine von Christine Nöstlinger inspirierte und von vielen ihrer Geschichten getragene Radiosendung für Kinder im ORF nach Rudi, dem rasenden Radiohund (2003 bis 2024), „Hörfunksendung für Kinder, Damen, Herren und Welpen“.
Zurück zur „Runde“ – Es wandern also nicht nur (Teile) unserer Kleidung rund um den Erdball, das Buch stellt damit auch die Frage, wie weit wir beim Einkaufen von Klamotten, Schuhen usw. gehen wollen – auch wie weit weg von eigenen Grundsätzen, wenn wir über Umweltschutz einer- und Kinderrechten andererseits reden…
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