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Doppelseite aus "Jaguar, Zebra, Nerz"
Doppelseite aus "Jaguar, Zebra, Nerz"
27.01.2026

Geschmeidiger, fantasievoller Jahresbeginn

„Jaguar, Zebra, Nerz“ – Bilderbuch – ausgehend von Christian Morgensterns wortspielerischen Monatsnamen mit vielen und großen getexteten und gezeichneten Gefühlen übers ganze Jahr.

„Im Monat Jaguar bewege ich mich mit großer Geschmeidigkeit“, beginnt Heinz Janisch den Text in diesem Bilderbuch. Monat Jaguar? Hääää??? Wann ist denn der? Und wo? In welchem Kalender?

Nun der Buchtitel „Jaguar, Zebra, Nerz“, deutet schon drauf hin, dass sich wer einen Spaß mit Jänner, Februar, März erlaubt hat. Auch die anderen neun Monate haben Bezeichnungen, die eine hörbare Verwandtschaft zu den echten und mit Tieren zu tun haben. Wobei es nicht alle der zwölf „Tiere“ gibt, etwa den Locktauber, sowie Wespen-, Robben- und Zehenbären.

Vielen „Bären“

Der bekannte österreichische Autor Heinz Janisch hat sich von einem alten Gedicht von Christian Morgenstern (1871 – 1914) inspirieren lassen. In zwölf Zeilen unter dem Titel „Wie sich das Galgenkind die Monatsnamen merkt“ hatte er eben „Jaguar, Zebra, Nerz, Mandrill, Maikäfer, Pony, Muli, Auerochs, Wespenbär, Locktauber, Robbenbär, Zehenbär“ erfunden.

Doppelseite aus
Doppelseite aus „Jaguar, Zebra, Nerz“

Im Nachwort zum hier besprochenen, vor ein paar Jahren schon erschienenen Buch schreibt Janisch, dass er „große Lust“ bekommen habe, „über diese sonderbaren Monate nachzudenken…“

Und so gibt es hier zwölf gefühls-starke, nicht selten auch -schwankende Texte, die mitunter von der jeweiligen Jahreszeit der Originalmonate bestimmt oder wenigstens beeinflusst sind. Im „Muli“ etwa „Vorfreude auf den Sommer und die langen Ferientage“.

Klitzeklein wird riesengroß

Aber weit über die Jahreszeit hinaus reichen wohl von allen hin und wieder oder auch öfter scheinbar widersprüchliche Empfindungen zwischen urschwer und federleicht wie im Monat Auerochs (August) oder in einer kleinen, riesengroßen Welt wie im Robbenbär (November) wo Janischs Badewanne „groß und größer“ wird, „sie dehnt sich aus, eine Nord-Ost-West-Südsee, die nicht endet.“

Doppelseite aus
Doppelseite aus „Jaguar, Zebra, Nerz“

Michael Roher hat die Texte als Inspiration für riesige erweiterte eigene Bilderwelten hergenommen. Die etwa dieses endlose Meer nochmals vergrößern. Oder im Jaguar mit der riesigen Tänzerin mit vielen Jaguar-Augen auf ihrem Kleid die „Geschmeidigkeit“ aus dem Text noch vergrößern lässt.

Sowohl Text als auch Bilder und nicht zuletzt Morgensterns Gedicht selbst drängen sich bei vielen möglicherweise zum Weiterspinnen von (Wort-)Bildern und gänzlich neuen fantasievollen Monatsnamen auf.

Ach ja, noch was: Das Buch wird hier gerade jetzt besprochen, weil seit Kurzem eine musikalische Theaterperformance ausgehend von diesen Monatsnamen und „Jaguar, Zebra, Nerz“ zu erleben ist: „Auerochs Zehenbär und noch viel mehr“ – als Liebeserklärung an Natur(schutz); Stückbesprechung unten verlinkt.

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BUCH-INFOS

Text: Heinz Janisch
Illustration: Michael Roher
Grafische Gestaltung: Nele Steinborn
Jaguar, Zebra, Nerz – Ein Jahresbuch
26 Seiten
Tyrolia Verlag
18 €
Zu einer kleinen Lese- und Schauprobe geht es hier