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Doppelseite aus der amerikanisch-englischen Originalfassung "The Christmas Princess"
Doppelseite aus der amerikanisch-englischen Originalfassung "The Christmas Princess"
04.11.2022

Mariah Carey – vom Aschenputtel zur Weihnachtsprinzessin

Ein weiteres Bilderbuch einer Prominenten – wenigstens wird die (Co-)Autorin genannt; und ein zweites Buch gleichen Namens, das schon vor sechs Jahren erschienen ist – in 24 Kapiteln – sozusagen ein lesbarer Adventkalender.

Auch wenn Gedrucktes weniger wertgeschätzt zu sein/wird in Zeiten, wo (fast) alle Informationen online verfügbar sind, haben Bücher auf Papier (noch?) immer einen hohen Stellenwert. Etwas Bleibendes zu hinterlassen ist das Ziel auch vieler, deren Fähigkeiten und Talenten auf ganz anderen Gebieten liegen, sei es im Sport, Gesang oder wo auch immer. Ob es immer die Idee der Prominenten selber ist – oder mitunter eher von Verlagen und Agenturen, die hoffen mit bekannten Namen Bücher gut verkaufen und vermarkten zu können, sei dahingestellt. Oft sind Kinder das angebliche Zielpublikum. Kommt gut an, so der Geschäftsgedanke.

So viele Promis

Ob Felix Neureuther und Bastian Schweinsteiger, Natascha Ochsenknecht, Meghan oder Paul McCartney, nun hat auch Mariah Carey ein Kinderbuch geschrieben – oder offenbar eher schreiben lassen. Immerhin wird Michaela Angela Davis, Vielfachautorin, Herausgeberin von Zeitschriften, Gestalterin von Doku-Serien, Kämpferin gegen Rassismus und für Gendergerechtigkeit, sogar auf dem Buchcover von „Die Weihnachtsprinzessin“ als Co-Autorin genannt. Sie hatte auch schon die Biographie der Sängerin verfasst.

Doppelseite aus der amerikanisch-englischen Originalfassung
Doppelseite aus der amerikanisch-englischen Originalfassung „The Christmas Princess“

Anleihe bei Grimm

Illustriert von Fuuji Takashi mit bunten lieblichen Zeichnungen, wird in diesem „Wintermärchen“ eine Art Aschenputtel-Version vom Leben der kleinen Mariah geschildert – mit ein bisschen Anleihe an der echten Kindheitsgeschichte von Carey aber voll dramatisiert. Die bösen „Stiefschwestern“ aus dem Grimm’schen Märchen sind hier zwei reiche Kinder aus der Nachbarschaft. Sie selbst musste – in diesem Bilderbuch – in einem windschiefen Haus ihr Dasein fristen.

Die alleinerziehende Opern singende Mutter ist meist weg oder wenn zu Hause nicht besonders lieb zur Tochter. Der Papagei heißt Pavarotti. Dass er ein Vogel ist, muss offenbar bei jeder seiner Erwähnungen dazu geschrieben werden – was doch ein wenig nervt. Als würde Kindern nicht zugetraut, sich das von einem aufs andere Mal über zwei, drei Seiten hinweg zu merken. Wobei die meisten Kinder wahrscheinlich ohnehin mit diesem Namen nicht mehr als den von Mariahs Vogel im Buch verbinden würden und den italienischen Opernsänger (1935 bis 2007) aller Voraussicht nach gar nicht kennen.

Weihnachtswünsche

In einer Winternacht zur Weihnachtszeit als der erste Schnee fiel, stürmte die kleine Mariah singend und tanzend hinaus ins Freie, durch den Wald, traf auf Schneeflocken-Schmetterlingsfeen – und kleine, böse, uniformierte Fieslinge. Aber ein hellstrahlender, herzförmiger Stein, der ihr in die Hände gefallen war, als sie stolperte … Nun, alles soll doch nicht verraten werden. Aber natürlich gibt’s ein happy End. Und klar, Mariah selbst wird von der Schmetterlingsfeen-Königin zur „Weihnachtsprinzessin“ ernannt „für deine unvergleichlichen Lieder, die aus ehrlichem und reinem Herzen kommen“.

Und auf der letzten Seite schwebt der Titel von Careys bekanntem Weihnachtssong: „All I want for Christmas is You …“.

Doppelseite aus dem Kinderbuch
Doppelseite aus dem Kinderbuch „Die Weihnachtsprinzessin – Eine Adventskalendergeschichte“

Gleichnamiges Kinderbuch vor sechs Jahren

Übrigens: Wenn du im Internet nach „Die Weihnachtsprinzessin“ suchst, findest du ein gleichnamiges Buch aus dem Jahr 2016 – mit dem Untertitel „Eine Adventskalendergeschichte“. Klar, es hat 24 Kapitel. Und es dreht sich alles um die achtjährige Mia Maria Berg – in einem offenbar von der Autorin, Judith Sixel, ausgedachten Ort namens Niestersenfen – zumindest wurde ich bei der Online-Recherche nicht fündig, ob es diesen wirklich gibt. Angesiedelt ist er in der Osteifel. Zu Beginn der 49 Seiten – illustriert von Karin Schmidt, in Kapitel 1 „wusste“ Mia „schon immer, dass sie zur Prinzessin geboren ist. Ihre Schwestern, mit denen zusammen sie aufwuchs, heißen Dornröschen, Schneewittchen, Bella und Lilifee.“

In echt hat sie den fünfjärhigen Bruder Tim, die Katze Suleika (13) sowie Mama Rita und Papa Manfred. Die Eltern führten einen Handwerksbetreib vor allem für Fußböden-Verlegen.

Aus ihrer Vorliebe für Prinzessin spielen wurde nach und nach eine große Sache – samt Umbennung in Rosalicia – ein Vorschlag ihres Bruders – und Hofstaat. Und allerlei adeligen Festivitäten – samt Problemen, weil sie begannen, Eintritt für öffentlich zugängliche Gebäude zu verlangen. 

Hinter ihrem Rücken hatte ihr Zeremonienmeister begonnen einen Blog samt Fotos und Videos zu führen. Der fand großen Anklang, Tourist:innen kamen in das kleine Städtchen und … na auch da soll nicht voll gespoilert werden.

Follow@kiJuKUheinz

BUCH-INFOS

Text: Mariah Carey und Michaela Angela Davis
Übersetzung aus dem Amerikanischen Englisch: Nadine Mannchen
Die Weihnachtsprinzessin – Die Abenteuer der kleinen Mariah Carey
Illustration: Fuuji Takashi
48 Seiten
Ab 4 Jahren
Sauerländer bei S. Fischer Verlage
16 €

***

Text: Judith Sixel
Illustration: Karin Schmidt
Die Weihnachtsprinzessin – Eine Adventskalendergeschichte
49 Seiten
Ab 6 Jahren

fischerverlage -> Mariah Careys Weihnachtsprinzessin

Taschenbuch: 3,96 €
eBook (Kindle): 0,99 €
amazon -> Die Weihnachtsprinzessin

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