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Jaskaran Ananad bei einer seiner Solo-Tanz-Performances L-INKED
Jaskaran Ananad bei einer seiner Solo-Tanz-Performances L-INKED
09.03.2022

Gibt es überhaupt weibliche oder männliche Bewegungen?

Tanz gegen Schubladen und Zuschreibungen von Jaskaran Anand beim imagetanz-Festival von brut – Auftakt mit getanzter Persiflage auf Comic-Held*innen.

Ist diese Bewegung männlich? Ist sie weiblich? Bin ich schwul, nur weil ich gern tanze? Bin ich unmännlich, weil ich lange Haare habe? Kann ich überhaupt auch nur irgendetwas tun, ohne einen Stempel aufgedrückt, in eine Schublade gesteckt, etikettiert zu werden?

Das und noch vieles um diese Fragen herum thematisiert Jaskaran Anand mit seiner Solo-Tanzperformance L-INKED (bis 10. März 2022) im Rahmen des diesjährigen – live und analog stattfindenden Festivals imagetanz von brut (bis 26. März 2022) – am kleineres Spielort Wien-Neubau. Und damit nur knapp eineinhalb U-Bahnstationen oder wenige Gehminuten entfernt vom Dschungel Wien im MuseusmsQuartier, wo derzeit das Skinfestival mit Schwerpunkt Feminismus, aber auch genau solchen und ähnlichen Fragen über die Bühnen bzw. Ausstellungswände geht – Link siehe gleich hier unten.

Vor drei großen knapp unterhalb der Decke aufgehängten weißen, durchscheinenden Tüchern, die als Fläche für Foto- und Videoprojektionen dienen, handelt er die eingangs gestellten und viele weitere Fragen rund um von außen aufgezwungene Zuordnungen einerseits und dem Wunsch, der Sehnsucht nach Vereinigung sozusagen von Yin und Yang sowohl tänzerisch als auch in vielen Worten und Sätzen (englisch) ab. Wobei er gegen Ende auch in Frage stellt, ob er nicht zu viel rede. Und unausgesprochen dabei zu wenig auf die Vermittlung seiner Inhalte über seine Bewegungskunst samt teils artistischem Umziehen von Kleidung vertraue. Denn in Wahrheit setzt der in Neu-Delhi (Indien) geborene, seit sieben Jahren in Linz lebende Performancekünstler, Regisseur, Tänzer, Choreograf, Pädagoge, Forscher und Videodramaturg ohnehin seinen Körper als sein zentrales Kommunikationsmittel ein.

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She Legend

Eröffnet worden war das imagetanz Festival am Hauptspielort brut nordwest mit „She Legend“ des Choreograf*innen- und Tänzer*innen-Duos Lisa Rykena/ Carolin Jüngst. Als würden die beiden aus einem Comic entspringen und ein Mix aus Mensch und Roboter*in sein, bewegen sie sich erste in super-Zeitlupentempo maschinell, um später zu atemberaubenden Tanzmoves aufzulaufen – immer wieder aber mit Elementen aus einem Comic – den es in gedruckter Heftchen-Format danach auch gegen Spende zu erwerben gab – zu agieren, einander Herzen, Hirne und andere Körperteile scheinbar rauszureißen und sich selbst einzuverleiben, um sich noch stärker miteinander zu verbinden.

Und mit ihren Bewegungen solche und andere Comicfiguren auch ein wenig auf die Schaufel zu nehmen. Um Helden- aber durchaus auch Heldinnen-Figuren vielleicht zu entzaubern.

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Das Festival imagetanz läuft noch bis 26. März 2022: imagetanz-Festival-Homepage

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

L-INKED / THE SOLO

Konzept, Direktion, Choreografie, Performance, Kostüm: Jaskaran Anand
Dramaturgie in Zusammenarbeit mit Robert Steijn

Text: Jaskaran Anand mit Auszügen aus Interviews und Diskussionen
Stimmen: Karin Harrasser, Madhavi Menon, Robert Steijn, Alice Moe, verschiedene Medienreferenzen
Kostüm und Bühnenbild in Zusammenarbeit mit Indiara di Benedetto and Aleksandra Mitić
Videoaufnahme und -bearbeitung: Jaskaran Anand, Indiara di Benedetto
Videotechnik und Licht: Dario Stefanek, Philipp Schäfer
Tontechnik: Sebastian Wasner
Musik: RENU – Renu Hossain (Songs: Beginning, 1984, Urge Urge Urge) / Britney Spears, Robin Thicke, The Piano Guys, Soap & Skin
Animation: Data Research in Kooperation mit Sandra Alvaro
Binary-words-binary-program von Chanpreet Kaur
Redaktion Booklet: Flora Löffelmann, Karin Schneider, Lucia Rossi
Produktionsassistenz: Aleksandra Mitić, Elisa Frey

Eine Koproduktion von Jaskaran Anand / trivium und imagetanz / brut Wien. Mit freundlicher Unterstützung von RedSapata Tanzfabrik Linz. In Zusammenarbeit mit D.ID Dance Identity

Wann & wo?

Bis 10. März 2022
jeweils 19 Uhr
studio brut: 1070, Zieglergasse 25

brut-wien -> Jaskaran-Anand

jaskarananand.com

She Legend

Künstlerische Leitung, Choreografie, Performance: Carolin Jüngst & Lisa Rykena
Dramaturgie: Helen Schröder
Bühne: Lea Kissing
Sound: Konstantin Bessonov
Kostüme: Hanna Scherwinski
Licht: Ricarda Schnoor und Joanna Ossolinska
Künstlerische Produktionsleitung: Presse Hamburg Stückliesel Presse München Rat & Tat Kulturbüro (Martina Missel & Katharina Wolfrum)
Video, Schnitt: Martin Prinoth & Hekate Film Collective
Audiodeskription: Ursina Tossi

Zum Stück ist ein Booklet erschienen mit Zeichnungen von Larissa Bertonasco, Jul Gordon & marialuisa (SPRING Magazin)
Grafik: Beate Pietrek & Philipp Schultz / Raum für Illustration

Eine Koproduktion von Kampnagel Hamburg und HochX München.

brutwien – > She Legend

Szenenfoto aus "Lust"
11.03.2022

Viva la Vulva!