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Szenenfoto aus "Zuckerl, Gurkerl, Kackalarm" im Wiener WuK
Szenenfoto aus "Zuckerl, Gurkerl, Kackalarm" im Wiener WuK
15.10.2021

„Heißer Scheiß“ in fast wahrstem Sinn auf der Bühne

„Zuckerl Gurkerl Kackalarm“ im Wiener Werkstätten- und Kulturhaus (WuK) für Menschen ab 8 Jahren: ein Stück rund um Verdauung.

Auch wenn sich letztlich alles um die Verdauung dreht und ganz schön viel Zeit bzw. Aufwand sowohl schauspielerisch als auch musikalisch dem entsprechenden Endprodukt gewidmet ist, „Zucker Gurkerl Kackalarm“ ist alles andere als ein Stück zum Sch… derzeit im Wiener Werkstätten- und Kulturhaus WuK – und am Sonntagvormittag (17. Oktober) als Livestream online kostenlos – siehe Infos.

Szenenfoto aus

Das Trio, das sich „Theater Grips  ‘n‘ Chips“ nennt, widmet sich in seinem zweiten Stück nach Baustellen in „Buddeln, baggern, bauen“ nun dem Weg unserer Nahrung vom Mund zum Po. Julia Schreitl spielt wieder live Musik, in dem Fall „nur“ mit einem Saxofon – manchmal begleitend, manchmal solo die in der jeweiligen Szene tragende Rolle; lässt dieses mitunter aber auch stehen um sich schauspielerisch zu betätigen – etwa beim Gurken-schneiden und im Mixer schreddern.

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Ihre Kollegin Regina Picker die Reise durch unsere Innereien an – vom Verschlingen ganzer Stücke übers Zerkleinern schon im Mund, den muskelbetriebenen Gang durch die Speiseröhre (der Peristaltik ist ein ganzer Song gewidmet) und dann erst die Zersetzung im Magen – samt tänzerischer Zertrümmerungseinlage. Die dritte im Bunde, Johanna Jonasch, hat mit den beiden Kolleginnen das Stück erfunden, entwickelt, führte Co-Regie und bedient live die Technik.

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In der zuletzt genannten Phase wird das knapp einstündige Stück zur performativen Science-Lecture, zur wissenschaftlichen manchmal fast ein bissl zu dichten Erklärung dessen, was sich in den Därmen abspielt. Und ein Loblied auf den smarten Darm, der mitunter schlauer ist als das Kopfgehirn, weil er diesem signalisiert: Zu viel des Guten/Süßen!

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Schließlich dreht sich viel um das schon erwähnte Endprodukt – den dritten Teil des Stücktitels. Zum einen mixen abwechselnd die Musikerin und die Schauspielerin die geschredderten Salatgurken mit ebenso zerkleinerten Haferflocken, Sonnenblumenkernen und Kakopulver – zu unterschiedlich braunen Massen. Dieses „Gackerl“-ähnliche Gemisch füllen sie in Sackerl, deren Spitze sie abschneiden, um daraus wurstähnliche Objekte auf einen Teller zu spritzen. Zum anderen verwandelt die Schauspielerin einen Teil der Bühne in eine Art Lauf-, pardon Kack-Steg. In Sekundenschnell zieht sie sich um und erscheint unterschiedlich gefärbt als verschieden konsistenter sehr charmanter „heißer Scheiß“.

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INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Zuckerl Gurkerl Kackalarm

Theater Grips  ‘n‘ Chips

Performance, Co-Regie: Regina Picker
Musik, Performance: Julia Schreitl
Co-Regie, Dramaturgie, Vermittlung: Johanna Jonasch

Kostüme und Ausstattung: Christine Huemer
Tontechnik und Sounddesign: Werner Angerer
Lichttechnik und Lichtdesign: Tom Barcal

Produktionsleitung: Anita Gritsch

Videoregie (Live-Stream): Ronald von den Sternen

Wann & wo?

Bis 17. Oktober 2021
WuK (Werkstätten- und Kulturhaus): 1090, Währinger Straße 59
Telefon: 01 401 21-1560

WuK@home auch zum Nach-schauen
Am Sonntag, 17. Oktober um 11 Uhr wird die Vorstellung zusätzlich per Live-Stream übertragen.
Durch unterschiedliche Kamera-Einstellungen werden neue Bühnenperspektiven zu sehen sein.
Dieser Stream ist kostenlos – und kann auch danach noch angeschaut werden – hier unten