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Szenenfoto aus "und alle tiere rufen: dieser titel rettet die welt auch nicht mehr (monkey gone to heaven)": Sarah Sophie Meyer und Janus Torp
Szenenfoto aus "und alle tiere rufen: dieser titel rettet die welt auch nicht mehr (monkey gone to heaven)": Sarah Sophie Meyer und Janus Torp
12.06.2022

Klimakrise spielt sich vielfältig auch auf Bühnen ab

Beim jüngsten Dramatiker:innen-Festival in Graz widmeten sich eine Reihe von Stücken und Performances rund um das weltbeherrschende (Endzeit-)Thema ab.

In höchst unterschiedlichen szenischen Formen hält „natür“lich das Thema Klimakrise immer stärker Auftritte auf Bühnen. Endzeit- und Katastrophenszenarien einer- und aufrüttelnde Stücke andererseits. Wobei, so neu ist das nicht. Ist ja auch das Thema nicht. Wissenschafter:innen warnen seit Jahrzehnten, auch in der Kunst wird der desaströse Umgang der Menschheit mit unserem Planeten und seinen Ressourcen schon lange verhandelt. Selbst engagierte Initiativen sind schon lange tätig – mal gehypt, dann wieder unter dem Radar der veröffentlichten Meinung. Gut zehn Jahre vor Greta Thunberg und der damit angestoßenen weltweiten Bewegung „Fridays For Future“ startete „Plant for the Planet“ – ebenfalls von Kindern und Jugendlichen ausgehend – mit ganz konkreten Maßnahmen: Wie der Name schon sagt, mit dem Pflanzen von Bäumen. Milliarden zusätzlicher dieser „Maschinen gegen den Klimawandel“ wachsen seither.

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „und alle tiere rufen: dieser titel rettet die welt auch nicht mehr (monkey gone to heaven)“: Astrid Meyerfeldt in Aktion

Klappe zu, Affe tot

Und dennoch scheint (fast) alles zu spät. Zumindest vermittelt das die – neben anderen Stücken beim sechsten Dramatiker:innen-Festival (die in loser Folge hier in eigenen Beiträgen beschrieben werden) – Performance „Monkey gone to heaven“, im deutschsprachigen Titel nicht wirklich übersetzt, sondern noch drastischer, was Autor Thomas Köck (zweifacher Gewinner des renommierten Mühlheimer Dramatikpreises) in der guten Stunde – über Schauspieler:innen und einen Musiker (Nico Link, Sarah Sophia Meyer, Astrid Meyerfeldt, Janus Torp; Regie: Marie Bues) dem Publikum an den Kopf wirft: „und alle tiere rufen: dieser titel rettet die welt auch nicht mehr“, Untertitel „ein requiemmanifesto of extinction“.

Wollen nichts?

Nein, sie wollen die Zuschauer:innen nicht aufrütteln, zum Nachdenken bewegen. Es ist ohnehin alles zu spät. Zwar habt ihr zahlreiche Tierarten ausgerottet – so manche der realen Gattungsmorde werden geschildert, andere Arten lediglich aufgezählt -, aber insgesamt wird sich die Erde von der kurzfristigen Herrschaft der Menschen befreien, sie überwinden und nichts wird mehr an dieses unsägliche Zeitalter erinnern. „Erinnerungen an Zukünfte, die noch überhaupt nicht existiert haben – Erinnerungen an Leben und Existenzen, die nie gelebt worden sein“ und ähnliche Mahnungen werden mal eindringlich, dann wieder lautstark in den Garten vor dem Festivalzentrum im Heimatsaal hinausposaunt, hin und wieder von heftigen Schlagzeugklängen verstärkt. Wobei die Künstler:innen sich nicht anmaßen in die Rollen der Tiere zu schlüpfen, sondern sie eher anwaltlich vertreten.

Also, eh alles zu spät!? Sollen nun jedwede Aktivitäten und alles Engagement eingestellt werden? Auf zum Sterben-gehen? Irgendwie auch nicht. Trotz der intensiven Spielweise wirkt „Affe ging zum Himmel“ eher wie ein intellektuelles Gedankenspiel für eine neue Zeitrechnung. „Es will nichts!“, sagen Spieler:innen merhfach.

Follow@kiJuKUheinz

Compliance-Hinweis: KiJuKU wurde zur Berichterstattung über das Dramatiker:innen-Festival nach Graz eingeladen.

Stückbesprechung von „Nachtscahttengewächse“, das auch beim Dramatiker:innen-Festival gezeigt wird, ich aber schon vor Monaten im Grazer taO! gesehen habe

Stückbesprechung von „Finstergewächs“, das auch beim Dramatiker:innen-Festival gezeigt wird, ich aber schon in Wien im Schubert Theater gesehen habe
INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

und alle tiere rufen: dieser titel rettet die welt auch nicht mehr (monkey gone to heaven)

ein requiemmanifesto of extinction

Text: Thomas Köck
Regie: Marie Bues
Es spielen: Nico Link, Sarah Sophia Meyer, Astrid Meyerfeldt, Janus Torp

Bühne und Installation: Frank Holldack
Dramaturgie: Marlies Kink

Produktion: Kunstfest Weimar, mit Unterstützung von Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar, Schauspielhaus Graz, Schauspiel Köln

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