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Szenenfoto aus "Schnaufen"
Szenenfoto aus "Schnaufen"
03.10.2022

Sich auf engstem Raum „einrichten“

In „Schnaufen“ zelebrieren drei Tänzerinnen das sich zurechtfinden in Lockdown-Situationen und die entstehende Angst vorm „draußen“.

Eingekastelt. Das sind die drei Darstellerinnen in „Schnaufen“, einem Tanztheaterstück. Leuchtende Linien begrenzen die schmalen, rechteckigen Felder, in denen sich Cathrin-Marie Fuchs, Barbara Krepcik und Sonja Felber zu bewegen beginnen. Zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen Geschwindigkeiten und Moves. Ohne Worte. (Fast) die ganze Zeit. Lange auch ohne aufeinander zu achten, auch nur, ohne die Begrenzungen überwinden zu wollen, ja selbst ohne sie in Frage zu stellen.

Schicksalsergeben in einer der Lockdown-Phasen. Von den Phasen des Zurückgeworfenseins auf die eigenen vier Wände war die Entwicklung des Stückes – eine Zusammenarbeit von Mezzanin Theater und TanzCompanyElla – inspiriert, erzählen Regisseurin Hanni Westphal und die drei Tänzerinnen, die gemeinsam zu fünft mit REgie-Assistentin Lilli Angermeier „Schnaufen“ konzipierten. Es ist in der Kategorie „herausragende Produktionen für Kinder“ für einen der Stella-Awards nominiert – und deswegen nun zwei Mal in Wien bei dem Festival der Theaterpreise für junges Publikum gezeigt worden; Mitte der Woche ist es beim KuKuK-Festival in Ramsau am Dachstein zu sehen.

Drei Bewegungsphilosophien

Die drei unterschiedlichen Wesen in ihren jeweils 3 mal 2-Meter-Boxen – getrennt nur durch leuchtende breite Streifen am Boden, die dennoch lange wie undurchdringliche Wände wirken, agieren gänzlich unterschiedlich. Wirkt Barbara Krepcik fast wie aufgezogen mit sehr exakt abgehackten und dennoch fast artistischen Tanzschritten und -Bewegungen, so vermittelt Sonja Felber eine gewissen Schusseligkeit mit ständigem Suchen – wonach? Zu guter Letzt kauert und lümmelt Cathrin-Marie Fuchs lange Zeit in einem überdimensionalen Pullover fast mit dem Polster-Sitzmöbel verschmelzt.

Tasche, Ball, Telefon

Jede der drei hat jeweils einen Gegenstand, der irgendwie – unterschiedlich aber doch – auch ein Symbol für ein „draußen“ bzw. miteinander mit anderen darstellt: Eine große Handtasche, ein Ball sowie ein Uralt-„Handy“ wie es Kinder bezeichnen und Älteren noch als Wählscheiben-Telefon bekannt ist.

Neben den groß(artig)en Bewegungen der drei Tänzerinnen auf dem so mehr als engem Raum runden die Musik (Patrick Dunst) sowie die teils schräg wirkenden Ausstattung Saša Krhen „Schnaufen“ ab, das natürlich ab einer gewissen Phase auch den Wunsch nach Grenzüberschreitung und letztlich die Überwindung derselben geschehen lässt. Mit einem Überraschungsmoment ganz am Ende – aber hallo, der sei nicht verraten 😉

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INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Schnaufen

Mezzanin Theater & TanzCompanyELLA
Tanztheater; ab 5 Jahren; 50 Minuten

Konzept: Hanni Westphal, Sonja Felber, Barbara Krepcik, Cathrin-Marie Fuchs, Lilli Angermeier
Regie: Hanni Westphal
Tanz, Spiel, Choreografie: Sonja Felber, Barbara Krepcik, Cathrin-Marie Fuchs
Ausstattung: Saša Krhen
Musikkomposition: Patrick Dunst
Regieassistenz: Lilli Angermeier, Lisa Aigelsperger
Lichtdesign: Nina Ortner
Technik: Lisa Raschhofer

Wann & wo?

Im Rahmen des 20. Regionalen Theaterfestivals KuKuK (Steiermark)
5. Oktober 2022
Veranstaltungszentrum Ramsau am Dachstein
mezzanintheater -> schnaufen

Trailer zu „Schnaufen“

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