Teil 3 der Berichte über den Global Peace Photo Award 2025 und die Arbeiten von drei Sieger:innen.
Wie der Gesamtsieger des Global Peace Photo Awards 2025 – siehe „Meine Schwester“ und „Niemand kann mir meine Seele nehmen“, unten verlinkt – kommt auch eine der Foto-Serien-Siegerin aus dem Iran. Die Fotografin Fereshteh Eslahi, die „natürlich“ auch nicht zur Preisverleihung kommen konnte, stellte ihre Bilder unter das Motto „But we were so strong“ (aber wir sind stark). In unterschiedlichsten, teils alltäglichen Szenen zeigt sie Frauen – allesamt mit offenem Haar. Und – von der Jury besonders in den Vordergrund gewählt – eine tanzende Frau auf einem Dach. „Ihr Sprung mit ausgebreiteten Armen ist Ausdruck einer Hoffnung, sich von Diktaten aller Art befreien zu können.“
Fereshteh Eslahi hat ein Masterstudium an der Universität von Teheran absolviert. Seit 2014 arbeitet sie für iranische Foto-Agenturen, seit 2017 ist sie Mitglied einer iranischen Pressefotografen-Vereinigung. 2021 wurde sie schon mit einem World Press Photo Award ausgezeichnet.
Bei der Preisverleihung bedankte sich stellvertretend die in Wien lebende aus dem Iran stammende Künstlerin Maryam Kouhestani mit einem friedlichen widerständigen Symbol, einem kleinen Papierkranich, gefaltet von einem verfolgten Künstler im Iran als Teil einer Aktion gegen die Todesstrafe eines anderen Künstlers – siehe auch Bericht über die bewegenden Kranich-Momente, unten verlinkt.
Um Kindern und Jugendlichen wenigstens für einige Stunden aus der ständigen Angst im Krieg zu gönnen hat der libanesische Fotograf Houssam Khatab einen bunten Bus organisiert, den „Art Peace Bus“, gefahren von syrischen Flüchtlingen, in dem die Kinder der Stadt Tyros (Südlibanon) in einen alten Theater-Palast gefahren werden, wo sie mit verschiedenen Darbietungen und Workshops unterhalten werden sollen. „Viele der Kinder haben alles verloren“, sagt der Schauspieler und Direktor des Theaters, Kassem Istambouli, „wir versuchen, den Kriegskreislauf zu unterbrechen und den Kindern Kunst anzubieten als ein Fenster zu größerer Widerstandsfähigkeit.“
Durch die wechselseitigen Angriffe der Hisbollah auf Israel und israelische Gegenschläge verloren schon im Oktober 2024 94.000 Menschen, darunter etwa 30.000 Kinder ihre Heimat – und aktuell hat sich die Lage noch verschlimmert.
Busfahrten und Aktivitäten hat der im Libanon lebende, in Spanien geborene Fotograf Diego Ibarra Sánchez festgehalten: „LBN: On the roaring of the bus“. Als Fotograf und Dokumentar-Filmer will Sánchez nach eigenen Angaben, die Jurysprecher Peter-Matthias Gaede (GEO-Chefredakteur 1994 – 2014) zitierte „mehr erreichen, als nur Ereignisse abzulichten. Er will vor allem zum Nachdenken über den Zustand unserer Welt anregen. Diese Welt hat er unter anderem in Lateinamerika abgebildet, in afrikanischen Ländern, Afghanistan, Pakistan oder den Libanon. Seine Arbeiten sind in der New York Times erschienen, im Spiegel und der NZZ und werden in vielen Ausstellungen gezeigt.“
Für die Reportage „Kenya’s Black Rhino Revival“ hat die US-amerikanische Fotografin Ami Vitale die komplizierte Umsiedlung von 21 Spitzmaulnashörnern, die vom Aussterben bedroht sind, in das Loisaba-Reservat im Norden Kenias begleitet.
Wilderei hat ihren Bestand um dramatische 96 Prozent dezimiert. Ihr Verhängnis: Einem Pulver aus den zwei großen langen Hörnern auf ihrem Schädel wird in Teilen Asiens unverändert zugetraut, eine fiebersenkende, entgiftende, gar krebsheilende Wirkung zu haben – was längst wissenschaftlich widerlegt ist.
Ami Vitales Reportagen – unter anderem für GEO und National Geographic – wurden schon vielfach mit Preisen ausgezeichnet. Je länger sie fotografiert, umso mehr wurde für sie der „Krieg der Menscheng gegen die Natur“ zum Thema – und Gegenbeispiele gelungenen Miteinanders wie bei der besagten, nun preisgewürdigten Umsiedlungsaktion in eine Schutzgebiet – bei dem vor allem die lokalen Communities eingebunden waren.
Dieser Preis, der 2013 als Alfred-Fried-Fotografiepreis (benannt nach dem Friedensnobelpreisträger 1911 – gemeinsam mit Tobias Michael Carel Asser -, sechs Jahre nach Bertha von Suttner) ins Leben gerufen wurde „zeigt die vielfältigen Facetten des Friedens“, heißt es auf der Homepage dieser Initiative von Lois und Silvia Lammerhuber. „Er vervollständigt das Bild vom Menschen, indem er dessen gute Seiten hinzufügt. Er würdigt Bilder, die von Erfolgen statt von Misserfolgen erzählen; von Empathie statt von Hass; von Erhaltenswertem statt von Zerstörung; von Ermutigung statt von Qual; und vom Menschenrecht auf Schönheit.
Im Vorjahr wurden 24.189 Fotos aus 132 Ländern der Welt eingereicht. Und hier die
Kinderkategorie:
Noa Hagemann aus Deutschland für „Meine Schwester“
Kategorie Einzelbilder:
Mahdi Vaghari aus dem Iran für „No one can take my Soul“ – wurde auch Gesamtsieger
Kategorie Bildserien:
Fereshteh Eslahi aus dem Iran für „But we were so strong“
Diego Ibarra Sánchez aus Spanien für „LBN-On the roaring of the bus“
Ami Vitale aus den USA für „Kenya’s Black Rhino Revival“
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