Nach der Demo gegen die Kürzungen für das Amerlinghaus gibt es weitere kleinere Aktionen, jüngst vor dem Burgtheater.
Ein bunter „Fallschirm“ wie er vor allem von Kinderfesten bekannt ist, wird von einigen, auch meist farbenfroh gekleideten, Menschen vor dem Seitentrakt des Burgtheaters aufgespannt. Kinder laufen drunter hin und her. Ein bemalter Regenschirm tanzt auf dem abwechselnd rauf und runter gezogenen bunten Tuch auf und ab. Viele Touris fotografieren und filmen die kleine Gruppe, nicht selten von anderer perspektive mit Blick auf den erleuchteten Christkindlmarkt vor dem Wiener Rathaus.
Hin und wieder, leider zu selten, rufen einige aus der Gruppe den Grund ihrer fröhlichen Aktion – mit ernstem Hintergrund: „Amerlinghaus muss bleiben!
Es geht um dieses unabhängige Kulturzentrum im nahegelegenen siebenten Bezirk, Wien-Neubau, für das die Stadt Wien die Subvention so stark kürzen will, dass es im Frühjahr 2026 mehr oder minder den Betreib einstellen müsste.
Wenige Tage zuvor, in der ersten Dezemberwoche, gab es eine Demo mit mehr als 500 Teilnehmer:innen für den Erhalt des Amerlinghauses als Kulturzentrum. „Mei Deitschkurs is net deppat!“, war wohl das kreativste der Protestplakate bei der Demonstration gegen die massive Subventionskürzung für das unabhängige Kulturzentrum Amerlinghaus in Wien-Neubau. Vor 50 Jahren durch die Besetzung des damals eher baufälligen Hauses überhaupt erst – so wie die anderen alten Häuser am „Spittelberg – heute längst als mustergültige Sanierung eines Viertels gefeiert.
Budgetnot ist überall. Daher sparen, sparen, sparen! Kürzen, kürzen, kürzen! Aber wo?
Nun, selbst in der Stadt Wien, die immer Wert darauflegt, sozial und kulturell zu sein, wird bei Beschäftigungsprojekten in der Suchthilfe, Deutschkursen, der Unterstützung für Menschen die aus Ländern flüchten mussten, in denen sie Gefahren ausgesetzt sind, aber dennoch kein Asyl bekommen haben, und vielem mehr der sprichwörtliche Rotstift zur Hand genommen.
Eines dieser Projekte, das bedroht ist: Das Amerlinghaus. Es bietet physisch und geistig Raum für Dutzende kulturelle, politische, soziale Initiativen und Vereine, viel Diskussionen, Deutschkurse, eine selbstverwaltete reformpädagogisch Kindergruppe und, und, und…
Erst Anfang Oktober wurde ein fast 300 Seiten starkes Buch mit 50 Kapiteln zur Geschichte, Philosophie, einzelnen Initiativen und Bewegungen, u.a. Frauenbewegung, Kampf um demokratische Mitbestimmung, Kinderrechte, zivilgesellschaftliches Engagement, solidarisches Zusammenleben, Diversität und vieles andere präsentiert – nicht zuletzt mit vorweihnachtlichen Keksen, entsprechend dem Buchtitel: „Spekulatius statt Spekulation!“ Einem der Sprüche, die irgendwann bei einer Aktion in den Anfangsjahren – wo es ja um die Rettung des gesamten Spittelbergs und seiner – heute längst geschätzten – renovierten alten Häuser ging, die vor einem halben Jahrhundert bedroht waren aus Spekulationsgründen alle abgerissen und durch – höhere – Neubauten ersetzt zu werden.
Bei dieser Buchpräsentation waren natürlich Finanzen auch ein Thema, weil das Kulturzentrum in den 50 Jahren seines Bestehens immer wieder darum kämpfen musste. Doch, so hieß es Anfang Oktober noch hoffnungsfroh, das Jahr 2026 wäre gesichert. Nun will die Stadt Wien die Unterstützung auf unter 150.000 Euro und damit rund die Hälfte der erforderlichen Mittel wie Energie, knappe Personalressourcen kürzen. Was übrigens wahrscheinlich sogar weniger ist als der zweite – ohne Ausschreibung – bestellte Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien, der ehemalige ÖVP-Wien-Chef Manfred Juraczka – kosten wird.
Infobüro Amerlinghaus (Herausgeber:innen)
Spekulatius statt Spekulation!
50 Jahre Besetzung Amerlinghaus
290 Seiten
mandelbaum verlag
25 €
amerlinghaus.at –> Buch
Zu einer Lese- und Schauprobe geht es hier
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