Ganz unterschiedliche Fotos manifestieren Frieden beim Global Peace Photo Award – berührende Preisverleihung im Wiener Rathaus; Teil 2.
Aus brandaktuellen Anlässen fluten noch mehr Fotos, Bilder und Videos von Kriegen Medien. Und beängstigen damit Menschen auch in anderen Weltgegenden, oder lassen so manche auch abstumpfen. Da stellt(e) die jüngste Preisverleihung des Global Peace Photo Awards ein trotz allem optimistisches, Hoffnung gebendes Zeichen dagegen – oder vielmehr für das Leben dar.
Wie zwei – unabgesprochene und so besonders starke berührende symbolische Aktionen – Verteilung bzw. Überbringung von Origami gefalteten Papierkranichen – dabei darüber hinaus besonders bewegten, berichtet Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… in einem eigenen Beitrag – unten verlinkt.
Nun aber zu den ausgezeichneten Fotos – und noch dazu aus 24.189 eingereichten Bildern von Fotograf:innen aus 132 Ländern (kräftige Steigrungen gegenüber dem Vorjahr):
Der heute neunjährige Noa Hagemann aus Deutschland wurde von der Jury zum Gewinner der Kinder-Kategorie („The Children’s Peace Image of the Year 2025“) gekürt – für „Meine Schwester“. Bei einem Familienausflug in den Tiergarten drückte Noa (damals 8) den Auslöser auf seiner Kamera, als Lani (damals 5) zwischen Bäumen stand und es irgendwie auch ein bisschen nebelig war. Mit einem Auge für den Moment entstand so eine Art feenhafte Figur aus dem Märchenwald.
„Öfter fragt mich Noa ob ich mich so oder so hinstellen oder was machen kann, damit er mich dann so fotografiert“, verrät die zur Preisverleihung nach Wien mitgekommene Schwester KiJuKU. Und schüchtern vertraut sie dem Journalisten an, „ich fotografier auch schon, aber noch nicht so viel wie mein Bruder.“
„Mit meiner Kamera (bei der Preisverleihung gab’s übrigens neben dem Geldpreis eine neue) und viel auch mit dem Handy fotografier ich so alles, was ich cool finde“, antwortet er auf die Frage von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…
„Was findest du cool?“, ist natürlich die logische Folgefrage.
„Tiere und vieles mehr!“
„Hebst du alle Fotos auf, speicherst sie ab oder wählst aus und löscht manche?“
„Eigentlich nicht, aber für einen Wettbewerb wie diesen wähl ich natürlich schon genau aus!“
Bei der Laudatio hatte Jurymitglied Peter-Matthias Gaede (GEO-Chefredakteur 1994 – 2014) schon die Gedanken des jungen Preisträgers zu Frieden Preis gegeben: „Dass alle glücklich sind, niemand Streit hat und kein Krieg auf der Welt ist.“
Neben der Kinderkategorie gab / gibt es bei diesem internationalen Friedens-Foto-Award noch Preise fürs beste Einzelbild sowie für Bilderserien. Und aus den Kategorie-Sieger-Fotos wählt die Jury dann ein Top oft he Top aus und belohnt dieses mit dem Gesamtsieg. Dieser ging für die Tausenden Fotos (siehe oben bzw. auch in der Info-Box am Ende) an Mahdi Vaghari aus dem Iran für „No one can take my Soul“ (Keiner kann meine Seele besitzen).
Für die Jury begründete – wie für alle Entscheidungen der Fachleute, die es alles andere als leicht hatten – wieder der ehemalige jahrzehntelange Chefredakteur von GEO unter anderem so: „Eine iranische Frau… ohne Hijab. Keine Verschleierung, kein Verbergen. Keine Bescheidenheit, keine Traurigkeit. Eher Stolz auf das, was nicht gezeigt werden soll von einer Frau, auf dass sie die Männer nicht reizt. Ein Windstoß hat die prächtigen Haare dieser jungen Iranerin zu einem wilden Kranz aufgewirbelt. Sie geht gerade über eine Brücke, während ein Vogelschwarm den nahen Strand überfliegt. Freiheit auf zwei Ebenen.
Ein Bild von großer Kraft, das eigentlich – was Fotos so häufig nicht tun – ganz ohne Worte auskommt. Nur dass es im Iran entstanden ist, gibt ihm eben doch und einmal mehr eine besondere Bedeutung. Gemacht hat es ein Mann, der in unseren Breiten noch keine Bekanntheit hat: Mahdi Vaghari, geboren 1995 im Iran, der 2003 begonnen hat, sich für die Fotografie zu interessieren und sie sich vom Vater hat beibringen lassen.
Wer im Iran als Fotograf, als Fotografin tätig ist, hat es sicher mit ganz anderen Rahmenbedingungen zu tun als Fotoreporter bei uns. Zunächst mit einem anderen Verständnis von der Aufgabe der Medien. Mit einer anderen Art vielleicht auch, über Fotografie zu sprechen. So muss es dort, soll es nicht zur Konfrontation mit dem offiziellen Bild werden, das ein Land von sich haben soll, gewissermaßen übersetzt geschehen, nicht selten in Kunstprojekten verrätselt. Mit Andeutungen. Mit Symbolik. Offen für Interpretation. Und doch zugleich deutlich.
Ob das alles Madhi Vaghari umtrieben hat, wissen wir nicht. Er sah die fremde Frau bei einer Rast in der Nähe des Kaspischen Meeres, er fragte sie – „höflich“, wie er betont -, ob er sie fotografieren dürfe. Weil ihn der Wind im Haar, die ganze Szene an „Freiheit und Befreiung“ denken ließ. So einfach war das. So klar. „Niemand“, unterschrieb er sein Bild, so als spreche die Frau selber, „kann meine Seele besitzen“.
Dieser Preis, der 2013 als Alfred-Fried-Fotografiepreis (benannt nach dem Friedensnobelpreisträger 1911 – gemeinsam mit Tobias Michael Carel Asser -, sechs Jahre nach Bertha von Suttner) ins Leben gerufen wurde „zeigt die vielfältigen Facetten des Friedens“, heißt es auf der Homepage dieser Initiative von Lois und Silvia Lammerhuber. „Er vervollständigt das Bild vom Menschen, indem er dessen gute Seiten hinzufügt. Er würdigt Bilder, die von Erfolgen statt von Misserfolgen erzählen; von Empathie statt von Hass; von Erhaltenswertem statt von Zerstörung; von Ermutigung statt von Qual; und vom Menschenrecht auf Schönheit.
Im Vorjahr wurden 24.189 Fotos aus 132 Ländern der Welt eingereicht. Und hier die
Kinderkategorie:
Noa Hagemann aus Deutschland für „Meine Schwester“
Kategorie Einzelbilder:
Mahdi Vaghari aus dem Iran für „No one can take my Soul“ – wurde auch Gesamtsieger
Kategorie Bildserien:
Fereshteh Eslahi aus dem Iran für „But we were so strong“
Diego Ibarra Sánchez aus Spanien für „LBN-On the roaring of the bus“
Ami Vitale aus den USA für „Kenya’s Black Rhino Revival“
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