Wieder ein neuer Aktionsplan gegen Kinderarbeit; und Aktion „Rote Karten“ für Produkte aus Kinderhand.
Stell dir vor, jedes einzelne Kind in den 27 Ländern der gesamten Europäischen Union müsste arbeiten. Unvorstellbar, oder?! Und dennoch käme diese Zahl – rund 67 Millionen (bis 14 Jahre) nicht einmal an jene heran, die auf der Welt wirklich arbeiten müssen und keine 12 Jahre jung sind (79 Millionen). Insgesamt müssen rund 138 Millionen Kinder arbeiten, um selbst überleben zu können oder mitzuhelfen, dass ihre Familien halbwegs was zu essen haben. 54 Millionen Kinder verrichten sogar Arbeiten unter gefährlichen Bedingungen, unter anderem in Minen, wo seltene Erden zu Tage gefördert werden, die zum Beispiel für Smartphones wichtig sind.
Dabei sollten gerade die zuletzt genannten Arbeiten – unter gefährlichen Bedingungen – schon im Vorjahr abgeschafft sein. Das haben Vertreter:innen vieler Länder in der Agenda 2030 in den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDG – Sustainable Development Goals) unter anderem beschlossen, unter Ziel 8, Punkt 7. Das steht auch in der Konvention 182 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO.
Vor kurzem – 11. bis 13. Februar 2026 – kamen wieder einmal Vertreter:innen von Regierungen, aber auch Gewerkschaften und Unternehmerverbänden sowie NGO (Nicht-Regierungs-Organisationen) zu einer Konferenz zusammen. In Marrakesch, der viertgrößten Stadt Marokkos (Nordwest-Afrika) beschlossen 500 Teilnehmer:innen einen „globalen Aktionsrahmen gegen Kinderarbeit (Marrakech Global Framework for Action against Child Labour). Dieser sieht einerseits, wenn schon, dann Mindeststandards für Arbeiten vor, höhere Löhne für Erwachsene, bessere Sozialsysteme, sodass Kinder nicht (mehr) arbeiten müssen und den Zugang zu Bildung für diese Kinder.
Auch wenn Kinderarbeit vielleicht nicht in unmittelbarer Nähe stattfindet, so ist auch Österreich betroffen. Zur Herstellung von Schokolade braucht’s Kakao – die Früchte mit den Bohnen werden nicht selten von Kindern von den Bäumen gepflückt; und das ist nur ein Beispiel. Österreich ist übrigens nicht Teil der sogenannten „Alliance 8.7“, der internationalen Plattform, um dieses Nachhaltigkeitsziel eeeeendlich zu erreichen. Das offizielle Österreich war bei der Konferenz in Marokko nicht vertreten.
Das kritisierten – einem Bericht der Onlinezeitung „Unsere Zeitung -Die Demokratische“ untet anderem die Geschäftsführerin der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar (DKA), Sigrid Kickingereder. Dort wird auch berichtet: „Am selben Tag, an dem die Konferenz in Marrakesch begann, starteten der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), solidar Austria und das Netzwerk International die ganzjährige Kampagne „Wir gegen Kinderarbeit!“.
„Kinderarbeit verschwindet nicht durch Verbote allein, sondern durch existenzsichernde Löhne für die Eltern. Wer Kinderarbeit wirklich beenden will, muss Gewerkschaften stärken und für faire Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern sorgen. Geht’s den Eltern gut, geht’s den Kindern gut“, wird dort Marcus Strohmeier, Internationaler Sekretär des ÖGB, dazu zitiert.
Weiterhin setzt sich natürlich die Initiative Kinderarbeit stoppen – DKA, Jugend Eine Welt, Kindernothilfe Österreich, solidar Austria und FAIRTRADE – seit Jahren dafür ein, dass Kinder nicht mehr arbeiten müssen.
„Wenn wir in Österreich Schokolade essen, Smartphones nutzen oder Kleidung kaufen, profitieren wir von globalen Lieferketten, in denen Kinder ausgebeutet werden. Freiwillige Selbstverpflichtungen von Unternehmen sind gescheitert. Österreich muss jetzt handeln“, fordert Peter Schissler, Vorsitzender von solidar Austria.
Österreich müsste Gesetze beschließen, dass der Verkauf von Waren aus Kinderarbeit verboten ist, lautet eine der zentralen konkreten Forderungen. Mit der Kampagne „Wir gegen Kinderarbeit!“ soll dieser Ungerechtigkeit, die natürlich auch gegen die Kinderrechtskonvention verstößt, die aus dem Fußball bekannte „Rote Karte“ für unsportliches Verhalten, gezeigt werden.
Unten geht’s zu einem rund 6½-minütigen grafischen Erklärvideo über den (neuen) Aktionsplan gegen Kinderarbeit, wie ihn 500 Vertreter:innen in Marrakesch beschlossen haben.
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