Einige Waggons eines irr schnell rasenden Zuges entgleisen in einer wunderschönen, irgendwie wild-romantisch wirkenden Landschaft in der Nähe einer Meeresbucht. Eine Hand hebt sie auf. Spielzeugeisenbahn oder ein Riese am Werk? Das ist eine der ersten Szenen, die auf den Animations-Action-Kinofilm „Tierisch abgefahren – Rettet die Pets!“ einstimmen. Ab 19. März (2026) ist dieser in Kinos zu erleben.
Das meiste, noch dazu abenteuerliche, gefährliche, wird sich in diesem Zug abspielen. Davor aber gibt’s noch eine Story rund um einen der Hauptheld:innen, den Waschbären Falcon (englisch für Falke) – weil er, das wird er später erzählen, als Waisenkind von einem Falken gerettet und aufgezogen wurde. Was so nicht stimmt, aber das wird erst gegen Ende nach und nach ans Licht kommen und sei hier sicher nicht gespoilert.
Jedenfalls lebt Falcon von Essensdiebstählen, die er Robin-Hood-mäßig mit vielen anderen ebenfalls auf der Straße lebenden Tieren teilt.
Bei den bevorstehenden Weihnachten will er einen Riesen-Coup landen und all seinen Mit-Tieren ein üppiges Fest(mahl) schenken. Dazu hat er sich – gemeinsam mit dem Computer-Freak Hans, einem Dachs, ausgedacht, die Elektronik des neuesten, tollstes, schnellsten Zuges Richtung Toro-City zu hacken, den Zug zu entführen, um den Container mit Lebensmitteln zu stibitzen.
Der Zug steht bereit. Menschen, vor allem mit Haustieren, wollen in die Stadt. Die Tiere kommen in einen eigenen Waggon. Dann bittet eine Lautsprecherdurchsage die Fahrgäste, den Zug wegen der Behebung einer Störung kurzzeitig zu verlassen. Als alle draußen sind: Türen zu und Abfahrt.
Das Abenteuer kann beginnen. Immer schneller, vom Dachs gesteuert, unkontrollierter rast der Zug. Ozelot (eine in Südamerika beheimatete kleine Raubkatze) Maggie erkennt die Gefahr, dass in diesem Tempo mit diesem Gewicht des ganzen Zuges eine hohe Gebirgsbrücke einbrechen würde. Falcon – als Komplize von Hans – ist als einziges Tier ohne Käfig drumherum im Zug. Natürlich befreit er alle. Oder fast. Ein alter Polizeihund hat ihn, den Waschbären, einmal wegen Diebstahls hinter Gitter gebracht…
Wie auch immer, die ganze Handlung mit ihren spannenden, immer wieder auch atemberaubenden Momenten, bei der die große Katstrophe mehrmals so nahe ist, sei hier nicht verraten. Nur noch so viel, Hans, der Hacker-Dachs, hat noch eine eigene Agenda und versucht die von Falcon gestartete Rettungsaktion immer wieder zu durchkreuzen. Dass der Film letztlich trotz aller Crashs und entgleister Waggons, gebrochener Brücken und so weiter ganz am Schluss natürlich einigermaßen happy endet, muss nicht extra betont werden.
Neben den vielen spannenden, Action-Szenen zum Mitfiebern, leben die knapp eineinhalb Stunden einerseits vom Miteinander der Tiere mit Ausnahme von Dachs Hans – trotz so mancher Gegensätze. Und gerade von der Vielfältigkeit dieser tierischen Charaktere. Von Underdogs, solchen, die sich eigentlich zu fein für diese Gesellschaft fühlen, anderen die gern Stars werden wollen und weiteren, die wiederum draufkommen, dass sie von ihren Herrchen und Frauchen nur zur Generierung von Klicks und Likes auf Social Media missbraucht werden.
Für die Charaktere hat sich das Kreativteam natürlich an unterschiedlichen menschlichen Typ:innen Beispiel genommen. Nicht zuletzt spielt die Sympathie für den Außenseiter, den auf der Straße lebenden Waschbären mit ausgerissenem Ohrläppchen, eine große Rolle. Der stets auf Teilen der Beute aus ist, groß spricht und doch Angst hat. Die er klarerweise dann überwindet, wenn’s drauf ankommt…
Eine starke Ebene ist auch die mediale – was sich im Zug abspielt, wird immer wieder von Live-Kameras aus einem Hubschrauber auf TV-Monitore übertragen – ein solcher hängt auch im Zug. Und wie Reporterin Cynthia nun ihre große Chance wittert, groß rauszukommen mit einem Live-Einstieg von der totalen Katastrophe, die unausweichlich scheint. Und sie dafür Lisa, das Mädchen, dem Ozelot Maggie gehört, im Hubschrauber mitnimmt.
Damit wir in Apps und über andere Medien informiert werden können, ob es eine Sturmwarnung gibt, gut Eincremen gegen heiße Sonne gut wäre oder die Mitnahme eines Regenschirms gut angebracht wäre, braucht es Millionen von Wetterdaten. Solche werden unter anderem täglich von rund 5000 Ballonen mit elektronischen Mess-Instrumenten gesammelt. Von kleinen Flugzeugen werden sie auf große Höhen – 32 bis 35 Kilometer gebracht. Danach schweben die Ballone in der Stratosphäre, ihre Geräte messen, irgendwann platzen die Ballone, fallen zu Boden – und mit ihnen die Elektronik. Damit sind nach einmaliger Anwendung rund 400 bis 500 Euro (Instrumente samt Ballonen) vernichtet – und belasten die Umwelt.
Das kann’s doch nicht sein, dachten sich Valentin Socher, Jonas Lorenschitz, Julian Schanta und Anton Fuchs, Schüler der HTBLA Eisenstadt mit ihrem Ausbildungsschwerpunkt Flugtechnik. Tüftelten und tüftelten und fanden eine Lösung: Sie befestigen ihren Wetterballon an einem Seil an einem „Gleiter“, einem Kleinflugzeug. Ein solches haben sie auch auf ihrem Stand beim 37. Bundesfinale von Jugend Innovativ, in dem sie mit ihrer Erfindung in der Kategorie Engineering I landeten.
Ihre Entwicklung: Nach getaner Mess-Arbeit zieht eine Seilwinde den Ballon wieder ein. Das war die Idee. Die sich aber nicht so verwirklichen ließ, wie sie Kinder I Jugend I Kultur I und mehr… schildern. „Wir haben ausprobiert, so einem Ballon die Luft auszulassen. Das dauert eeeewig!“
Also wird der Ballon – alles automatisch – beim Einziehen in den schmalen, länglichen, an eine kleine Rakete erinnernden autonomen Flieger, kontrolliert zerschnitten. Die Elektronik wird aber somit gerettet und der Ballon landet auch nicht als Müll irgendwo auf dem Boden oder im Wasser und kann so auch sachgemäß entsorgt werden. „Development of an autonomous and reuseable Weather Balloon Drone – Loon-A-Tix” ist übrigens der nicht gerade unkomplizierte Name des Projekts. Würde die Erfindung aus dem Burgenland weltweit eingesetzt, könnten so Jahr für Jahr im Wert von rund einer halben Milliarde erspart – und damit auch gefährlicher Müll irgendwo in der Landschaft vermieden werden.
Apropos Flugzeuge und Automatisierung. Auf Flughäfen braucht es Tausende Leuchten auf den Rollfeldern. Starten und Landen von Flugzeugen verursachen starke Vibrationen. Die Gehäuse für die Lampen sind im Boden verschraubt. Damit keine Schraube locker wird, müssen diese regelmäßig kontrolliert und festgezogen werden. Passiert derzeit händisch. Kleines Auto mit Loch im Boden fährt die Leuchten ab, eine Person checkt durch das Loch die Schrauben und dreht sie notfalls fester.
Geht das auch anders? Müsste wohl, dachten sich vier Schüler der HTL Rennweg (Wien 3; Landstraße). Marco Mazur, Alessandro Nentwich, Fabrizio Belisarii und Christopher Dienstl ersannen ein Fahrzeug samt eingebautem Akku-Schraub-Dreher. Dieses Fahrzeug kann über Fernsteuerung gelenkt. In dem Bereich des Schraubendrehers findet eine Kamera die richtige Position und schon kann verhindert werden, dass eine Schraube locker wird. „Unsere Erfindung ist aber auch leicht erweiterbar, wir könnten noch ein Teil dazu bauen, das die Gläser der Leuchten ebenfalls automatisch reinigt.
Das Quartett durfte den „SrewRover – ein Roboter zur Wartung von Rollfeld-Leuchten“, wie sie ihr Projekt nannten, auch schon in echt auf dem Wiener Flughafen testen.
In dieser Kategorie – vor einigen Jahren wurde Engineering (Ingenieurswesen) wegen der viiiiielen Einsendungen in zwei Teile gesplittet – waren noch zwei weitere automatische Fahrzeuge im Finale. Gerald Haselsteiner und Alfons Moser aus der HTL Waidhofen an der Ybbs (Niederösterreich) bauten ein automatisches, fernsteuerbares Raupenwägelchen, das in längs-geschweißte Profilrohre fahren kann und die Schweißnähte überprüft.
Noch müssen bei solchen Tests endoskopische Prüfsonden über lange Stangen händisch in die Rohre hineingeschoben werden, für unterschiedlich breite Profilrohre braucht es verschiedene Messwägelchen. Das alles könnte der Vergangenheit angehören, wenn die Erfindung des Duos, die sich in Breite und Winkel verstellen lässt, realisiert wird.
Bei heftigem Tennistraining kugeln ganz schön viele der bekannten gelben Bälle irgendwo auf dem Platz herum. Die könnten doch vielleicht auch autonom und automatisch eingesammelt werden. Diese Idee steckt hinter der Erfindung von Viktoria Chroust, Markus Hartmann, Philip Sauer und David Lapinksi (der beim Bundesfinale verhindert war). Also erklären die ersten drei Schüler:innen der HTL Mödling (Niederösterreich) dem Journalisten das Prinzip ihres Roboters, den sie in ihrer Diplomarbeit in Mechatronik – mit den Anteilen Maschinenbau, Programmierung, Elektronik und Elektrotechnik – ausgedacht und gebaut haben.
Der Metallrahmen trägt vorne eine Kamera, die ist darauf programmiert gelbe Filzkugeln zu erkennen. Die Maschine fährt darauf zu. Zwei schräge Kantrohre sorgen dafür, dass der Ball in die Mitte gerollt wird wie in eine Art Trichter, von wo sie aufgesagt und in eine Kunststoffkiste befördert wird. „Das funktioniert sozusagen wie eine umgekehrte Ballwurfmaschine“, verdeutlichen die drei Jugendlichen die Funktionsweise.
Zurück in die Lüfte. Kolben von Dieselmotoren in Flugzeugen sind hohen Belastungen ausgesetzt. Dafür seien weder Material (Aluminium) noch die Struktur (Vollguss) ideal, fanden Julian Weik und Malachias Burger von der HTL Eisenstadt (Burgenland). Hoher Druck, Hitze – das führt bald einmal zu möglichen Rissen, jedenfalls zu Verschleißerscheinungen.
Die beiden recherchierten, durchstöberten einschlägige Literatur und begannen zu überlegen: Stahl wäre das bessere Material und das eher gitterförmig konstruiert, damit viel von der entstehenden Wärme nicht gefangen bleibt, sondern abgeleitet werden kann. Mit ihrer Erfindung könnte so ein neu gebauter Kolben mehr als doppelt so viele Betriebsstunden (2800 statt 1200) halten, so die beiden Schüler zu KiJuKU, die ein zerlegbares 3D gedrucktes Modell – „noch nicht aus Metall, sondern nur zur Veranschaulichung“ – herzeigen.
Wird in den nächsten Tagen fortgesetzt – jeweils ein Teil für alle Finalprojekte der verschiedenen – oben schon genannten – Kategorien. Und letztlich noch einem Teil über die verliehenen Preise.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen