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Ellen Wollmann vor einigen der Bilder, an deren Erstellung sie mitgewirkt hat

Hammerhai ist für Künstliche Intelligenz Hammer + Hai

„Ein Mann chillt mit einem Hammerhai“ – zwei Mal gaben unterschiedliche Jugendliche in einem KI-Workshop diesen Prompt (Ein- oder Aufgabe für das Programm) ein. Beide Male „spuckte“ die mit „künstlicher Intelligenz“ arbeitende Fotobearbeitungs- und -erstellungs-Software Canva Bilder mit einem Hai und einem Mann aus – und jedes Mal mit einem Hammer. In einem Fall hält der Mann – bärtig wie der zweite – das Werkzeug in Händen; beim anderen Bild schwebt der Hammer über den Wellen, dafür neben definitiv einem Hammerhai 😉

Es sind dies zwei von Dutzenden Fotos, die Jugendliche im KI-Medienlabor seit Beginn des Schuljahres in Workshops erstellt haben – teil einzeln, immer wieder aber auch in Gruppen. Ein Teil dieser Jugendlichen befindet sich in einer AusbildungsFit-Maßnahme der ÖJAB (Österreichische JungArbeiterBewegung), andere verbringen Lern- und Freizeit mit der Vienna Hobby Lobby, die mit ÖJAB zusammenarbeitet. Manche hatten sich schon selbstständig (Vor-)Wissen in Sachen KI beigebracht, für andere boten die Workshops die ersten Einstiege in diesen relativ neuen Zweig der digitalen Welt. Der aber sicher unerlässlich sein wird in der gegenwärtigen und noch viel mehr zukünftigen Arbeits- und Berufswelt und darüber hinaus im (Alltags-)Leben.

Galerie – Leistungsschau

In der Woche vor Weihnachten lud die ÖJAB-Zentrale in Wien zu einer Veranstaltung, in der Ergebnisse dieses KI-Medienlabors präsentiert wurden und viele der Bilder – leider nur für einen Nachmittag – in einer Ausstellung zu sehen waren, „AI × Youth Gallery – Jugend gestaltet Zukunft“.

Das was als „Katzenvideos“ seit vielen Jahren sprichwörtliche Attraktionen an Bewegtbildern auf Social Media Plattformen sind, fand auch in so manchen der mit Artificial Intelligence, der englischen Version von KI, produzierten Bilder in den Workshops seinen Niederschlag: Von der gekrönten Stubentigerin und ihrer fast identen Gefolgschaft, die Canva zum Prompt „Katzen übernehmen die Weltherrschaft 2“ kreiierte bis zur Golf-spielenden Katze vor einer im Hintergrund explodierenden Sonne.

Drei Jugendliche in Interviews

Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… präsentiert hier nicht nur viele dieser Bilder der Ausstellung, drei Jugendliche erklärten sich bereit für kurze Interviews. Die 18-jährige Ellen Wollmann nutzte vor den Workshops „vor allem Chat GPT für Alltagsfragen, zum Beispiel wollte ich einmal wissen, wie lange Milch in einem schon geöffneten Packerl haltbar ist; aber auch für schulische Sachen wie Referate und Präsentationen. In den Workshops, die vier Mal fünf Stunden dauerten, haben wir mit Fotos und Videos gearbeitet, was für mich neu war. Zuerst haben wir mit Vorgaben für Bilder gelernt mit diesem Werkzeug umzugehen und dann konnten wir frei arbeiten“, freut sie sich über etliche der Ergebnisse, die sie mit Kolleg:innen erstellt hat und präsentiert sich zwischen solchen Fotos.

Zuerst Flop

Raphael (19) gesteht, dass der erste Versuch eigentlich ein Flop war. „Ich hab als Prompt geschrieben: Mann, der mit einer Ameise am Strand chillt. Aber die Ameise ist nicht und nicht zu finden, sie ist einfach zu klein.“ Dafür freut er sich umso mehr über den sehr gelungenen Erdbeer-Elefanten, der gleich drunter hängt.

Eine anonym bleiben wollende Jugendliche zeigt das Ki-generierte Foto, das sie mit den Angaben Zukunft Mödling erhalten hatte
Eine anonym bleiben wollende Jugendliche zeigt das Ki-generierte Foto, das sie mit den Angaben Zukunft Mödling erhalten hatte

Zukunft –> düster

Ein Teil der Workshops fand in Wien-Brigittenau in Räumen der Hobby Lobby, der andere in Mödling im ÖJAB-Haus statt. „Zukunft Mödling“ mit diesem kurzen Begriffspaar fütterten verschiedene Jugendliche die KI – und beide Mal waren seeeehr düstere Bilder das Ergebnis. Womit das Internet zu Mödling und der Zukunft dieser Stadt gefüllt ist?

Eine der Jugendlichen, die anonym bleiben will, zeigt dem Journalisten das Bild, das auf ihre Zwei-Wort-Angabe hin von der KI angefertigt worden ist. „Trotzdem hat die Arbeit mit diesen KI-Werkzeugen Spaß gemacht, es war überraschend, was da oft mit der Eingabe von einem Satz oder nur höchstens drei Wörtern an Bildern rauskommt“, resümiert sie bei der Präsentation der Ergebnisse der Workshops.

Rausfinden, was wie (nicht) funktioniert

„Die KI wird die Zukunft sein und wir werden sehr abhängig von ihr sein! Deswegen sollten wir uns jetzt schon mit der KI beschäftigen, um herauszufinden wie sie funktioniert, was sie gut machen, was sie nicht gut machen kann, damit wir sie positiv einsetzen können!“, wurde bei den Präsentationen Emanuel zitiert. Er ist jugendlicher Leiter bei Hobby Lobby und Co-Workshop-Leiter des Medienlabors.

„Es waren sehr coole und spannende Workshops! Die Jugendlichen zeigten Interesse und hatten viel Spaß mit den KI-Gestaltungsmöglichkeiten. Sie setzten sich auch sehr reflektiert und kritisch mit KI auseinander“, meinte der erwachsene Workshop-Leiter Markus Toth.

kijuku_heinz

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oejab –> ausbildungsfit

hobbylobby.ngo

Szenenfoto (von der Generalprobe) aus "Verflixt, wer rettet die Welt?", eine der Theaterwerkstatt-Performances im Dschungel Wien

Halbgott, Gött:innen und ein Katzen-Mensch wollen die Welt retten

Ein Halbgott, der gern (wieder) in den Kreis der Voll-Gött:innen aufgenommen werden möchte, meint der Superheld zu sein. Er könne – und das in kürzester Zeit – die Welt retten. Von jenen Problemn, die seine Mitspieler:innen – ob Gottheiten oder Privatdetektiv mit Katzenohren – erkennen und benennen: Müll, Ressourcen, die zu knapp sind, schlechte Verteilung von Wasser.

Auf cool und lässig tritt der Genannte in Erscheinung. Natürlich tut sich nichts – zumindest nicht zum Besseren – in knapp weniger als einer halben Stunde spielen Demian Ivanov, Yaroslav Kushnir, Tymofii Lozovy, Elizabeth Mokretsova, Yasmina Pashchenko, Yelyzaveta Stoianova, Sofiia Vdovenko, Artem Zhmudenko die Performance „Verflixt, wer rettet die Welt?“ Ideen und all ihre Sätze haben sie selbst in einer der Theaterwerkstätten im Dschungel Wien eingebracht und erarbeitet – unter der künstlerischen Leitung von Oksana Maslova in Zusammenarbeit mit Vladyslava Chentsova und Anastasiia Ustymenko sowie der Multimedia-Künstlerin Lesіa Kvitka, die an der Linzer Kunstuni studiert – und die Werkstatt-Teilnehmer:innen in die Gestaltung dieser Videos miteinbezogen hat.

Videos mit KI

Letztere sorgt für ein weiteres Element in der Aufführung im Rahmen des derzeitigen Werkstatt-Festivals: KI-generierte Video-Sequenzen, nachdem einer der jungen Spieler:innen meint, nur wenn er ins Fernsehen komme, könne er die Welt retten.
Klappt – natürlich – auch nicht.

Puppenspiel

Die Kinder und Jugendlichen dieser Werkstatt beziehen in ihre Performance aber auch noch ein drittes Element ein. Eines der zentralen Probleme, die sie mehrfach ansprechen: Müll. Vor allem aus Abfall-papier und -Karton samt jeder Menge Klebebänder haben sie teils schräge Puppen gebaut, die sie in einer Szene im Zentrum der Bühne auch bespielen – mit teils sarkastischem Humor, den sie damit in die Show einbringen.

Ob und wie die Welt vielleicht doch gerettet werden könne?
Alles soll sicher nicht gespoilert werden 😉

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Szenenfoto aus "Body Music Explosion"

Hin- und mitreißende Körpermusik-Tanz-Performance

Zwischen aufspringen und mittanzen oder wenigsten -swingen wollen einer- und phasenweise wiederum sich fast meditativ fallen lassen reißen dich die fünf Performer:innen in „Body Music Explosion“ von Theater Foxxfire! auf den Sitzreihen des großen Saals im Dschungel Wien hin und her. In schier unglaublich perfektem Timing klatschen und stampfen sie fast ohne Ende – Body-Percussion und Mundmusik sind ihre Instrumente.

Wandlungsfähig wie ihr Tempo, ihre Rhythmen ist ihr Auftreten, sind ihre Kostüme (Ausstattung: Karoline Hogl). Kommen sie nach unzähligen erst in Reih und Glied eingeblendeten kleinen projizierten Punkten, die sich durch Töne und Klänge zu bewegen beginnen, zunächst als geschleckte uniformierte Musterschüler:innen auf die Bühne, so entledigen sie sich bald dieser Maskerade.

Gemeinsam erarbeitet

Das Quintett, das Regie, Choreo und Musik gemeinsam ausgesucht und erarbeitet hat, „explodiert“ immer wieder und bleibt dennoch stets im Gleichklang – ob synchron oder als Weitergabe der Impulse von einer zum anderen. In der Anfangsphase scheint es als könnten die fünf Performer:innen, die mit ihren Körpern Musik machen, ganz ohne Atempause auskommen. Erst nach rund ¼ Stunde kurz mal Break (Pause). Aber schon geht’s wieder weiter – immer wieder Tempo- und Rhythmuswechsel. Hin und wieder fast szenische kleine Erzählungen. Wenn Text zu Gesang kommt, dann nur englische Fragewörter. Die unterschiedliche Intonation von „what“ (was) beispielsweise ergibt fast schon eine kleine Geschichte.

Hin und wieder löst sich die 5er-Formation auf, Duette werden gespielt/getanzt, ge-körper-trommelt – vom an eine Kinderspiel erinnernden abwechselnden Handklatschen in komplizierter Abfolge bis zum gegenseitigen Necken. Nebeneinanderstehend mit der eigenen Hand den anderen an der weiter entfernten Schulter antippen, als käme jemand von der anderen Seite 😉

Und alles vor ständig wechselnden auf die jeweilige Bewegungsformation abgestimmten Visuals, die – ebenso wie das Konzept für diese hin- und mitreißende Performance – von Richard Schmetterer kommt, der auch Teil der Performance-Gruppe ist, die sich Groove-Crew nennt.

Als Antwort auf den – erwartbaren jubelnden Applaus – hat die Crew eine Zugabe einstudiert – bei der sie zum Mitklatschen und -stampfen einlädt.

Follow@kiJuKUheinz

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Blicke in die "Men in Trouble"-Film-Installation

Rosa Videos schauen im Pink-Salon

In a pink, pink World kannst du an vielen Stunden beim Festivalzentrum auf dem OK-Platz eintauchen: rosa Wände, ebensolcher Teppichboden und obendrein noch die passenden Sitz-Pölster (Installation: Katharina Pia Schütz und Jovana Reisinger) auf denen du dich vor insgesamt sechs Monitoren niederlassen oder gemütlich einrichten kannst. Die sechs – jeweils rund 15-minütigen – Epsioden lassen da fast die Grenzen verschwimmen. Denn im nämlichen Ambiente – Vorhänge, Stiegengeländer und ihre Kleidung empfängt die Moderatorin – „irgendeine Frau“ (Julia Riedler) ihre Talk-Gäst:innen.

Auf leicht amüsant-süffisante Weise bespricht sie in der (Video-)Installation die Themen Glück, Geld, Schönheit, Liebe, Sex, Glaube.

Weshalb die Filme von Jovana Reisinger „Men in Trouble“ heißen erschließt sich dabei nicht wirklich. Wie und was bei den Themen verhandelt wird sind – oft mit einem ironischen (Unter-)Ton Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, die das Patriarchat zwischen unterschiedlichen Gruppen, nicht zuletzt den Geschlechtern, schafft. Also wenn, dann schon eher: Men make Troubles.

Der Titel selbst wird lediglich in einer der sechs Talk-Episoden thematisiert, wenn Mann 1 – so wie die Moderatorin namenlos bleibt, so kriegen die Gäst:innen nur Nummern – ein Lamento loslässt, dass er sich unglücklich fühlt, weil Frauen nicht mehr so untertan sind wie es seine Mutter noch war.

Follow@kiJuKUheinz

Compliance-Hinweise: Das Festival Schäxpir hat Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… für die ersten vier Tage dieses Theaterfestivals für junges Publikum nach Linz eingeladen.