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Bildmontage aus Gedichtzeilen und Screenshot aus einem der Videos des Projekts Kardea
Bildmontage aus Gedichtzeilen und Screenshot aus einem der Videos des Projekts Kardea
03.05.2026

Zwei Seiten von Geld, Schulrucksäcke und viele Mitgefühl-Projekte

Soziale Projekte 11 bis 15 – Reihung nur nach der Bühnen-Präsentation – von Schüler:innen der privaten Handelsakademie und -schule VBS-Akademiestraße (Wien, 1. Bezirk), die beim Amicus Award 2026 präsentiert wurden; Teil 3 der Berichte darüber.

So, nun in diesem dritten Teil der Berichte über den Amicus Award 2026 an der VBS 1 (Wien-Innere Stadt; Vienna Business School – private Handelsschulen und -akademien des Fonds der Wiener Kaufmannschaft mit Schulen in Wien und Niederösterreich), werden die letzten fünf von 15 sozialen Projekten vorgestellt – die Reihung erfolgt nicht nach Qualität, sondern lediglich nach der Abfolge bei den Bühnenpräsentationen knapp vor dem 1. Mai.

Jede Münze hat zwei Seiten…

Geld spielt naturgemäß in Schulen mit wirtschaftlichem Schwerpunkt wie Handelsakademien bzw. -schulen und Aufbaulehrgängen eine große Rolle. Das Hinterfragen dieser vielleicht nicht unbedingt. Das aber rückten die Jugendlichen der islamischen Religionsgruppe der vier dritten Klassen der HAK ins Zentrum ihres Projekts. Was möglicherweise mit einer der fünf Säulen dieser (ebenso wie Christen- und Judentum Ein-Gott-)Religion zu tun hat: Zakāt (arabisch für Lauterkeit, Zuwachs‘) ist die Verpflichtung für Menschen, die mehr haben, es mit Ärmeren zu teilen, bzw. ihnen etwas zu spenden.

„Unser Ziel war es, einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu entwickeln und auf soziale Ungleichheit aufmerksam zu machen. Wir wollten verstehen, dass Geld nicht nur persönlichen Nutzen hat, sondern auch Verantwortung gegenüber anderen bedeutet“, nennen die Jugendlichen eines ihrer Projektziele.

Als Ausgangspunkt beschrieben die Schüler:innen, „dass es in unserer Gesellschaft oft zwei Seiten gibt: Arm und Reich. Wir wollten uns mit diesen „zwei Seiten der Münze“ auseinandersetzen. Im Unterricht haben wir gelernt, dass Geld nicht nur ein Zahlungsmittel ist, sondern auch eine Frage der Verantwortung.“

Dazu verfassten die HAK-Schüler:innen unter anderem Gedichte, gestalteten Plakate und digitale Videos und bewarben sich beim Schulwettbewerb Kardea (für Finanzbildungsprojekte von Three Coins, Erste Financial Life Park /FLiP, Finanzministerium und JKU / Johannes Kepler Uni Linz). Am Ende eines ½-minütigen Films der Schüler:innen steht in der Sprechblase einer gezeichneten Strichfigur: „Geld entscheidet viel, aber Menschlichkeit entscheidet alles!“

Ach ja, und sollten sie, so versprechen diese Schüler:innen, beim Finanzbildungs-Bewerb gewinnen, so spenden sie den Geldpreis „an bedürftige Menschen“.
 

31 Rucksäcke voller Hoffnung

„Unser Ziel war es, Kindern in Uganda im Alter von 6 bis 10 Jahren den Zugang zu grundlegenden Schulsachen zu ermöglichen und ihnen damit den Schulalltag zu erleichtern. Gleichzeitig wollten wir als Klasse soziales Engagement zeigen und Verantwortung übernehmen“, charakterisieren Jugendliche des Islam-Unterrichts dreier dritter Handelsschul-Klassen ihr Projekt. Das Zielland wählten sie, weil der Opa einer der Schüler:innen (Melda Üzülmez) mit einer Hilfsorganisation (İnpa Uluslararası Organizasyon) in diesem ost-afrikanischen Land zusammenarbeitet.

Bildmontage - Fotos der gepackten Rucksäcke und Übergabe in Uganda (Ostafrika)
Bildmontage – Fotos der gepackten Rucksäcke und Übergabe in Uganda (Ostafrika) sowie als Hintergrund die Website der Organisation mit der di Jugendlichen kooperierten

Alle Schüler:innen sammelten Schulmaterialien und packten – letztlich – 31 Rucksäcke. Und gewannen Erkenntnisse über unterschiedliche Lebensverhältnisse, stärkten ihr Bewusstsein für globale Ungleichheit einerseits aber auch ihr Gemeinschaftsgefühl untereinander. Und die Erkenntnis, auch durch eigene noch so klein erscheinende Beiträge das Leben anderer Menschen zu verbessern oder wenigstens zu erleichtern.

Unterstützung für Spital

Rund 60.000 Menschen in der Region Umuakagu im Südosten Nigerias (Westafrika) haben bisher praktisch keine medizinische Versorgung. Seit Jahren hilft eine Initiative engagierter Menschen aus dem niederösterreichischen Krems, dort ein Krankenhaus zu errichten. Mittlerweile ist der Rohbau des auf rund vier Dutzend Betten und vor allem Ambulanzen geplanten Chioma Austrian Hospitals abgeschlossen. Im Herbst soll eröffnet werden. Die Ethik und Religionsgruppen der 4F organisierten für den Absolvent:innentag der VBS Akademiestraße ein Buffet. Mit einem Teil der Spenden für Getränke und Speisen unterstützen sie dieses Krankenhaus, mit dem anderen Teil wollen sie ihre Klassenfahrt nach Triest (Italien) mitfinanzieren.

Geschenke der Mitmenschlichkeit

„Gifts of Compassion“ (Geschenke der Mitmenschlichkeit) nannten die Religionsschüler:innen (römisch-katholisch) von vier vierten HAK-Klassen (4A, 4B, 4E und 4F) ihre insgesamt letztlich sogar 14 (geplant waren 12) „kleinen“ Projekte. Die Palette reichte von Hilfe für Obdachlose, kostenlose nachhilfe, Kochdienste, Entlastung einer Putzfrau, Organisation eines künstlerischen Bewerbs für Schüler:innen der 3. HAK-Klassen bis zur Unterstützung einer Pfarre.

„Im Mittelpunkt steht, anderen Menschen konkret zu helfen und Verantwortung zu übernehmen. Dabei orientieren wir uns an den Prinzipien der christlichen Soziallehre, die wir davor theoretisch bearbeitet haben“, hieß es in der Projektpräsentation.

Und letztlich schlussfolgerten auch diese Jugendlichen – wie ihre Kolleg:innen der anderen Projekte -, dass sie auch selber sehr viel profitierten: „Das praktische Tun und das Erleben vor Ort haben einen tieferen Lerneffekt als jede graue Theorie. … Ein kleiner Schritt für uns, ein großer Wert für andere – Schon kleine Aktionen können im Alltag einen echten Unterschied für andere Menschen machen. … Diese Projekte zeigen, dass wir allein durch unseren eigenen Einsatz eine Welle der Hilfsbereitschaft starten können.“

Übrigens laufen unter dem Titel „Compassion“ (Mitgefühl) seit vielen Jahren in mehreren, vor allem christlichen, Schulen zweiwöchige Projekte, bei denen Jugendliche im vorletzten Schuljahr in sozialen Einrichtungen mitarbeiten.

Bildmontage aus Fotos vom Lauf und Spaziergang in der Prater Hauptallee
Bildmontage aus Fotos vom Lauf und Spaziergang in der Prater Hauptallee

Spendenlauf für ME /CFS-Betroffene

„Running Business – Schritte für stille Kämpfer*innen“ betitelten Schüler:innen der 4A gemeinsam mit jenen der 2B (Handelsakademie) ihren in der Prater Haupttallee organisierten Spendenlauf. Bei dem übrigens nicht nur Jugendliche, sondern auch Lehrer:innen zwei Stunden mitrannten oder auch spazierten.

Insgesamt kamen so Spenden für 362 zurückgelegte Kilometer zusammen – der gesamte Erlös geht an die Österreichische Gesellschaft für ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom – chronisches Erschöpfungssyndrom: Schwere neuroimmunologische Erkrankung, die oft zu einem hohen Grad körperlicher Beeinträchtigung führt, und nach der Covid-Pandemie stark gehäuft auftrat und -tritt, aber noch immer zu wenig erforscht ist; übrigens ist am 12. Mai internationaler ME /CFS-Tag).

kijuku_heinz

Weitere Beiträge über die zehn anderen Projekte hier unten, einer kommt noch über Gewinner:innen.