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Doppelseite aus dem Bilderbuch "Ein Himmel voller Geschichten"
Doppelseite aus dem Bilderbuch "Ein Himmel voller Geschichten"
06.12.2022

Löcher im Himmel und verschüttete Milch

Bilderbuch stellt verschiedene uralte Mythen aus aller Welt über Sterne am Himmel vor.

Heut wissen wir, dass die Erde keine Scheib, sondern eine Kugel ist, dass sie sich um die Sonne dreht und nicht umgekehrt und vieles mehr. Als die Menschen dies und so manch anderes (noch) nicht wussten, reimten sie sich so manche Erklärung zusammen, vieles auch in Geschichten. Nach einer Einleitung darüber, dass Sterne riesige Gaskugeln sind, die Millionen von Kilometern entfernt im Universum leuchten, erzählt das aus dem Spanischen übersetzte Bilderbuch „Ein Himmel voller Geschichten“ genau solche. In knappen Sätzen und wenigen Worten sowie Collage-artigen Zeichnungen werden Mythen aus den unterschiedlichsten Weltgegenden geschildert. So wie es zahlreiche verschiedene Sagen über die Entstehung der Erde und der Menschen gibt, so auch über die Sterne am Himmel.

Auf der letzten Doppelseite sind auf einer Weltkarte die Siedlungsgebiete jener indigenen Völker eingezeichnet, deren Geschichten über den Himmel und seine Sterne zuvor auf ebenfalls je einer Doppelseite zu lesen und sehen sind: Inuit, Navajo, (Nordamerika), Kiliwa (Mittelamerika, Mexiko) Inka (Südamerika), Kasachen, Sumerer (Asien), !Kung Buschleute (Afrika), Aborigines (Australien) und Polynesier (Südsee).

Doppelseite aus dem Bilderbuch
Doppelseite aus dem Bilderbuch „Ein Himmel voller Geschichten“

Die Inuit hoch oben im Norden fast am Pol, die im ewigen Eis und Schnee leben – so die Klimaerwärmung nicht beides zum Abschmelzen bringt, dachten, die Sterne wären kleine Löcher im Himmel – wie Fenster in ihren Iglus (Häusern aus Schnee-Ziegel). Und durch diese „Löcher“ würde das unendliche Licht durchdringen. Die !Kung-Buschleute aus der Wüste Kalahari im südlichen Afrika nannten übrigens, das was in vielen Gegenden der Welt Galaxie oder Milchstraße heißt, „Großes Rückgrat der Nacht“. Sie betrachteten es als Skelett eines Riesentieres, das die Sterne festhält.

Gala – Milch

Das griechische Gala heißt auf Deutsch Milch – womit sich der Gleichklang von Galaxie und Milchstraße ergibt. Die große Sternenstraße hätte wie verschüttete Milch ausgeschaut – so das Bild wie es zur Bezeichnung gekommen ist. Und ein antiker altgriechischer Mythos besagt, die Obergöttin Hera habe Muttermilch verspritz, als sie Herakles stillen wollte. Womit dieser Begriff von den antiken Griechen kommt und nicht – wie in diesem Buch steht – von den Römern.

Die anderen wunderbaren knappen Erzählungen mit beeindruckenden Bildern seien hier aber nicht gespoilert.

Wenn wir’s heute dank Wissenschaft und Forschung besser und anders wissen, ist so manches für uns noch immer rätselhaft und unerschlossen. Vielleicht werden Generationen später – so wir die Welt nicht unbewohnbar machen – auch über uns den Kopf schütteln, was wir uns da so ausgedacht haben. Aber selbst wenn wir heute wissen, dass nicht Unmengen an Milch im Universum verschüttet worden sind, Sterne weder Löcher/Fenster noch aus einem geöffneten Glas entwichen sind, können wir uns an solchen Mythen, Sagen und Erzählungen erfreuen – wenn sie nicht als wahr ausgegeben, sondern als Geschichten erzählt werden.

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Titelseite des Bilderbuchs
Titelseite des Bilderbuchs „Ein Himmel voller Geschichten“
BUCH-INFOS

Text: Pablo A. Mastro
Übersetzung aus dem Spanischen: Stefanie Kuballa-Cottone
Illustration: Ana Suárez
Ein Himmel voller Geschichten
32 Seiten
Ab 6 Jahren
Verlag Helvetiq
15 €

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