… und erklärt Pessach; ein Bilderbuch über Bräuche und historische Hintergründe über dieses jüdische Fest, das heuer mit Ostern fast zusammenfällt.
Auf einem metallenen Klettergerüst, das die Form eines Elefanten hat, sehen wir auf der ersten Doppelseite die beiden Kinder Nadja und Elias, die schon länger gut befreundet sind. Heute hat Nadja eine Schachtel mitgebracht und ruft „Achtung, zerbrechlich!“
Kekse sind drinnen – das sei hier gern verraten. „Die futtern wir jetzt und den Rest darfst du behalten“, erklärt Nadja. Und dies ist der Einstieg mit dem Nadja ihrem Freund so manches rund um die Bräuche und Gewohnheiten des jüdischen Pessachfestes erklärt.
In dem Fall geht’s nicht darum, etwas – hier die Kekse – zu schenken, sondern „da dürfen kein Brot und keine Kekse in der Wohnung sein.“
Auch wenn Ostern und das einwöchige Pessach heuer fast zeitgleich stattfinden, sind es zwei ganz verschiedene Feste. Gedenken Christ:innen zunächst – am Karfreitag – der Kreuzigung von Jesus und feiern am Sonntag seine Wiederauferstehung, so erinnert Pessach an den nicht gerade freiwilligen „Auszug der Jüd:innen aus Ägypten“.
In einfachen Worten beginnt Nadja diese Geschichte zu erklären, wobei Elias so manches davon schon im christlichen Kommunionsunterricht gehört hat. Zumindest haben sich das die Autorinnen Eva Lezzi und Anna Maria Praßler so ausgedacht 😉 Die bunten Bilder steuerte Cyndia Hartke bei.
Nadja lädt ihren Freund – mit dessen Vater – für den nächsten Tag zum Seder-Abend, den Beginn von Pessach, ein. Warum auf dem Sederteller Kräuter, Meerrettich, ein Ei, ein Knochen, Petersilie und Charosset angerichtet sind – und welche historische Bedeutung diese Lebensmittel haben, wird am Ende des Buches auf einer bilderlosen Doppelseite erklärt.
Dass Charosset ein Mix aus geraspelten Äpfeln, geschnittenen Datteln, Nüssen und Traubensaft ist, das erzählt Nadja aber Elias schon in der Geschichte, wo sie stolz berichtet, dass sie dies gemeinsam mit ihrem älteren Bruder Igor selbst zubereitet hat. Diese köstliche Mischung soll aber an Ziegel erinnern, die Juden als Sklaven für den Pharao schleppen mussten.
„Auch heute werden Menschen unterdrückt oder müssen fliehen“, sagt die Oma nachdenklich.
„In unserer Klasse gibt es zwei Kinder aus Syrien und drei aus der Ukraine“, erzählt Elias. Womit dieses Bilderbuch auch einen Bogen zur Gegenwart spannt.
Der Erklärungs-Doppelseite hätte noch ein Hinweis auf die Verbindungen von Pessach und Ostern ganz gutgetan. So ist in etlichen Sprachen eine mehr als deutliche Verwandtschaft über Religionsgrenzen hinweg zu erkennen: Auf Französisch heißt Ostern Pâques, im Italienischen Pasqua, Pasen (Niederländisch), Påske (Dänisch), Pääsiäinen (Finnisch) Paskalya (Türkisch). Der Zusammenhang: Jesu Kreuzigung fand an einem Pessachfest in Jerusalem statt. Es gibt auch Thesen, dass das „letzte Abendmahl“ von Jesus mit seinen Jüngern ein Seder-Abend gewesen sein könnte.
Da der jüdische Kalender sich nach dem Mond richtet, kommt es nur alle paar Jahre zum zeitlichen Zusammenfall mit Ostern.
Chag sameach (Hebräisch), Frohes Fest, S prazdnikom (Russisch) wird im Buch beglückwünscht, was damit zusammenhängt, dass viele Jüd:innen aus der ehemaligen Sowjetunion wo Russisch in allen Republiken (auch) gesprochen wurde, das Weite suchten.
Text: Eva Lezzi, Anna Maria Praßler
Illustration: Cyndia Hartke
Nadja und Elias feiern Pessach
22 Seiten + 2 Seiten Erklärung
Ab 5 Jahren
Vermes Verlag
20 €
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