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Szenenfoto aus "Ein Tisch und drei Stühle"
Szenenfoto aus "Ein Tisch und drei Stühle"
02.06.2022

Grelles Licht und heftige, dumpfe Töne

Zwei kurze Theaterstücke im Rahmen des internationalen Festivals visuellen Theaters – mit einem jugendlichen fast „taubblinden“ Mitspielers.

Hin zu den starken, grellen Lichtern auf der Bühne zieht’s ihn, den 14-jährigen Florian Pichler. Gut, dass genau dort auch senkrecht große Trommeln hängen. Denn darauf zu schlagen mag er auch. Er spielt gemeinsam mit den professionellen Schauspieler:innen Rita Luksch und Markus Rupert zwei kurze, sehr visuelle Theaterstücke mit wenig Worten und dafür umso mehr kräftiger Musik aus den Schlag- bzw. Rassel- und Klanginstrumenten, für die der Schlagwerkmusiker Adi Schober verantwortlich zeichnet. Die Stücke spielten im Rahmen des derzeit – bis 25. Juni laufenden 23. europäischen und internationalen visuellen theaterfestivals „Visual 2022“ (KiJuKu hat bereits mehrfach berichtet, Links hier und noch weiter unten).

„Ein Tisch und drei Stühle“ spielt sich genau auf und rund um diese Möbelstücke ab. Das schauspielende Trio „isst“ mit Rasseln und Klangwerkzeugen, die sozusagen Essbesteck „ersetzen“, legt die Sitzgelegenheiten um, um sie dann neu auf dem Tisch zu stapeln …

„Die Schlange und der Storch“ – nach einer Bildergeschichte aus Bethlehem in Palästina – ist ein parabelhaftes Märchen. Ob Mäuse oder Frösche, alle werden von der erwachenden Schlange verfolgt – und können sich durch Flucht retten. Beim Storch ist für die Schlange Endstation. Er fixiert sie mit seinen Beinen und zerhackt sie mit seinem Schnabel. Vielleicht eine Rache für die paradiesische Geschichte, in der die Schlange Eva dazu verführt, den Apfel vom Baum der Erkenntnis zu essen?

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Ein Tisch und drei Stühle“

Wie auch immer. Eine Besonderheit der beiden kurzen Theaterstücke, die Herbert Gantschacher, der Gründer und Leiter von ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater – (vormals Gehörlosentheater) inszenierte und in Kooperation mit „Ensemble 21“ entstanden sind: Der am Beginn dieses Beitrags genannte 14-Jährige ist fast blind, außerdem hört er beinahe nichts (faktisch taubblind). Nur das helle Licht zieht ihn an. Und heftige Trommel- oder Schläge auf Tisch, Sessel und Boden. Da spürt er offenbar die Vibrationen mehr als er den Klang vernimmt.

Das Anziehende von Licht und Glitzer machte es auch nötig, dass die Zuschauer:innen, deren Anwesenheit er wohl wahrnimmt, allen Schmuck oder metallene Uhren usw. ablegen mussten. Wenngleich es kein Fehler gewesen wäre, vor dem Zwang dazu dieses auch zu erklären 😉

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visuelles theater festival

Szenenfoto aus "Lust"
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Viva la Vulva!