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Schüler:innen verteilen Papierkraniche an die Festgäst:innen
Schüler:innen verteilen Papierkraniche an die Festgäst:innen
03.04.2026

Kraniche von Schüler:innen und iranischen oppositionellen Künstler:innen

Berührende Momente bei der Verleihung der Global Peace Photo Awards im Wiener Rathaus; Teil 1.

24.189 Fotos aus 132 Ländern der Welt wurden im Vorjahr für den Global Peace Photo Award (Weltweiter Friedensfoto-Preis) eingereicht – eine deutliche Steigerung gegenüber 2024 (21.220 Fotos aus 112 Ländern). Am vorletzten Märztag 2026, am Montag der Karwoche und damit in den Osterferien fand die feierliche Preisverleihung im Wappensaal des Wiener Rathauses statt.

Bewegend wurde sie nicht nur durch die beeindruckenden Fotos die in Zeiten aktueller neuer Kriege und zunehmender kriegerischer Stimmung und verstärkter undemokratischer Tendenzen und Herrschaftsformen ein starkes Zeichen von friedlichen Gegenmodellen setz(t)en – dazu mehr in einem eigenen Beitrag.

Gänsehaut

Für berührende Gänsehautmomente sorgten einerseits Schüler:innen mit der Verteilung von gefalteten großen Friedenskranichen an alle Festgäst:innen – die diese dann fliegen ließen. Seit fast 20 Jahren ist die Mittelschule (damals noch Hauptschule) Seitenstetten Biberbach (Mostviertel, Niederösterreich) Friedensschule. Alle Kinder bzw. Jugendliche der Schule lesen das Buch „Sadakos Plan“ von Ingrid und Christian Mitterecker. Die haben die echte Geschichte des Mädchens Sadako Sasaki, die zehn Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima an den Spätfolgen gestorben ist, neu erzählt, nachdem sie den überlebenden Bruder Masahiro in Japan getroffen hatten. Und der kam 2009 nach Österreich, um einen Originalkranich seiner mit 12 Jahren verstorbenen Schwester vorübergehend in die Schule, letztlich ins Friedensinstitut Schlaining (Burgenland) zu bringen – Kinder-KURIER, Vorläufer von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… hat darüber berichtet, Story dazu unten am Ende des Beitrages verlinkt.

Wir kennen alle die Geschichte UND ein Friedenslauf

„Wir haben aber die Kraniche nicht nur gefaltet, wir alle kennen die Geschichte von Sadako Sasaki, weil wir sie in der Schule gelesen und darüber gesprochen haben“, verraten heimlich Mathilde Sindhuber und Emma Gelbenegger aus der genannten Schule KiJuKU.at vor Beginn der Veranstaltung. Und ganz kurz lüften sie für Fotos das Tuch über den papierenen, Origami-gefalteten Friedensbotschaftern. Zu diesem Zeitpunkt durften die anderen Festgäst:innen noch nichts von der überraschenden Aktion am Ende der Preisverleihung wissen. Christoph Gelbenegger – „wir sind verwandt“ – zeigt auch seinen Korb mit den Kranichen in verschiedenen Farben und ergänzt: „Wir haben in der Schule auch einen Friedenslauf am 5. Mai.“

Übrigens waren die Schüler:innen der 3a und 3b samt Lehrer:innen an einem Ferientag für diese Aktion zwei Stunden mit dem Bus nach Wien und genauso lange natürlich auch wieder zurück gefahren.

Widerständiger Banknoten-Kranich

Und – völlig unabgesprochen und zufällig – spielte ein weiterer, diesfalls kleiner Papierkranich eine große Rolle – gefaltet aus einer iranischen Banknote. Wie zwei andere Preisträger:innen des 2013 als Alfred-Fried-Fotografiepreis (benannt nach dem österreichischen Friedensnobelpreisträger 1911, sechs Jahre nach Bertha von Suttner) ins Leben gerufenen Bewerbs, konnte Fereshteh Eslahi aus (nicht nur brandaktuellen kriegsbedingten) Gründen nicht nach Wien kommen.

Stellvertretend nahm die in Wien lebende, im Iran geborene, Multimedia-Künstlerin Maryam Kouhestani, die auch an Unis im Iran und Afghanistan gelehrt hat als das noch möglich war, den Preis entgegen. Auf Umwegen hatte sie, der angesichts der dramatischen Lage oppositioneller Künstler:innen und des Krieges immer wieder Tränen kamen, einen kleinen Origami-Kranich mit der Nummer 222 aus einer gefalteten iranischen Banknote vom Künstler Isa Choulandim bekommen. Der will 1000 Kraniche falten, um den nicht einmal 30-jährigen Schauspieler Hossein Mohammadi, der zunächst vom Regime zum Tode verurteilt worden war, zu retten. Den kleinen so symbolträchtigen Kranich überreichte Maryam Kouhestani dem „Vater“ des Global Peace Photo Awards, Lois Lammerhuber.

Einer japanischen Legende kriegt wer 1000 Kraniche – an sich schon ein Symbol für Glück und Langlebigkeit – faltet von den Göttern einen Wunsch erfüllt (Senbazuru – 1000 Kraniche).

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Global Peace Photo Award

Mittelschule Seitenstetten Biberbach

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Global Peace Photo Award

Dieser Preis, der 2013 als Alfred-Fried-Fotografiepreis (benannt nach dem Friedensnobelpreisträger 1911 – gemeinsam mit Tobias Michael Carel Asser -, sechs Jahre nach Bertha von Suttner) ins Leben gerufen wurde „zeigt die vielfältigen Facetten des Friedens“, heißt es auf der Homepage dieser Initiative von Lois und Silvia Lammerhuber. „Er vervollständigt das Bild vom Menschen, indem er dessen gute Seiten hinzufügt. Er würdigt Bilder, die von Erfolgen statt von Misserfolgen erzählen; von Empathie statt von Hass; von Erhaltenswertem statt von Zerstörung; von Ermutigung statt von Qual; und vom Menschenrecht auf Schönheit.

Im Vorjahr wurden 24.189 Fotos aus 132 Ländern der Welt eingereicht. Und hier die

Preisträger:innen 2025

Kinderkategorie:
Noa Hagemann aus Deutschland für „Meine Schwester“

Kategorie Einzelbilder:
Mahdi Vaghari aus dem Iran für „No one can take my Soul“ – wurde auch Gesamtsieger

Kategorie Bildserien:
Fereshteh Eslahi aus dem Iran für „But we were so strong“
Diego Ibarra Sánchez aus Spanien für „LBN-On the roaring of the bus“
Ami Vitale aus den USA für „Kenya’s Black Rhino Revival“

Global Peace Photo Award

Einer der drei Hauptpreisträger: Kurt Engleder
21.03.2026

Seelenritter