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Bildmontage aus Fotos der drei Lehrer:innen, die Merekure gewannen

Sogar drei Merkur-Statuen für Lehrer:innen

Nach den besten Einzel-Schüler:innen und jenen in Teams für ihre Projekte ist dieser Teil der Berichterstattung über die 29. Verleihung der gewichtigen (rund fünf Kilo) bronze-farbenen „Pokale“ mit den Flügeln des römischen Gottes Merkur – zuständig für Kaufleute und Diebe – herausragenden Lehrpersonen gewidmet. Und dabei gleich drei von ihnen, wie schon der Untertitel verrät.

Aber nicht in einer sondern in drei verschiedenen VBS (Vienna Business School) unterrichten die mit Statuen ausgezeichneten Kolleg:innen – vor einigen Jahren hatte eine der Schulen keine einzelne Lehrperson, sondern ein Team nominiert und dieses gewonnen.

Neulehrer:innen-Coaching

Der erste dieser Merkure für Pädagog:innen, den die Jury vergab, ging an Birgit Scharitzer-Aubell von der HAK II Hamerlingplatz (Wien-Josefstadt; 8. Bezirk) wo sie seit knapp mehr als 30 Jahren Deutsch, Englisch, Kommunikation & Konfliktmanagement unterrichtet. Neben Mitgliedschaft im Schulgemeinschaftsausschuss (SGA), der Personalvertretung und noch einer Reihe weiterer Aktivitäten war für die Entscheidung der Jury vor allem das Neulehrer:innen-Coaching ausschlaggebend. Seit 2014 unterstützt sie alle neuen Kolleg:innen beim Einstieg in ihren Beruf – ein System, das andere Standorte übernommen haben. Obendrein coacht sie auch Klassenvorständ:innen.

Ihre Würdigung – alle werden vom Schulträger und -erhalter, dem Fonds der Wiener Kaufmannschaft geschrieben – überbrachte Clemens Oistric, Chefredakteur der Gratis-Tageszeitung „heute“ sowie der Online-Ausgabe davon. Als eigene Vorbemerkung erwähnte der Laudator, dass diese und die anderen positiven Auszeichungen gute Nachrichten seine, während er aus einer Branche kommen, die nach dem Motto „bad news are good news“ funktioniere. Wobei er es in seiner Funktion auch in der Hand hätte, „good news“ zu verbreiten, Anmerkung des Berichterstatters hier 😉

Ehren-Merkur für JusHAK und neue Lehrpläne

Nur alle paar Jahre werden Ehren-Merkure verliehen. Bisher waren immer Pensionierungen oder Abgänge von führenden Menschen des Schulträgers, Fonds der Wiener Kaufmannschaft, Anlass dafür, so auch dieses Mal – aber dies kommt erst in einem weiteren Teil der Berichte zur Sprache; neun Merkur-Statuen wurden überhaupt noch nie zuvor vergeben. Der erste Ehren-Merkur für eine noch aktive Person wurde in diesem Jahr einem Lehrer überreicht: Peter Krauskopf. Er ist der Erfinder des Zweigs der JusHAK, die er aber nicht nur für die VBS Schönborngasse in der er unterrichtet, entwickelte, sondern auch ein Netzwerk schuf, das diesen Zweig mit juristischer Bildung auch landesweit verbreitete. Im Rahmen dessen findet seit 2022 auch das Gerichts-Simulationsprojekt „Moot Court“ für Schüler:innen statt – Links zu einer Reportage und Interviews am Ende des Beitrages.

Doch das ist noch lange nicht alles, das dieser engagierte Lehrer – neben seiner Hauptaufgabe – in einer ausführlichen Laudation von WU-Professorin Bettina Fuhrmann, Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien – in die Wege leitete. Sie schilderte vor allem die von ihm organisierte, nicht immer widerspruchsfreie, Diskussion um die neuen Lehrpläne aller humanberuflichen berufsbildenden Schulen und das in einem partizipativen Prozess.

Publikums-Award für Vielsprachigen

Schließlich wurde bei der festlichen Gala – zum fünften Mal in der Grand Hall des Erste Campus – Milan Schmieger von der HAK I, Akademiestraße, zur dritten pädagogischen Person im Bunde der Merkur-Preisträger:innen. Er gewann den Publikums-Award. Seit einigen Jahren stimmen die Teilnehmer:innen der Gala via SmartPhones – mit je einer Stimme pro Kategorie – über alle Nominierten ab. Die meisten stimmen fielen auf den Englisch- und Französisch-Lehrer „mit äußerst positivem Feedback von SchülerInnen“, wie es in den Nominierungs-Unterlagen heißt. Nicht zuletzt, weil er Klassenreisen organisiert, Erasmus+-Projekte koordiniert, beim Finden von Pflichtpraktikumsplätzen unterstützt und das ist noch lange nicht alles.

Vielsprachigkeit ist sein Ding. Geboren in Bonn mit einem deutschen Vater und einer mazedonischen Mutter, mit zwei Monaten nach Sofia übersiedelt, erlernte er alle drei Sprachen, maturierte doppelt – in Bulgarien und Deutschland und ist seit seinen Studien fließend 5-sprachig. Was ihn veranlasst, auch seine Schüler:innen zu motivieren, ihre Erstsprachen zu stärken und ihre internationalen Erfahrungen einzubringen. Seine Verdienste würdigte – aus den Unterlagen für die Nominierung – der Vorsitzende des Kuratoriums des Fonds der Wiener Kaufmannschaft (Träger der VBS) und Spartenobmann Information und Consulting der Wirtschaftskammer Wien, Martin Heimhilcher.

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Bild-Montage aus den Fotos des Siegertrios in der Kategorie bestes Wirtschafts- und Innovationsprojekt sowie des Teams mit dem besten Sozialprojekt - sowie eine der Merkur-Statuen

Ökonomische Fußballanalyse und singender, klingender, tanzender Sternmarsch

Die besten der besten Einzel-Schüler:innen  der privaten Handelsakademien und -schulen des Fonds der Wiener Kaufmannschaft, seit „ewig“ international gekennzeichnet als Vienna Business School (VBS) wurden in Teil 1 vorgestellt. Hier folgen ihre Kolleg:innen, die in Teams mit ihren Projekten die Trophäen gewonnen haben. Die sechs Schulstandorte (fünf in Wien, einer in Mödling / Niederösterreich) nominieren jeweils ihre Top-Projekte und – der Jury zufolge – waren die Preisträger:innen immer um noch ein Quentchen besser die jeweils fünf anderen ebenfalls Spitzenarbeiten.

Erstmals: Ehrenamt als Wirtschaftsfaktor

Obwohl im Maturajahr gehört Clemens Doschek zum Kader des Herrenfußballteams von FC Kapellerfeld. Ihn aber auch seine beiden Klassenkollegen Tobias Ehlmaier und Johannes Umdasch aus der VBS Schönborngasse interessieren nicht nur Matches. „Fußball als Wirtschaftsfaktor“ machten sie zum Inhalt ihres Diplomprojektes, analysierten makro- und mikroökonomische Faktoren sowie marketingmäßige Gesichtspunkte; letztere samt Beobachtung von Social-Media-Aktivitäten von Vereinen.

Als Gründe für „Prämierungswürdigkeit“ wurde unter anderem angeführt: „… zeigt den messbaren wirtschaftlichen Mehrwert des Fußballs für die österreichische Volkswirtschaft – von Wertschöpfung und Beschäftigung bis hin zu Steuereffekten und regionalen Konjunkturimpulsen.
Durch empirische Marktforschungsmethoden wird der Transfermarkt als besonderer Preismechanismus untersucht, der neue Marktmodelle mit flexibler Vertragsgestaltung sichtbar macht.

Erstmals wird zudem das Ehrenamt als tragende Säule des gesamten „Systems Fußball“ dargestellt. Die interdisziplinäre Verknüpfung von Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft, Marketing und Finanzwirtschaft wird durch Interviews mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis ergänzt und liefert neue, praxisnahe Erkenntnisse…“

Dafür gab’s dann den Merkur für das beste wirtschaftliche und innovative Projekt aus den Händen von Christian Mattasits, Geschäftsführer der Finanzfuchs-Gruppe.

Sozialprojekte

Seit Merkur-Statuen verliehen werden – 2026 war dies zum 29. Mal der Fall – gab es bei den Projektkategorien immer wieder Änderungen, aber eine blieb immer – für Schulen mit wirtschaftlichem Ausbildungsschwerpunkt gar nicht so selbstverständlich: Projekte, in denen sich Schüler:innen konkret sozial engagieren, genannt Best Ethical & Social Project“; wobei einer der Standorte, die HAK i, Akademiestraße auch schon seit zwei Jahrzehnten eigene schulinterne Amicus-Awards vergibt nachdem mittlerweile längst in allen Klassen jedes Jahr das eine oder andere Projekt dieser Art durchgeführt wird – Berichte unten am Ende des Beitrages verlinkt.

„Gelebte Vielfalt“

Den meisten Anklang in der Jury fand der „Tag der Vielfalt“ der VBS Augartenstraße. Gegen Ende des vergangenen Schuljahres organisierten viiiiiele Schüler:innen diesen inklusiven, spielerischen, gemeinsamen Tag für Kinder und Jugendliche aus Bildungseinrichtungen der eigenen Schulumgebung, des Bildungsgrätzels. Auf der eigenen Schule wurde eine Regenbogenfahne gehisst – DAS Symbol für Vielfalt und Toleranz. Anschließend konnten rund vier Dutzend Mittelschüler:innen sich aus dem Escape-Room „wirtschaftliches Rechnen“ – ein früheres prämiertes Projekt – rausspielen. Schließlich zogen rund 500 junge Menschen – von Kindergartenkindern bis zu Gymnasiast:innen – singend und tanzend in einem Sternmarsch zum Karmelitermarkt. Dort erwarteten sie Performances, Aufführungen eine Kunstausstellung von Schüler:innen aus der VBS sowie eine Podiumsdiskussion „Gelebte Vielfalt in der Bildung“, moderiert von Ariadna Moldoveanu aus der 4BK, die im Vorjahr gemeinsam mit Simav Abbas, Michelle Izchak, Lina Qehaja und Nilram Taheri mit dem Projekt „SheShield“ zur frühen Sensibilisierung gegen „häusliche Gewalt“ für den Merkur nominiert war.

„Gerade heute nicht selbstverständlich“

Heuer war sie im Team der Presiträger:innen und durfte mit ihren federführenden Mit-Organisator:innen di Statue von der Laudatorin, Dr. Elisabeth Wagner (Lehrtherapeutin und Leadership-Expertin) in Empfang nehmen. Sie würdigte u.a.: „Besonders hervorheben möchte ich, dass die Schüler:innen dieses Projekt aktiv mitgestaltet haben. Sie zeigen damit nicht nur Organisationstalent, sondern vor allem ein starkes Bewusstsein dafür, wie wichtig ein respektvolles und inklusives Miteinander ist. Solche Initiativen sind von großer Bedeutung – gerade in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht selbstverständlich ist…“

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"Die unmöglichen Möchlichmacher:innen" aus der Brückenschule (Wien-Liesing)

Unmögliche Möglichmacher:innen

Dutzende Initiativen, Vereine, Organisationen, Schulen sowie kommerzielle Anbieter präsentierten ihre Angebote nach der Verleihung des Staatspreises innovative Schulen auf drei Stockwerken in der Aula der Akademie der Wissenschaften in der Wiener Innenstadt. Mehrere Stunden waren die Messestände in Betrieb, stellten Mitarbeiter:innen vor, welche Angebote – von naturwissenschaftlichen Experimenten, klima- und umweltrelevanten Projekten bzw. Spielen über landwirtschaftliche Pflanz-projekte, Zusatz-Qualifikationen bis zur Bearbeitung psychischer und psychologischer (mental health) es jedenfalls gibt. Es waren sicher bei Weitem nicht alle.

Manche zeigen allerdings auf, was Schulen selber zukaufen sollen/können/müssen, auch wenn beispielsweise gerade naturwissenschaftliche Experimente auch Teil des „normalen“ Unterrichts sein könnten/sollten/müssten. Wobei es für Wiener Pflichtschulen seit Kurzem unter dem Titel „Wiener Bildungs-Chancen“ die Möglichkeit gibt, kostenpflichtige Angebote gratis wahrzunehmen – die Stadt Wien bezahlt dafür in Summe vier Millionen Euro – siehe hier.

Neben den engagierten, (Spiel-)Freude versprühenden jugendlichen angehenden Elementarpädagog:innen aus der BAfEP Strebersdorf – die kommen im Artikel über die Preisverleihung vor, weil diese Bildungsanstalt einen der zehn Preise gewonnen hat – stachen dem durch die Ausstellung wandernden Journalisten die Jugendlichen der „Brückenschule“ ins Auge. Die über eine Brücke verbundene aus zwei Gebäuden bestehende Schule in Wien Liesing präsentierte eine bunten Stand mit unter anderem einer „sozial genialen Box“. Berfin, Omar, Anais, Melissa, Nicole, Suhejla, Elif, Hamed, Leonie, Hassan, Nina, Marcel, Shaidullah, Nikodem und Dokka hatten gemeinsam dieses Set aus einer Art gestapelten Werkzeugboxen erarbeitet. Nach langem Tüfteln, basteln und gestalten finden sich in diesen Boxen Elemente für Spiele für soziales Lernen. „Zum Beispiel haben wir eine kleine Box mit Steinen. Die haben wir zuerst gesammelt und dann mit Symbolen bemalt, die Gefühle ausdrücken können. So haben auch Schülerinnen und Schüler, die noch nicht so gut Deutsch können oder sich noch schwertun, über Gefühle zu reden, die Möglichkeit zu zeigen, wie es ihnen gerade geht“, schildern Berfin und Anais ein wichtiges Element des genannten Holzkisterls.

Sozusagen ein Einstieg, um davon ausgehend über Gefühle zu reden. Das ist aber nur eine Basis, von der ausgehend dann mögliche Konflikte besprochen, bearbeitet und Streits geschlichtet werden (können).

Die genannten sind rund zwei Drittel ihrer – jetzt vierten („wir haben das aber im vorigen Schuljahr entwickelt“) Klasse, „wir haben das alles freiwillig gemacht – als eigener Verein und wir nennen uns „Die unmöglichen Möglichmacher:innen“

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